Die österreichische Fußballmeisterschaft wurde 2010/11 zum 100. Mal ausgetragen. Die höchste Spielklasse ist die österreichische Bundesliga, die in dieser Saison zum 37. Mal durchgeführt und von zehn Mannschaften bestritten wird. Diese ermitteln in vier Durchgängen den österreichischen Fußballmeister. Sie begann am 17. Juli 2010 und endete am 25. Mai 2011 mit der 36. und letzten Runde.

In der höchsten Spielklasse, der Bundesliga, wird um drei internationale Startplätze gespielt; der Meister ist an der Qualifikation zur UEFA Champions League teilnahmeberechtigt, der zweit- und drittplatzierte Verein spielt in der Qualifikation zur UEFA Europa League. Der Letztplatzierte muss in die zweitklassige Erste Liga absteigen.

In der Ersten Liga spielen zehn Teams in vier Durchgängen und 36 Runden um einen Aufstiegsplatz in die Bundesliga. Die letztplatzierte Mannschaft muss in die jeweiligen Regionalligen absteigen, der Tabellenvorletzte hat zwei Relegationsspiele gegen den Meister der Regionalliga Ost zu bestreiten.

In den drei Regionalligen Ost, Mitte und West wird in zwei Durchgängen um die Aufstiegsplätze in die Erste Liga gespielt. Dabei können sich zwei der drei Mannschaften qualifizieren. In der Saison 2010/11 trifft in der Qualifikation der Meister der Regionalliga West auf den Meister der Regionalliga Mitte und der Meister der Regionalliga Ost auf den Tabellenvorletzten der Ersten Liga. Sofern sich aus den Absteigern nicht andere Regelungen ergeben, müssen jeweils drei Mannschaften in die vierte Leistungsklasse absteigen.

Lizenzierungsverfahren Am 3. Mai 2010 wurden von der Bundesliga die Lizenzen für die Meisterschaft 2010/11 vergeben. Mit Ausnahme des Bundesligisten SK Austria Kärnten, der Erste-Liga-Vereine FC Lustenau und FC Dornbirn sowie des Aufstiegskandidaten aus der Regionalligen Mitte Blau-Weiß Linz erfüllten alle Lizenzwerber die Voraussetzungen. Der Antrag des Grazer AK wurde bestimmungsgemäß aufgrund des Konkursverfahrens zurückgewiesen. Österreichische Bundesliga, 3. Mai 2010; abgerufen am 16. Mai 2010. In zweiter Instanz wurde am 14. Mai 2010 vom Protestkomitee der Bundesliga entschieden, dass der FC Lustenau ebenfalls die Lizenz erhält, während diese dem SK Austria Kärnten und dem FC Dornbirn weiterhin verweigert wurde. Der Protest des FC Blau-Weiß Linz wurde zurückgewiesen. Österreichische Bundesliga, 14. Mai 2010; abgerufen am 16. Mai 2010.

Am 25. Mai 2010 gab Dornbirn bekannt, auf die Berufung beim Ständig Neutralen Schiedsgericht zu verzichten. Der Abstieg in die Regionalliga West war damit unwiderruflich.FC Dornbirn protestiert nicht – Abstieg ist fix. vorarlberg.ORF.at; abgerufen am 25. Mai 2010. Wäre dem Verein vom Ständig Neutralen Schiedsgericht per Berufung die Lizenz zugesprochen worden und dem SK Austria Kärnten gleichzeitig die Lizenz auch in dritter Instanz verweigert worden, hätte der FC Dornbirn dem Sofortabstieg noch entgehen können. Am 28. Mai 2010 wurde dem Ansuchen der Kärntner beim Ständig Neutralen Schiedsgericht tatsächlich nicht stattgegeben. bundesliga.at; abgerufen am 29. Mai 2010. Für den finanziell ohnehin schwer angeschlagenen Verein war dies ein doppelter Schicksalsschlag, denn neben dem Zwangsabstieg in die Regionalliga Mitte war damit die sofortige kostenlose Freigabe für alle Spieler mit Profistatus verbunden.

