Rudolf Johann Josef Buchner (* 15. März 1894 in Wermsdorf, Nordmähren; † 15. Oktober 1962 in Wien) war ein österreichischer Maler und Grafiker.

Leben Rudolf Buchner nahm als Offizier am Ersten Weltkrieg teil. Er geriet in russische Gefangenschaft.

Studium und Anfänge der künstlerischen Entwicklung Buchner studierte ab 1919 Jus (Dr. jur. 1927) und Kunstgeschichte an den Universitäten in Wien und Leiden (Niederlande) und besuchte Kurse an der Kunstgewerbeschule Wien in Emaillieren und an der Akademie der bildenden Künste Wien. Daneben beschäftigte er sich mit der Malerei bei Albert Sallak und Hugo Emil Flatz. 1920 gründete der damals in Deutsch-Wagram Ansässige die Marchfelder Vereinigung bildender Künstler, deren Präsident er bis zu seinem Tode blieb. Er beteiligte sich an Ausstellungen der Wiener Brücke und der Wiener Secession. 1928 bis 1932 war er auf Studienreisen, unter anderem zur Weiterbildung an der Akademie Rotterdam. 1938 wurde er Mitglied im Hagenbund.

Verbandsarbeit nach 1945 Im Mai 1945 wurde Buchner bei der Umgründung der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs zum kommissarischen Leiter ernannt. Er war mit der Liquidierung der Reichskammer der bildenden Künste und der organisatorischen Neuerrichtung der Berufsvereinigung betraut. Dem Leitungsausschuss gehörten Franz Lex, Victor Theodor Slama, Karl Stemolak, Otto Prutscher und Josef Hoffmann an. Nach Abschluss der Liquidierung der Reichskammer der bildenden Künste im Sommer 1945 wurde Buchner erster Präsident der neu gegründeten Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs. Im Herbst 1946 wurde im Zuge seiner Entnazifizierung bekannt, dass er von März 1933 bis 1935 Mitglied der NSDAP gewesen war, woraufhin er von seinem Amt zurücktrat. 1955 war Buchner Mitbegründer des Landesverbandes der Niederösterreichischen Kunstvereine, dessen Präsident er bis zu seinem Tod blieb.

Buchner war von 1945 bis zu seinem Tode Mitglied der Wiener Secession, ab 1959 Mitglied des Wiener Künstlerhauses und seit 1957 Mitglied der Loge Zukunft. Ab 1959 wird Buchner als Mitglied des Mödlinger Künstlerbundes geführt, er nahm regelmäßig an Ausstellungen des Kunstvereins in Mödling teil.

Familie Rudolf Buchner war mit der niederländischen Illustratorin Adrienne (Adri) Alindo verheiratet.

Werk Buchners Arbeitsschwerpunkte waren die Landschaftsmalerei und die Grafik.

Auszeichnungen 1940 Förderpreis Stadt Wien 1959 Goldene Ehrenmedaille des Landesverbandes der niederösterreichischen Kunstvereine 1962 Kulturpreis des Landes Niederösterreich; Verleihung des Berufstitels Professor

Ausstellungen 1942 17. Oktober – 15. November, Wiener Kunsthalle, Gemeinschaft bildender Künstler. Sonderschau R. Buchner, K. Gunsam. (Cyliax), Wien 1942 – 32 S., Kapitel Ill. 1955 mit der Wiener Sezession in Darmstadt 1957 Düsseldorf Einige seiner Werke sind in der Albertina Wien ausgestellt.

Literatur Ingrid Holzschuh, Sabine Plakolm-Forsthuber: Auf Linie. NS-Kulturpolitik in Wien. Die Reichskammer der bildenden Künste. Hrsg.: Wien Museum. Birkhäuser Verlag, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2427-4.

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