Kreator ist eine deutsche Thrash-Metal-Band, die 1982 als Tyrant in Essen gegründet wurde, benannt nach einem Song auf dem Album Sad Wings of Destiny von Judas Priest.Podcast "Der Soundtrack meines Lebens": Folge 24 (Staffel 3) mit Mille Petrozza Interview mit Kreator-Gründer Mille Petrozza von Redakteur Jan Schwarzkamp auf www.visions.de (Visions), 15. Juni 2022 Die Band ist eine der bekanntesten und ältesten deutschen Bands in diesem Genre. Zusammen mit den Bands Destruction und Sodom bilden Kreator das so genannte Dreigestirn des deutschen Thrash Metal. Bis heute hat die Band weltweit über zwei Millionen Alben verkauft. Der Name leitet sich vom Lateinischen creator (‚Schöpfer‘) ab, Miland „Mille“ Petrozzas Geschichtslehrer erzählte diesem jedoch nach der Veröffentlichung der Debüt-LP, der Name stamme von einem nordischen Waldtroll aus der Edda.Volkmar Weber: Kreator. In: Slayer, Nr. 20, Blood Fire Death, 2010, S. 36. Darauf ist zurückzuführen, dass Petrozza den Namen der Band auf einen Dämon der deutschen Mythologie bezog,„Kreator er en demon i den gamle Tyske myten.“ Thomas Schumacher, Metalion: Kreator. In: Slayer, vol. 3/4, 1986, S. 6. Zitiert nach: Jon Kristiansen: Slayer. N° 1 à 5. Camion Blanc, Rosières en Haye 2009, S. 144. bis er Jahre später die Edda las und darin keine Gestalt namens Kreator entdeckte.

In den 1980er Jahren trug sie zur Verbreitung dieser Stilrichtung in Deutschland bei und gelangte auch im Ausland zu Popularität in der Szene. Die 1990er Jahre waren von zahlreichen musikalischen Experimenten geprägt, die bei den Fans nicht immer auf Gegenliebe stießen. Im neuen Jahrtausend kehrte die Band zu ihren musikalischen Wurzeln zurück.

Seit vielen Jahren befindet sich der Bandproberaum von Kreator im Keller des Kulturzentrums Zeche Carl in Essen, ein beliebter Treffpunkt von Band-Gründer Mille Petrozza seit den Jugendtagen in den frühen 1980er Jahren. Außerdem dient der Proberaum der Band als Tonstudio und Lager.Podcast "Der Soundtrack meines Lebens": Folge 24 (Staffel 3) mit Mille Petrozza Interview mit Kreator-Gründer Mille Petrozza von Redakteur Jan Schwarzkamp auf www.visions.de (Visions), 15. Juni 2022Thrash, Altenessen – Ein Film aus dem Ruhrgebiet Dokumentarfilm (89 Min.) über die Hard'n'Heavy-Szene in der Stadt Essen um die Thrash-Metal-Band Kreator, 1989. Regie: Thomas Schadt. Sprecher: Christian Brückner. TV-Erstausstrahlung: 17. April 1990 in der ARD. Eine Produktion von Odyssee-Film im Auftrag von SWF. Ab Minute 54:22 sieht man Kreator in ihrem Proberaum im Untergeschoss des Kulturzentrums Zeche Carl.

Geschichte Die 1980er Jahre

Die Wurzeln der Band gehen auf eine 1982 unter dem Namen Tyrant gegründete Schülerband zurück, zu deren Besetzung der Sänger und Gitarrist Miland „Mille“ Petrozza, der Bassist Rob Fioretti und der Schlagzeuger Jürgen „Ventor“ Reil gehörten.biography. Im Jahr 1983 wurde unter dem Bandnamen Tormentor das erste Demo Blitzkrieg veröffentlicht. Dieses und das zweite Demo End of the World brachten der Band einen Plattenvertrag bei dem deutschen Independent-Label Noise Records ein. Wenig später änderte die Band ihren Namen zu Kreator.Biografie. laut.de Drei der vier Stücke von End of the World wurden für das 1985 veröffentlichte Debütalbum Endless Pain neu aufgenommen. Aufgenommen wurde das Album in zehn Tagen.

Aufgrund der unerwartet guten Verkaufszahlen des Debüts spielte die Band auf Drängen ihrer Plattenfirma in nur zwei Monaten das zweite Album Pleasure to Kill ein. Mit Jörg Trzebiatowski präsentierte die Band einen neuen Gitarristen, mit dem sie erstmals auf Tournee gingen. Begleitet wurde die Band von Destruction und Rage.Rock Hard Enzyklopädie. S. 200. Außerdem begaben sich Kreator nach Veröffentlichung des zweiten Albums Pleasure to Kill von 1986 auf Initiative von Plattenfirmenchef Karl-Ulrich Walterbach von Noise Records zusammen mit Voivod erstmals auf Clubtour durch die Vereinigten Staaten.Podcast "Der Soundtrack meines Lebens": Folge 24 (Staffel 3) mit Mille Petrozza Interview mit Kreator-Gründer Mille Petrozza von Redakteur Jan Schwarzkamp auf www.visions.de (Visions), 15. Juni 2022 Am Ende des Jahres erschien die EP Flag of Hate.

