Die Bighorn Mountains (auch Big Horn Mountains) sind ein Gebirgszug östlich der Rocky Mountains in den USA. Die Bergkette verläuft in nordwest-südöstlicher Richtung im Norden des US-Bundesstaates Wyoming und im Süden von Montana. In der Länge haben die Bighorn Mountains eine Ausdehnung von etwa 120 km bei einer Breite von rund 50 km. Höchste Erhebung ist der Cloud Peak (4013 m).
Das Gebirge ist nahezu unbesiedelt, nächstgelegene Ortschaften sind Buffalo und Sheridan. In den Bighorn Mountains liegt unter anderem das Medicine Wheel, ein heiliger Ort verschiedener Völker der Prärieindianer.
Beschreibung Geologisch gehören die Bighorn Mountains zu den Rocky Mountains, sind aber durch das breite Becken des Bighorn River von ihnen völlig isoliert. Sie entstanden wie der Rest des Gebirges in der Laramischen Gebirgsbildung vor rund 70 Millionen Jahren. Die aufgeschlossenen Gesteine sind alle Sedimentgestein und reichen vom späten Kambrium bis zur Unterkreide mit einer Diskordanz im Silur. Damaliges Gestein wurde in der Zwischenzeit wieder erodiert, bevor die dadurch freigelegten früheren Schichten von jüngerem Gestein bedeckt wurden.
Die Oberflächengestalt ist durch die Vergletscherung im Eiszeitalter geprägt. Die Täler sind zumeist Trogtäler mit vielen Karseen. Heute ist der Cloud Peak Glacier der einzige Gletscher in den Bighorn Mountains. Die Berge sind weit überwiegend bewaldet, in den Hochlagen dominieren Nadelbäume, geschütztere und niedrigere Standorte sind überwiegend mit der Amerikanischen Zitterpappel bestanden.
Auf der Ostflanke der Bighorn Mountains entspringen im Norden der Little Bighorn River und der Tongue River, weiter südlich entstehen mit Clear Creek, Crazy Woman Creek, North Fork Powder River und Middle Fork Powder River größere Zuflüsse des Powder River. Die Westflanke entwässert über Porcupine Creek oder Shell Creek direkt in den Bighorn River sowie weiter südlich über Paint Rock Creek oder Tensleep Creek in den Nowood River, der bei Manderson in den Bighorn River mündet.
Der Anteil der Bighorn Mountains in Wyoming gehört zum Bighorn National Forest, einem Nationalforst unter der Verwaltung des US Forest Service. Im Zentrum des Nationalforsts ist die Cloud Peak Wilderness eingebettet, ein Wilderness Area und damit ein Schutzgebiet der strengsten Klasse von Naturschutzgebieten in den Vereinigten Staaten. Die Berge in Montana sind Teil der Crow Reservation, dem Indianerreservat der Absarokee oder Crow-Indianer. Im Norden werden die Berge begrenzt durch den Canyon des Bighorn Rivers, der zu einem Stausee aufgestaut wurde und heute das Bighorn Canyon National Recreation Area darstellt, ein National Recreation Area unter der Verwaltung des National Park Service.
+ Die Gipfel der Bighorn Mountains mit einer Höhe von mindestens 3500 m und einer Schartenhöhe von mindestens 100 mRangGipfelMeereshöheSchartenhöheDominanz1Cloud Peak4013 m2157 m233,4 km2Black Tooth Mountain3964 m197 m2,1 km3Mount Woolsey3956 m103 m0,3 km4Bomber Mountain3914 m342 m1,7 km5The Innominate3890 m110 m0,4 km6Sawtooth Mountain3855 m191 m2,0 km7Hallelujah Peak (Peak 12590)3837 m106 m1,0 km8Peak 124733806 m219 m2,4 km9Penrose Peak3798 m122 m2,1 km10Mather Peaks3781 m452 m4,1 km11Peak 123283762 m149 m2,0 km12Bighorn Peak3756 m306 m8,4 km13Darton Peak3741 m230 m2,4 km14Oliver Peak3688 m138 m1,1 km15Peak 118153605 m142 m3,3 km16Cross Creek Peak (Peak 11761)3585 m250 m5,4 km17Loaf Mountain3573 m293 m4,6 km18Spear Peak (Spear Benchmark)3518 m392 m8,3 km19Peak 114883502 m146 m2,0 km
Nutzung und Infrastruktur mini|hochkant=1.2|Der U.S. Highway 16 durch den Ten Sleep Canyon im Südwesten des Gebirges Ursprünglich lagen die Berge im Siedlungsgebiet der Absarokee- und der Östlichen Shoshone-Indianer. Die Arapaho und die Cheyenne nutzten die Berge gelegentlich. Das Big Horn Medicine Wheel, ein National Historic Landmark im Nordwesten der Berge, wird auf zwischen 1400 und 1700 datiert. Es gilt auch den heutigen Indianerkulturen der Great Plains als Heiliger Ort.
Als erster Weißer in den Bergen gilt Louis-Joseph Gaultier de Varennes, Sohn von Pierre Gaultier de Varennes, sieur de La Vérendrye, der im Auftrag seines Vaters vom heutigen Kanada aus in den Jahren 1742–1743 Wyoming erkundete, um einen Weg zum Pazifischen Ozean zu finden. Näher erkundet wurde die Region erst um 1807 durch John Colter, der 1804–1806 an der Lewis-und-Clark-Expedition teilgenommen hatte und sich auf dem Rückweg von den anderen Mitgliedern trennte, um eigene Entdeckungen vorzunehmen. Ab 1897 nutzten Butch Cassidy und seine Bande, die Wild Bunch, das Hole in the Wall im Südosten der Berge als Unterschlupf.
Das Gebirge ist bis heute weitgehend unerschlossen. Im Süden quert der US-Highway US 16 die Berge und bindet das Skigebiet High Park an. Im Norden verläuft der US 14 durch die Bighorn Mountains und spaltet sich in den US 14 und den US 14 Alt auf. Alle Straßen durch die Berge sind aufgrund ihrer touristischen Qualität als National Scenic Byway ausgewiesen.
In den Bighorn Mountains spielt die Handlung des Films Brokeback Mountain, gedreht wurde er aber größtenteils in der kanadischen Provinz Alberta.
Weblinks
US Forest Service: Bighorn National Forest (offizielle Seite) (englisch)
Einzelnachweise
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