Erste Leistungsstufe – Bundesliga

Die vom Sportwetten-Anbieter tipp3 als Hauptsponsor unterstützte Bundesliga ist die höchste Spielklasse im österreichischen Fußball und wird in der Saison 2010/11 zum 91. Mal ausgetragen. Subsponsor ist der Mobilfunkanbieter T-Mobile Austria, weshalb die offizielle Liga-Bezeichnung tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile lautet. Nach zwei Jahren ist der Aufsteiger FC Wacker Innsbruck wieder in Österreichs höchster Spielklasse vertreten. Die Innsbrucker ersetzen den Absteiger SK Austria Kärnten.

Mit Ausnahme von Vorarlberg und Kärnten sind alle österreichischen Bundesländer in der Bundesliga vertreten. Wien, Oberösterreich und die Steiermark stellen dabei jeweils zwei Vereine.

Der TV-Anbieter sky Deutschland AG hat die Rechte alle Bundesligaspiele in voller Länge zu zeigen, die auf dem Kanal sky sport austria im Pay-TV ausgestrahlt werden. Erstmals wird der Sender alle Spiele nicht nur in der bekannten Konferenzschaltung zeigen, sondern auch als Einzelspiele. Daneben hat der ORF die Rechte jeweils das „Topspiel der Runde“ als Einzelspiel – meist sonntags, bei Wochentagsrunden mittwochs – zu übertragen. Diese Regelung gilt nicht in den letzten zwei Runden, in denen alle Spiele zeitgleich ausgetragen werden müssen. Darüber hinaus darf der ORF eine 45-minütige Zusammenfassung von den restlichen vier Partien pro Runde zu zeigen. Privatfernsehsender Servus TV ging bei den Verhandlungen leer aus.

Modus In der Saison 2010/11 werden wie in vergangenen Jahren zehn Klubs in insgesamt 36 Runden gegeneinander antreten. Dabei wird die Auslosung nach der 9. und der 27. Runde gestürzt. Jedes Team spielt somit zu Hause und zweimal auswärts gegen jedes andere Team.

Der Meister ist an der Qualifikation zur UEFA Champions League 2011/12 teilnahmeberechtigt, die zweit- und drittplatzierten Vereine sowie der ÖFB-Cup-Sieger sind für die Qualifikation zur UEFA Europa League 2011/12 startberechtigt. Wird der Cup-Sieger gleichzeitig österreichischer Meister, startet der Cup-Final-Verlierer in der Europa League. Sollte sich der Cup-Sieger auf Platz zwei oder drei der Meisterschaft befinden, geht der zweite Startplatz der Bundesliga für die Europa League an den Tabellen-Vierten über. Der Zehntplatzierte muss in die zweithöchste Spielklasse, die Erste Liga, absteigen.

