Lyngby Radio (Rufzeichen: OXZ) ist die einzige dänische Küstenfunkstelle in der Stadt Lyngby circa zehn Kilometer nördlich von Kopenhagen. Sie arbeitet auf Grenzwelle und Ultrakurzwelle (UKW). Der Mittelwellendienst (Morsetelegrafie (Tastfunk) auf 500 kHz) wurde am 31. Januar 1999Jan Hybertz Gøricke , ein Bericht über die Rolle des Seefunks auf 500 kHz beim Untergang der Titanic (auf der Seite des dänischen Post & Tele Museums), abgerufen am 2. Juni 2010, der Kurzwellendienst am 1. Oktober 2009 eingestellt. Früher war Lyngby Radio eine von vier dänischen Küstenfunkstellen, wobei die anderen drei die folgenden waren:

Küstenfunkstelle Rufzeichen selbständiger Betrieb Skagen Radio OXP 1945–1993 Blåvand Radio OXB 1914–1996 Rønne Radio OYE

Alle drei werden heute von Lyngby Radio aus fernbedient.

UKW-Dienst

Lyngby Radio wickelt seinen UKW-Verkehr über 19 abgesetzte Funkstationen ab, die über die gesamte dänische Küste verteilt sind. Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in Deutschland werden diese abgesetzten Stationen nicht unter ihren Positionsnamen (beispielsweise „Als Radio“) gerufen, sondern allesamt als „Lyngby Radio“. Auf jeden Anruf an Lyngby Radio auf Kanal 16 fragt der Operator die Position des sendenden Schiffes ab und weist einen Arbeitskanal je nach nächst verfügbarer abgesetzter Station zu. Wer die Verteilung der Stationen kennt, kann direkt auf dem bzw. den Arbeitskanälen der best erreichbaren abgesetzten Station rufen. Die Kanäle wurden zuletzt im Oktober 2015 geändert. Station Position ersterArbeits-kanal zweiterArbeits-kanal KarteAls62Anholt7Blåvand7Bovbjerg2Fornæs66Frejlev3Hanstholm1Hirtshals63Karleby761Kbh./Lynetten35Læsø64Mern264Røsnæs14Silkeborg5Skagen465Svendborg18Vejby63Vejle65Årsballe14

Grenzwellendienst

Seit dem Wegfall der deutschen Küstenfunkstellen der Deutschen Telekom am 1. Januar 1999 übernahm Lyngby Radio die Überwachung des Seegebietes A2 durch Hörwache auf 2182 kHz bzw. 2187,5 kHz für die deutsche Nord- und Ostseeküste. (Zwischen dem 1. Januar 1996 und dem 31. Januar 1999 hatte Lyngby Radio bereits die Hörwache auf 500 kHz für die Deutschen Seegebiete übernommen, nachdem Norddeich Radio diesen Dienst am 31. Dezember 1995 eingestellt hatte.) Seit Anfang Oktober 2012 hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die Überwachung des international einheitlichen Seefunkkanals im Grenzwellenfunk 2187,5 kHz (DSC) übernommen.

Außerdem bietet Lyngby Radio innerhalb des GMDSS unter der DSC-MMSI 002191000 folgende Anruffrequenzen für Grenzwellendienste über Sende- und Empfangsanlagen in Blåvand und Skagen an:

Lyngby Radio Sende-frequenz der Küstenfunkstelle Empfangs-frequenz der KüstenfunkstelleDSC-Ruf im Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr 2187,5 kHz 2187,5 kHzDSC-Ruf im Routineverkehr2177,0 kHz2189,5 kHzSprachkanal im Not., Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr sowie allgemeiner Anrufkanal2182,0 kHz2182,0 kHzArbeitskanal (Sprache) im Routineverkehr1624,5 kHz2159,5 kHz

Die Verkehrsabwicklung in der Grenzwellentelefonie findet des Weiteren über fünf abgesetzte Stationen mit folgenden Arbeitskanälen statt:

StandortPositionSende-frequenzEmpfangs-FrequenzBlåvand1734 kHz2078 kHzBovbjerg1767 kHz2111 kHzSkamlebæk1704 kHz2129 kHzRønne2586 kHz1995 kHzSkagen1758 kHz2102 kHz

Aktuelle Lage

Eine aktuelle Auflistung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie weist für Lyngby Radio mit Blåvand und Rønne nur noch zwei abgesetzte Stationen im Grenzwellen-/Mittelwellenverkehr und elf abgesetzte Stationen im UKW-Verkehr aus:, S. 3

Grenzwelle-/Mittelwelle StandortSende-frequenzBlåvand1734 kHzRønne2586 kHz

UKW Station ersterArbeits-kanal zweiterArbeits-kanal Seegebiet, S. 12Station ersterArbeits-kanal zweiterArbeits-kanal SeegebietAls62B11, B12 Silkeborg5B12Blåvand7N9, N10Svendborg18B11, B12Karleby761B11, B12Vejby63B12Kbh./Lynetten35 B11, B12Vejle65B12Mern264B10, B11, B12Årsballe14B10, B11Røsnæs14B12

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Küstenfunkstelle Kategorie:Bauwerk in Lyngby-Taarbæk Kommune Kategorie:Sendeanlage in Dänemark