mini|Crocinus: Inneres des Bautzener Petridoms. Öl auf Kupfer, um 1641 Matthäus Crocinus (* 1580 in Schlan; † 4. Januar 1654 in Budissin) war ein deutscher Maler.

Leben Der aus Böhmen stammende Maler Matthäus Crocinus gehörte zu den zahlreichen Exulanten, die das Vaterland wegen der religiösen Verhältnisse verließen und sich eine neue Heimat suchten.Nach einer Bemerkung in den Ratsrechnungen von 1641; Paul Bruger: Michael Sporer, Mattheus Crocinus, Sigismund Heinrich Kauderbach und andere Bautzener Maler bis zum Ausgange des 17. Jahrhunderts. In: Bautzener Geschichtshefte 1, 1915, S. 44. Seit 1637 lebte und arbeitete der Künstler in Budissin in Ostsachsen. Da der Lebensunterhalt mit Auftragsarbeiten für den Rat der Stadt nicht bestritten werden konnte, erwarb Crocinus einen Bierhof in der Kesselgasse und erlangte somit das Recht des Bierbrauens.Johann Zeißig (Ehegatte der ältesten Tochter Dorothea) folgte als Besitzer des Bierhofes, der diesen dann 1674 an den Sohn Georg vererbte. Das Haus wurde beim Stadtbrand 1686 vernichtet. Paul Bruger: Michael Sporer, Mattheus Crocinus, Sigismund Heinrich Kauderbach und andere Bautzener Maler bis zum Ausgange des 17. Jahrhunderts. In: Bautzener Geschichtshefte 1, 1915, S. 44 Fußnote 43. __NOTOC__ Seine Biografie lässt sich im Wesentlichen dem auf dem Taucherfriedhof befindlichen Grabstein entnehmen:

mini|Grabstein mit dem Wappen des Malers auf dem Taucherfriedhof in Bautzen

Hier gibt es aber Unstimmigkeiten mit den Angaben im KirchenbuchPaul Bruger: Michael Sporer, Mattheus Crocinus, Sigismund Heinrich Kauderbach und andere Bautzener Maler bis zum Ausgange des 17. Jahrhunderts. In: Bautzener Geschichtshefte 1, 1915, S. 44 f.. Im Kirchenbuch heißt es, Crocinus begrub seine Frau am 23. November 1653 auf dem Taucherfriedhof, knapp sechs Wochen später, am 4. Januar 1654, wurde der Maler an ihrer Seite zur ewigen Ruhe gelegt. Beide Quellen vermelden übereinstimmend „im Alter von 73 Jahren“, somit dürfte die Angabe des Geburtsjahres 1583 und das Sterbedatum 22. Februar 1653 auf dem Grabstein genauso ein Irrtum sein wie die Eheschließung 1613. Demnach wären 1653 erst 40 Ehejahre vergangen, folglich käme eher 1603 in Betracht, was angesichts der Geburt der ersten Tochter Dorothea im Jahr 1604 auch naheliegender ist.Johann Christoph Wagner: Budißinische Grab- und Gedächtnis-Mahle. Richter, Budißin 1697, S. 61 Nr. 103 (Digitalisat).

Matthäus Crocinus hat anders als seine Berufsgenossen in Budissin nur als Kunstmaler gewirkt, andere Arbeiten wie z. B. Anstrich- oder Vergoldungserneuerungen lassen sich von ihm nicht nachweisen. Sein Sohn Augustinus Crocinus führte die Werkstatt des Vaters bis 1671 fort. In den Ratsrechnungen finden sich gewöhnliche Malerarbeiten, Gemälde von ihm sind nicht bekannt.Paul Bruger: Michael Sporer, Mattheus Crocinus, Sigismund Heinrich Kauderbach und andere Bautzener Maler bis zum Ausgange des 17. Jahrhunderts. In: Bautzener Geschichtshefte 1, 1915, S. 50 ff.

Werke (Auswahl) Porträt Kurfürst Johann Georg I., 1637, Öl auf Leinwand, 102 × 126 cm (C. Gurlitt, S. 345) Ansicht der Stadt Bautzen vor dem Stadtbrand 1620, 1637/38, Öl auf Leinwand, 390 × 144 cm Bautzener Stadtbrand 1634, 1637/38, Öl auf Leinwand, 44 × 140 cm Innenansicht des St. Petridoms, 1641, Öl auf Kupfer, 58 × 51,5 cm (C. Gurlitt, S. 20) Ecce Homo, 1641, Öl auf Leinwand, 90 × 137 cm (C. Gurlitt, S. 19) 6 Bautzener Bürgermeisterbilder, 1644/45, Öl auf Kupfer (C. Gurlitt, S. 347–350)

Literatur Johann Christoph Wagner: Budißinische Grab- und Gedächtnis-Mahle. Richter, Budißin 1697 (Digitalisat). Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen. Bd. 33: Bautzen-Stadt, Dresden 1909 (Digitalisat).

Paul Bruger: Michael Sporer, Mattheus Crocinus, Sigismund Heinrich Kauderbach und andere Bautzener Maler bis zum Ausgange des 17. Jahrhunderts. In: Bautzener Geschichtshefte 1, Bautzen: Weller, 1915, S. 28–63, hier 43–50. Aus dem Leben eines Malers. Matthäus Crocinus (1580–04.01.1654). In: Kai Wenzel, Heinz Henke, Christoph Kretschmer: 500 Jahre Taucherfriedhof Bautzen. mitteldeutscher verlag, Halle/Saale 2023 (Schriftenreihe des Archivverbundes; 5), ISBN 978-3-96311-605-6, S. 102.

Weblinks

Einzelnachweise

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