Saisonverlauf und Höhepunkte mini|hochkant=1|Wiener Neustadts Alexander Grünwald verwandelt einen der vier Strafstöße gegen LASK-Torhüter Thomas Mandl mini|hochkant=1|Die Rieder Guillem Martí, Stefan Lexa und Iván Carril Regueiro bejubeln den klaren 5:0-Auswärtssieg in Wiener Neustadt Die Meisterschaft begann mit einem Knalleffekt, denn der SC Magna Wiener Neustadt war nach einem 5:0 (5:0) Kantersieg gegen LASK Linz erster Tabellenführer. Wie es dazu kam, war höchst kurios, denn drei der fünf Treffer entsprangen Strafstößen, wobei ein vierter Elfmeter 130 Sekunden nach Spielbeginn noch vergeben wurde. Überdies mussten noch zwei Linzer mit der roten Karte vom Feld. YouTube; abgerufen am 20. Juli 2010. Alle fünf Tore, alle vier Elfmeter und auch die beiden Platzverweise fanden in der ersten Halbzeit statt; ein neuer Bundesligarekord. Österreichische Bundesliga, 19. Juli 2010; abgerufen am 20. Juli 2010. Sämtliche vier von Schiedsrichter Alexander Harkam ausgesprochenen Strafstöße waren ebenso gerechtfertigt wie die beiden Feldverweise. Dass LASK-Anhänger zweimal auf das Spielfeld stürmten, um gegen die eigene Mannschaft zu opponieren und das Spiel deshalb knapp vor dem Abbruch stand, war der negative Höhepunkt des Saisonauftakts.Aufhauser verhinderte den Abbruch. Oberösterreichische Nachrichten, 19. Juli 2010; abgerufen am 20. Juli 2010. Als deren Folge beantragte LASK Linz selbst bei der Bundesliga Stadionverbote für 17 Fans.LASK beantragte 17 Stadionverbote. Oberösterreichische Nachrichten, 20. Juli 2010; abgerufen am 20. Juli 2010. Unerwartet kam auch der klare 4:0-Sieg des Aufsteigers FC Wacker Innsbruck gegen den SK Rapid Wien. Die Innsbrucker, die in den letzten 16 Duellen in Serie gegen den Rekordmeister sieglos blieben, meldeten sich mit diesem Kantersieg erfolgreich in der Bundesliga zurück. Auch in Innsbruck kam es nach Spielschluss noch im Tivoli-Stadion zu Ausschreitungen beider Fangruppen und zu Verhaftungen.Fan-Ausschreitungen nach dem Wacker-Spiel. ORF, 18. Juli 2010; abgerufen am 20. Juli 2010.

Abschlusstabelle

(M) Österreichischer Meister 2009/10 (C) ÖFB-Cup-Sieger 2009/10 (N) Aufsteiger der Saison 2009/10

Kreuztabelle

Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der mittleren Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe. Die Ergebnisse sind immer aus Sicht der Heimmannschaft angegeben.

Stand: 36. Runde (25. Mai 2011)

Hinrunde (Runden 1–18) 2010/11 Rückrunde (Runden 19–36) 22px|Austria Wien 24px|Sturm Graz 24px|SC Magna Wiener Neustadt 24px|SV Mattersburg 22px|SV Ried 22px|FC Wacker Innsbruck Verein 22px|Austria Wien 24px|Sturm Graz 24px|SC Magna Wiener Neustadt 24px|SV Mattersburg 22px|SV Ried 22px|FC Wacker Innsbruck 1:1 1:1 2:0 4:2 1:0 0:0 1:0 0:2 4:0 Red Bull Salzburg 1:1 1:1 2:1 4:0 2:0 0:1 2:2 4:2 2:3 0:0 0:1 2:3 1:1 2:0 4:1 0:1 5:1 0:3 FK Austria Wien 2:4 0:1 2:2 4:0 0:1 5:0 1:0 2:0 1:0 2:1 0:1 3:1 1:2 2:0 5:0 3:0 3:2 1:1 SK Rapid Wien 1:2 0:3* 0:2 4:1 0:0 0:0 2:0 2:0 3:3 0:0 0:2 0:2 4:2 2:0 5:0 0:1 2:0 2:0 SK Sturm Graz 0:3 1:1 3:3 1:0 4:0 1:1 1:0 2:0 2:1 1:0 0:0 1:1 0:3 1:0 5:0 0:5 3:0 1:0 SC Magna Wiener Neustadt 1:0 4:2 2:0 1:2 2:1 0:0 0:2 1:1 2:2 1:0 0:3 2:2 1:1 0:3 3:3 1:4 0:1 0:2 SV Mattersburg 0:1 1:2 1:0 1:1 1:1 1:1 2:2 1:1 2:1 1:2 3:4 1:0 0:4 2:1 0:1 0:3 0:1 0:0 LASK Linz 1:1 0:4 1:2 0:2 2:3 0:1 1:1 0:3 0:1 1:2 2:1 3:1 0:3 2:0 1:3 1:0 1:0 1:0 SV Ried 2:2 1:1 2:1 0:0 1:0 1:1 2:0 2:0 2:2 0:0 1:1 0:0 0:4 1:2 3:1 4:1 3:3 2:4 Kapfenberger SV 0:1 3:3 1:1 0:5 0:1 2:1 2:2 2:1 0:0 0:1 0:1 4:0 2:2 0:0 2:1 2:0 1:0 1:3 FC Wacker Innsbruck 1:1 0:3 0:3 1:0 1:0 2:0 1:0 1:1 1:1 * = Das Wiener Derby am 22. Mai 2011 SK Rapid Wien gegen FK Austria Wien im Gerhard-Hanappi-Stadion wurde nach 26 Spielminuten beim Stand von 2:0 für Austria Wien wegen eines Platzsturms mehrerer hundert Fans des SK Rapid Wien zunächst unterbrochen und schließlich, da die Sicherheit für Spieler und Zuschauer nicht gewährleistet werden konnte, abgebrochen. Der Strafsenat I der Bundesliga entschied am 23. Mai 2011 für eine 3:0-Strafverifizierung zugunsten von Austria Wien.

