Die Häublinge (Galerina) sind eine Pilzgattung aus der Familie Hymenogastraceae und zählen zu den sogenannten Little brown mushrooms.

Die Typusart ist der Veränderliche Moos-Häubling (Galerina vittiformis).

Merkmale Makroskopische Merkmale Die Fruchtkörper sind klein bis mittelgroß und ocker-, gelb- oder rostbraun gefärbt. Der Hut ist häutig-dünnfleischig und meist kegelig-glockig geformt. Seltener ist er halbkugelig bis konvex gewölbt ausgebildet. Darüber hinaus ist der Hut hygrophan, und sein Rand oft bis zur Mitte durchscheinend gestreift bis gerieft.

Die Lamellen sind breit angewachsen, angeheftet bis kurz herablaufend. Der zylindrische Stiel ist faserig oder bereift und kann auch faseriges Velum oder einen häutigen Ring besitzen. Das Sporenpulver ist gelb bis rostbraun gefärbt.

Mikroskopische Merkmale Die Huthaut besteht aus mehr oder weniger radial angeordneten, liegenden Hyphen und weist keine rundlichen Elemente auf. Die Lamellentrama ist regulär bis subregulär ausgebildet. Die Cheilozystiden sind immer, Pleurozystiden häufig vorhanden; mitunter lassen sich auch Kaulozystiden finden.

Die Sporen sind recht groß sowie mandelförmig-ellipsoid geformt. Die Oberfläche ist glatt bis feinwarzig und besitzt oft einen gut kenntlichen Plage-Bereich. Die Sporen besitzen keinen Keimporus, sind cyanophil und dextrinoid. Einige Arten weisen einen Kallus oder eine überstehende Sporenwand (kalyptrat) auf.

Gattungsabgrenzung Stockschwämmchen (Kuehneromyces) besitzen glatte Sporen mit Keimporus und keinen Plage-Bereich. Braunhäublinge (Phaeogalera) besitzen keine Pleurozystiden, haben tabakbraunes Sporenpulver und nicht dextrinoide Sporen mit Keimporus.

Arten Weltweit werden für die Gattung über 100 Arten angegeben. Aus Mitteleuropa sind mehr als 50 Arten der Häublinge bekannt.

Häublinge (Galerina) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat   Galerina albotomentosa Gelbblättriger Häubling Galerina allospora Flaschenzystiden-Häubling Galerina ampullaceocystis   Galerina annulata Graufüßiger Häubling Galerina arctica Atkinsons Häubling Galerina atkinsoniana   Galerina atkinsoniana var. atkinsoniana   Galerina atkinsoniana var. quadrispora Überhäuteter Gift-Häubling Galerina autumnalis Braunfüßiger Häubling Galerina badipes   Galerina beatricis Seggen-Häubling Galerina beinrothii   Galerina bresadolana Kalyptratsporiger Moos-Häubling Galerina calyptrata Kleinsporiger Häubling Galerina camerina Kohlen-Häubling Galerina carbonicola Kaulozystiden-Häubling Galerina caulocystidiata   Galerina cephalotricha Wachsgelber Häubling Galerina cerina Schokoladenbrauner Häubling Galerina chionophila Gürtel-Häubling Galerina cinctula Entferntblättriger Moos-Häubling Galerina clavata   Galerina clavuligera Schnitzlings-Häubling Galerina clavus Täuschender Häubling Galerina fallax Mehl-Häubling Galerina farinacea   Galerina fennica Buckel-Häubling Galerina gibbosa Rasen-Häubling Galerina graminea Lebermoos-Häubling Galerina harrisonii Schilf-Häubling Galerina heimansii Großsporiger Häubling Galerina heterocystis   Galerina hybrida Moos-Häubling Galerina hypnorum Beringter Häubling Galerina jaapii   Galerina karstenii Erlenblatt-Häubling Galerina lacustris   Galerina leptocastis Kompakter Häubling Galerina lubrica Gift-Häubling Galerina marginata Südlicher Häubling Galerina meridionalis Erd-Häubling Galerina minima Braungeriefter Häubling Galerina mniophila Winziger Häubling Galerina nana Buckel-Häubling Galerina norvegica Blasser Häubling Galerina pallida   Galerina palludinella Weißflockiggesäumter Häubling Galerina paludosa Dattelbrauner Häubling Galerina perplexa Bereiftstieliger Häubling Galerina pruinatipes Früher Häubling Galerina pseudocerina   Galerina pseudomniophila Breitsporiger Häubling Galerina pseudomycenopsis Glockiger Häubling Galerina pumila   Galerina robertii Sahlers Moos-Häubling Galerina sahleri Weiden-Häubling Galerina salicicola Glimmerstieliger Häubling Galerina sideroides Helmlingsartiger Häubling Galerina similis Torfmoos-Häubling Galerina sphagnicola Sumpf-Häubling Galerina sphagnorum   Galerina steglichii   Galerina stylifera   Galerina subarctica Dunkelbraunfüßiger Häubling Galerina subbadipes Zweisporiger Moos-Häubling Galerina subclavata   Galerina subexcentrica Bereifter Häubling Galerina tibiicystis Kastanienbrauner Häubling Galerina triscopa Flachhütiger Moos-Häubling Galerina uncialis Klebriger Gras-Häubling Galerina unicolor Veränderlicher Moos-Häubling Galerina vittifomis = Galerina rubiginosa

Ökologie Die meisten Arten leben als Saprobiont im Boden. Viele Vertreter leben auch an lebenden Moosen. Möglicherweise gehen sie eine Lebensgemeinschaft mit diesen ein. Zahlreiche Arten ernähren sich von Holz und Pflanzenresten. Häublinge lassen sich in Wäldern, auf Wiesen, in Mooren und Heiden antreffen.

Bedeutung Für Speisezwecke ist Galerina meist nicht ergiebig. Bezüglich Giftigkeit liegen über die meisten Arten keine Informationen vor. Einige Arten sind stark giftig. Einer Studie zufolge ist Galerina sulciceps giftiger als der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides).

Einzelnachweise Achim Bollmann, Andreas Gminder, Peter Reil: Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze, 4. Auflage. Gattungs-CD. Schwarzwälder Pilzlehrschau, Hornberg. 2007.

J. Klán: A review of mushrooms containing amanitins and phalloidines. Časopis Lékařů Českých 132 (15), 1993, S. 449–451. PMID 8370054. German Josef Krieglsteiner, Andreas Gminder (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 5: Ständerpilze. Blätterpilze III. Ulmer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8001-3572-1, S. 311.

Weblinks

Kategorie:Champignonartige