mini|Bundeswehr-Gefechtsübung (1983) mini|Ein US-Panzer vom Typ M60A3 während des NATO-Manövers Central Guardian 85 in Hessen

Ein Manöver ist eine Übung des Militärs. Sie wird in der Regel beweglich mit zwei (seltener mit mehreren) Parteien unterschiedlicher Größe ausgeführt. Es gibt Manöver, die im Rahmen der Teilstreitkräfte abgehalten werden, sowie Manöver aus mehreren Truppengattungen. Zweck heutiger militärischer Manöver ist die Vorbereitung auf Einsatzsituationen, also auf bewaffnete Konflikte oder den Einsatz des Militärs zur Verhinderung von Terroranschlägen. Im Gegensatz dazu glichen die Manöver des 18. Jahrhunderts noch eher Paraden. Um den Ernstfall möglichst realistisch zu simulieren, kommen technisch Platzpatronen, Übungsgranaten, Rauchgranaten (zur Simulierung des Einsatzes chemischer Waffen) und Ähnliches zum Einsatz; die erforderliche Rolle des fiktiven Gegners übernimmt in der Bundeswehr der „Soldat in darstellender Funktion“ (SidaF).

Übergreifende Manöver Manöver können auch die Funktion haben, einem Staat Entschlossenheit und Einsatzfähigkeit zu demonstrieren. Zum Beispiel hielten die USA und Südkorea im Sommer 2010 gemeinsame Militärübungen mit zusammen 30.000 Soldaten ab. Diese waren im Zuge vorangegangener Ereignisse als Signal an Nordkorea gerichtet.sueddeutsche.de vom 24. Juli 2010: Nordkorea droht mit KriegDer Spiegel, Artikel: Südkoreas Militär droht Norden mit tausendfacher Vergeltung", 27. November 2010.

Große, regelmäßig abgehaltene Manöver der Streitkräfte der Vereinigten Staaten umfassen die Marinemanöver RIMPAC und UNITAS und die Luftwaffenübung Red Flag. In Westdeutschland waren bis 1993 die Großmanöver der NATO-Alliierten unter Leitung der USA namens REFORGER besonders bekannt, da sie jährlich abgehalten wurden. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit hielt seit 2005 bisher drei Anti-Terror-Großmanöver ab.

Manöver der Landstreitkräfte mini|Zug eines Infanterie-Regiments in Erwartung eines Kavallerie-Angriffs (1915)

Die Manöver der Bodenstreitkräfte werden meist auf einem Truppenübungsplatz oder in dessen Umgebung abgehalten, in Zeiten des Kalten Krieges jedoch oft auch im freien Gelände, vorzugsweise den für den Ernstfall angenommenen Räumen. Dabei gilt es ein vorher bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Parteien werden mittels Partei-Farben (oftmals blau, rot, orange, gold) gekennzeichnet und werden von einer neutralen dritten Partei (Schiedsrichter) auf das Einhalten vorgegebener Richtlinien überwacht und bewertet. Großmanöver, wie beispielsweise das jährliche Kaisermanöver bis 1913, finden heute nur noch sehr selten statt, die Übungen werden meist auf Stabsebene als Stabsrahmenübung beschränkt.

Bedeutende Militärmanöver in Deutschland Aufgelistet sind Militärmanöver der Landstreitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland (Auswahl).