Torschützenliste

Endstand vom 25. Mai

Rang Tore Name Land Verein 1 21 Roland Linz1) FK Austria Wien 2 19 Roman Kienast SK Sturm Graz 3 18 Hamdi Salihi SK Rapid Wien 18 Roman Wallner FC Red Bull Salzburg 5 14 Deni Alar Kapfenberger SV 14 Patrick Bürger SV Mattersburg 7 11 Hannes Aigner SC Magna Wiener Neustadt 8 10 Marcel Schreter FC Wacker Innsbruck 10 Alan FC Red Bull Salzburg 10 9 Zlatko Junuzović1) FK Austria Wien 9 Guillem Martí Misut SV Ried 9 Imre Szabics SK Sturm Graz 9 Samir Muratović SK Sturm Graz 1) Roland Linz und Zlatko Junuzović erzielten beim Spiel SK Rapid Wien gegen FK Austria Wien (35. Runde), das nach 26 Minuten beim Stand von 0:2 abgebrochen wurde, jeweils ein Tor. Diese Tore werden gemäß Entscheidung der Bundesliga trotz des Spielabbruchs offiziell gewertet.

siehe auch Liste der besten Torschützen Österreichs

Spielorte, Spielstätten und Zuschauer Stand: 36. Runde (25. Mai 2011)Besucherzahlen Bundesliga laut transfermarkt.at

Stadt Einwohner Verein Stadion Kapazität Gesamt Schnitt ± zu 2009/10 Graz 257.328 SK Sturm Graz UPC-Arena 15.323 218.067 12.115 Innsbruck 119.249 FC Wacker Innsbruck (Aufsteiger) Tivoli-Neu 16.008 190.160 10.564 +53,50 % Kapfenberg 21.812 Kapfenberger SV Franz-Fekete-Stadion 12.000 60.165 3.343 Linz 189.311 LASK Linz Linzer Stadion 18.000 108.343 6.019 −35,06 % Mattersburg 6.954 SV Mattersburg Pappelstadion 15.100 70.050 3.892 −39,98 % Ried im Innkreis 11.409 SV Ried Keine Sorgen Arena 7.500 106.200 5.900 +13,46 % Salzburg 147.571 FC Red Bull Salzburg Red Bull Arena 31.000 176.250 9.792 −26,01 % Wien 1.713.957 FK Austria Wien Generali Arena 13.135 171.010 9.501 Wien 1.713.957 SK Rapid Wien Gerhard-Hanappi-Stadion 17.500 287.200 15.956 Wiener Neustadt 40.708 SC Magna Wiener Neustadt Wiener Neustädter Stadion 7.036 65.525 3.640

Die Meistermannschaft des SK Sturm Graz

100px Torhüter: Christian Gratzei (26 Spiele / 2340 Minuten / 0 Tore), Silvije Čavlina (10/900/0); Verteidiger: Gordon Schildenfeld (36/3206/2), Joachim Standfest (32/2874/1), Timo Perthel (20/1739/0), Thomas Burgstaller (20/1607/1), Dominic Pürcher (19/1356/0), Ferdinand Feldhofer (18/1552/1), Martin Ehrenreich (17/570/0);