Otto Ringleb (* 17. Mai 1875 in Arneburg; † 8. November 1946 in Berlin) war ein deutscher Urologe und Hochschullehrer in Berlin und SS-Führer.

Leben Ringleb studierte an der Universität Jena und der Friedrichs-Universität Halle Medizin. Ab 1898 war er Mitglied der Corps Guestphalia Jena und Borussia Halle.Kösener Corpslisten 1960, 70/352; 96/470. Nach dem Examen war Ringleb an der Charité tätig, wo er sich 1912 habilitierte.Habilitationsschrift: Das Kystoskop.Slatomir Joachim Wenske: Die Herausbildung urologischer Kliniken in Berlin - Ein Beitrag zur Berliner Medizingeschichte, S. 60f. Ringleb begründete die Endoskopie der Harnblase. Ab 1924 war er a.o. Professor und ab 1937 o. Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Dort war er Inhaber des ersten deutschen Lehrstuhls für Urologie. An der Berliner Charité leitete er die Urologische Abteilung. Zu seinen Schülern gehörte unter anderem Karl Heusch. Zum 12. September 1937 trat er der SS bei (SS-Nummer 284.656)Otto Ringleb auf www.dws-xip.pl und stieg in dieser Organisation zum 21. Juni 1944 zum SS-Oberführer auf.Bundesarchiv R 9361-III/550618Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 498 Bei dem Bevollmächtigten für das Gesundheitswesen Karl Brandt war Ringleb ab 1944 noch Angehöriger des wissenschaftlichen Beirates. Ringleb war Herausgeber der „Zeitschrift für Urologie“. 1945 wurde er nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der US-amerikanischen Besatzungsmacht in Automatischen Arrest genommen. Die Lehrbefugnis wurde ihm entzogen.

Werke Das Kystoskop. Eine Studie seiner optischen und mechanischen Einrichtung und seiner Geschichte. Lehrbuch für Aerzte und Studierende. Werner Klinkhardt, Leipzig 1910 mit Friedrich Fromme: Lehrbuch der Kystophotographie. Ihre Geschichte, Theorie und Praxis.

Siehe auch Urologie#Neues Fach

Literatur

Michael Klug: Otto Ringleb. Dissertation, Berlin 1983 Slatomir Joachim Wenske: Die Herausbildung urologischer Kliniken in Berlin – Ein Beitrag zur Berliner Medizingeschichte, Dissertation an der Klinik für Urologie der Medizinischen Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2008. (pdf)

Weblinks

Urologie in Berlin

Einzelnachweise

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