Mit ihrem 1987 veröffentlichten dritten Album Terrible Certainty fanden Kreator zu ihrem eigenen Stil und die Popularität der Band wuchs weiter. Kreator spielten mit Celtic Frost in Europa und mit D.R.I. in Nordamerika. 1988 unterzeichneten Kreator einen Vertrag mit dem Major-Label Epic Records, das sich fortan um den Vertrieb in Nordamerika kümmerte. Ein Jahr später wurde Extreme Aggression veröffentlicht. Das Album wurde zunächst in Berlin unter der Regie von Randy Burns (u. a. Megadeth) eingespielt. Aufgrund diverser Schwierigkeiten wurde es aber in Los Angeles vollendet. Das Musikvideo für das Lied Betrayer, das an der Akropolis in Athen aufgenommen wurde, erhielt viel Airplay bei Headbangers Ball. Jörg Trzebiatowski verließ nach der Europatournee mit Raven die Band und wurde durch den ehemaligen Sodom-Gitarristen Frank „Blackfire“ Gosdzik ersetzt. Es folgte die erste Headlinertournee durch Nordamerika mit den Suicidal Tendencies. Im selben Jahr drehte der Regisseur Thomas Schadt den Dokumentarfilm Thrash Altenessen, der seinen Fokus auf die sozialen Aspekte des Thrash Metal legt. Interview mit Kreator-Bandchef Mille Petrozza von Moderator Jan Müller auf der Homepage des Podcast-Labels Viertausendhertz GmbH (Berlin), Titel der Folge: Ich habe keinen Bock auf Parolen, 18. November 2019. Ab Stunde 1:12:40 diskutieren Moderator Jan Müller und Metal-Musiker Mille Petrozza kontrovers über den Dokumentarfilm Thrash, Altenessen.

Die 1990er Jahre

1990 spielten sie mit Sabbat, Coroner und Tankard auf dem Noise-Festival, dem ersten Metal-Festival in der DDR mit Bands aus nichtsozialistischen Ländern. Auf dem von mehr als 7000 Fans besuchten Festival wurde das Video Extreme Aggression Tour 1989/1990 aufgenommen. Später wurde das Video unter dem Titel At the Pulse of Kapitulation auf DVD veröffentlicht. Noise Records schickte die Band schnell wieder ins Studio, um ein neues Album aufzunehmen. Das Ergebnis hieß Coma of Souls und erschien im Oktober 1990. Stilistisch unterscheidet sich das Werk nur wenig von seinem Vorgänger und war durch den Hit People of the Lie auch ähnlich erfolgreich. Erstmals spielten Kreator Konzerte in Südamerika.

Anfang der 1990er Jahre befand sich die Thrash-Metal-Szene in einem Umbruch. Während Bands wie Metallica, Megadeth oder Anthrax in eine kommerziellere Richtung tendierten, experimentierten Kreator mit Elementen des Hardcore und des Industrial Metals. Das Album Renewal aus dem Jahre 1992, das von Tom Morris (u. a. Sepultura) produziert wurde, stieß nur auf geringe Akzeptanz von Seiten der Fans,Kreator/Renewal. Powermetal.de obwohl die Kritiken zwar unterschiedlich, aber insgesamt relativ positiv ausfielen.Holger Stratmann: Kreator. Renewal. In: Rock Hard, Nr. 66. Für das Titellied drehte die Band in Israel ein Musikvideo. Kreator tourten 1993 mit Biohazard durch Nordamerika und Europa. Danach legten sie eine Pause ein.

In der Zwischenzeit wechselte die Band von Noise zum Label Gun Records. Der Vertrag mit Epic Records wurde nicht verlängert. Jürgen Reil und Rob Fioretti verließen die Band und wurden durch Christian „Speesy“ Giesler (Bass) und Joe Cangelosi (Schlagzeug, ex-Whiplash) ersetzt. Mit Cause for Conflict veröffentlichte die Band 1995 ein relativ modernes Album, auf dem Einflüsse von Pantera oder Machine Head hörbar sind. metal-observer.com Beim 1997 erschienenen achten Studioalbum Outcast, auf dem erstmals der ehemalige Coroner-Gitarrist Tommy Vetterli und Rückkehrer Reil zu hören sind, gingen die Meinungen der Presse und der Fans weit auseinander. Kreator gingen mit Dimmu Borgir, Krisiun und Richthofen auf Europatournee. In der Zwischenzeit veröffentlichte Noise Records mit Scenarios of Violence ein Best-of-Album.

