Kupfer(I)-cyanid ist ein grünlichweißes bis weißes Pulver, das in Wasser fast unlöslich ist und bei 473 °C schmilzt.
Gewinnung und Darstellung Kupfer(I)-cyanid kann in einer Redoxreaktion aus Kupfersulfat CuSO4 und Natriumcyanid NaCN unter Bildung von Dicyan (CN)2 und Natriumsulfat Na2SO4 hergestellt werden. Die Cu2+-Ionen werden dabei zu Cu+ reduziert während ein Teil der Cyanid-Ionen zu Dicyan oxidiert wird:
2 CuSO4 + 4 NaCN -> 2 CuCN + (CN)2 + 2 Na2SO4 Bei dieser Reaktion entsteht Kupfer(II)-cyanid als Zwischenprodukt, welches schnell wieder zerfällt:
2 CuSO4 + 4 NaCN -> 2 Cu(CN)2 + Na2SO4 -> 2 CuCN + (CN)2 + 2 Na2SO4
Verwendung Kupfer(I)-cyanid wird in der Galvanotechnik verwendet. Bei der Verkupferung und bei der Vermessingung in basischen Bädern wird aus Kupfer(I)-cyanid und Natriumcyanid gebildes NaCu(CN)2 verwendet.Walter Müller: Galvanische Schichten und ihre Prüfung. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-322-90604-5, S. 32 ().
In der organischen Chemie wird es als Quelle für Cyanogruppen für die Herstellung von aromatischen Nitrilen eingesetzt. Dies ist einerseits durch die Rosenmund-von-Braun-Reaktion möglich, wobei ein Brom- oder Iodaromat als Edukt dient, oder durch die Sandmeyer-Reaktion, wobei ein Diazoniumsalz als Edukt dient.
rahmenlos|hochkant=1.3|zentriert|Rosenmund-von-Braun-Reaktion
Auch für die Synthese von Organocupraten (Cyanocupraten) wird im Rahmen einer Transmetallierungsreaktion Kupfer(I)-cyanid mit Organolithium-Verbindungen umgesetzt.
Reaktion von Kupfer(I)-cyanid und Butyllithium (Bu=Butyl)
Einzelnachweise
Kategorie:Kupferverbindung Kategorie:Cyanid