Das 1999 veröffentlichte Album Endorama war das experimentellste Werk der Bandgeschichte. Das Tempo wurde gedrosselt, die Band näherte sich stilistisch ein wenig dem Symphonic Metal. Beim Titellied ist der Lacrimosa-Sänger Tilo Wolff zu hören. Trotz guter KritikenBoris Kaiser: Kreator. Endorama. In: Rock Hard, Nr. 142.Kreator – Endorama. kam auch das Album bei den Fans nicht gut an. Die Band war an einem Tiefpunkt angelangt, auch wenn Sänger Mille Petrozza sich nur wenig beeindruckt zeigte:

Ende der 1990er Jahre erschienen mit Voices of Transgressions und Past Life Trauma zwei weitere Kompilationen.

Die 2000er Jahre

mini|Auftritt in Krakau am 18. Februar 2009 Kreator unterzeichneten einen neuen Vertrag mit SPV. Gleichzeitig trennte sich die Band von Tommy Vetterli und holte den ehemaligen Waltari-Gitarristen Sami Yli-Sirniö als Ersatz. Musikalisch kehrten Kreator mit ihrem zehnten Studioalbum Violent Revolution zu ihren musikalischen Wurzeln zurück, fügten allerdings Elemente des Melodic Death Metals hinzu. Mit glänzenden Kritiken im Rücken konnten sich Kreator wieder im Kreis der führenden Thrash-Metal-Bands etablieren. Nach einer Tour mit Cannibal Corpse folgte im Herbst 2001 unter dem Motto „Hell comes to your town Part 2“ eine Tournee mit Destruction und Sodom, bei dem die drei Bands auf jedem Konzert in unterschiedlicher Reihenfolge auftraten.

Während der Tourneen wurden viele Konzerte mitgeschnitten und 2003 unter dem Titel Live Kreation als CD bzw. Live Kreation: Revisioned Glory als DVD veröffentlicht. Im selben Jahr trat die Band beim Rock Hard Festival auf und begab sich mit Nile, Vader und Amon Amarth auf eine Nordamerikatournee. Danach kehrte die Band ins Studio zurück, um ihr elftes Album Enemy of God aufzunehmen, das im Januar 2005 erschien. Produziert von Andy Sneap setzte Enemy of God den mit Violent Revolution eingeschlagenen Kurs weiter fort und wurde wie sein Vorgänger mit sehr guten Kritiken bedacht.

In einem Interview erklärte Petrozza, dass der Albumtitel von George W. Bush und Osama bin Laden inspiriert wurde. Petrozza hatte im TV gesehen, wie sich beide gegenseitig als Feind Gottes bezeichnet haben. Kreator gingen mit Dark Tranquillity, Ektomorf und Hatesphere auf Europatournee. Es folgte eine Rundreise durch Nordamerika mit Vader und Pro-Pain, nachdem die eigentlich eingeplanten Death Angel absagen mussten. Am 3. Juni 2005 spielten Kreator als erste ausländische Band bei einem Festival in Casablanca (Marokko). Im Februar 2006 folgte eine weitere US-Tournee mit Napalm Death, Undying und A Perfect Murder. Während des Sommers spielten Kreator auf diversen Festivals in Europa, u. a. dem Summer Breeze.

SPV veröffentlichte im Oktober 2006 die CD/DVD Enemy of God: Revisited, auf der das Album im 5.1-Mix sowie Videoaufnahmen des Auftritts auf dem Wacken Open Air 2005 zu finden sind. 2008 fand ein weiterer Auftritt auf dem Wacken Open Air statt. Im April 2007 wurden das Album Live Kreation wegen der Lieder Extreme Aggressions, Pleasure to Kill, Riot of Violence, Lost, Terror Zone, Awakening of the Gods, Flag of Hate und Tormentor indiziert.https://fragdenstaat.de/anfrage/indizierungsentscheidung-zu-quake-iii-revolution/ Laut Petrozza basierte die Indizierung auf den gewalttätigen Texten, von denen einige „mittlerweile schon 20 Jahre alt“ sind.Mille Petrozza: Eine Lobschrift auf die Hüter der entarteten Kunst. In: Deadline, Ausgabe 2/2008, S. 54–55.

Das folgende Album hieß Hordes of Chaos und erschien am 13. Januar 2009. Die Band wählte mit Moses Schneider absichtlich einen Produzenten, der nicht der Metal-Szene entstammte und eine andere Herangehensweise an den Tag legte. Im November 2010 spielten Kreator während der Thrashfest-Tour gemeinsam mit Exodus, Death Angel und Suicidal Angels. Dort verkündeten sie zudem, dass es 2011 vorerst keine Touren geben wird und kündigten für 2012 ein neues Studioalbum an. mini|Kreator auf dem Rock Hard Festival 2015 mini|Bassist Christian Giesler feierte auf dem Rockharz 2018 seinen Geburtstag.

Die 2010er Jahre