mini|Gottesdienst in der armenisch-evangelischen Märtyrerkirche in Aleppo, 26. Dezember 2017 mini|Weihnachten Dezember 2018 in Damaskus, neben christlichen auch muslimische Passanten mini|Gottesdienst in St.-Ephräm-der-Syrer-Kathedrale, Aleppo 2006 mini|Muttersprache eines Großteils der Christen ist heute Arabisch, das meist auch Gottesdienstsprache ist Das Christentum in Syrien hat eine sehr lange Tradition und ist bereits seit der Entstehungszeit des Christentums im vorderasiatischen Land präsent.Karl Bihlmeyer: Kirchengeschichte. 15. Aufl. Neubesorgt von Hermann Tüchle. Bd. 1: Das christliche Altertum. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1955, S. 68f. Waren um 1900 noch über ein Viertel der Menschen im heutigen Syrien Christen, so lag der Anteil um 2010 mit etwa 1,8 Millionen nur noch bei rund einem Zehntel. Wegen des Bürgerkriegs in Syrien haben rund ein Viertel aller Syrer das Land verlassen, doch sind nach Schätzungen der Kirchen Syriens etwa die Hälfte der Christen oder sogar mehr außer Landes geflohen. Damit ist der Anteil der Christen in Syrien gegenüber den Muslimen noch kleiner geworden.Nicola Mohler: Christen in Syrien – «Wir werden als Verräter dastehen». Die Anzahl der Christen in Syrien hat sich seit dem Ausbruch des Krieges halbiert. SRF, 2. April 2017.

Bis zur Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert war Syrien mehrheitlich christlich.Adolf von Harnack: Die Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei Jahrhunderten. 4., verbesserte und vermehrte Aufl., Hinrichs, Leipzig 1924, S. 660–676. Es ist heute nach Religion und Kultur ein mehrheitlich sunnitisch-muslimisches Land mit alawitischen, christlichen und drusischen Minderheiten. Die große Mehrheit der Christen Syriens spricht als Muttersprache Arabisch und versteht sich als arabische Christen, was besonders für die Kirchen des byzantinischen Ritus, also die Griechisch-Orthodoxen und die melkitischen Katholiken gilt. Die syrischen Christen, die je nach Volksgruppe Aramäer, Assyrer oder Chaldo-Assyrer, zusammengefasst auch Suryoye genannt werden und traditionell Syrisch-Aramäisch sprechen, gehören einer Vielzahl unterschiedlicher Kirchen an.Meyers Großes Länderlexikon. 2004, L, S. 660. Eine weitere Gruppe von Christen sind die Armenier in Syrien, die mehrheitlich der armenisch-apostolischen Kirche angehören, zu kleineren Teilen aber katholisch oder evangelisch sind.

Geschichte mini|Das zerstörte christliche Viertel von Damaskus im Bürgerkrieg im Libanongebirge. Die christliche Gemeinde auf dem Gebiet des heutigen Syrien ist eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt.

Es gibt keine Statistiken über die Zahl der syrischen Christen, die Opfer der arabischen Eroberung wurden. Chālid ibn al-Walīd war ein Anführer, der die Armeen der arabischen Muslime in den Irak und Syrien führte. Er ist auch in islamischen Büchern für Grausamkeit und Brutalität berüchtigt. Unter seinem Befehl erfolgte das Blutfluss-Massaker während der Schlacht von Ullais. In der spätosmanischen Herrschaft mussten die meisten syrischen Christen auswandern, zumeist zwischen den Jahren 1840 und 1845 vor dem Bürgerkrieg im Libanongebirge sowie ab 1914 vor dem Völkermord an den Assyrern durch das Osmanische Reich. Nach Ansicht des Geschichtswissenschaftlers Philip Hitti kamen etwa 900.000 Syrer allein zwischen 1899 und 1919 in den Vereinigten Staaten an (mehr als 90 % von ihnen waren Christen).

Die Vielzahl nebeneinander bestehender christlicher Konfessionen ist für Westeuropäer unübersichtlich und die Folge innerchristlicher Machtkämpfe vom 4. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Nur wenige Abspaltungen waren ethnisch bedingt, die Mehrzahl ergab sich aus komplizierten theologischen Differenzen. Die syrischen Christen gehören allen vier Konfessionsfamilien des Christentums an, wobei das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochien die größte Kirche Syriens bildet:Christoph Leonhardt: Chronos 33 (2016), S. 193–242. „Hauptströmungs“- bzw. Reichskirche Abspaltung Östliches Christentum (Byzantinisch-)Orthodoxe Kirchen („Griechen“), Zentrum: Konstantinopel Altorientalische Kirchen („Miaphysiten“) Kirchen der ostchristlichen Tradition in den Gebieten des früheren Byzantinischen (Oströmischen) Reichs oder den von dort aus christianisierten Ländern Ost- und Südosteuropas, des Nahen Ostens, Nord- und Ostafrikas, in der altkirchlichen Pentarchie die Gebiete der vier östlichen Patriarchate Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem. Westliches Christentum Lateinische Kirche (römisch-katholisch), Zentrum: Rom Protestantische Kirchen (Evangelische, Lutheraner, Reformierte, Anglikaner, u. v. a.) Kirchen westeuropäischer Tradition, die auf dem lateinisch- oder germanischsprachigen Gebiet des ehemaligen Weströmischen Reichs und des Patriarchen („Papst“) von Rom (Patriarchat des Westens) entstanden, das heißt vor allem die römisch-katholische Kirche und die aus ihr hervorgegangenen evangelischen/protestantischen Kirchen der europäischen Reformation. Die seit römischer Zeit „offizielle“ Kirche blieb trotz heftiger Machtkämpfe zwischen den Patriarchen von Rom und Konstantinopel um die geistliche Oberherrschaft der Christenheit bis 1054 vereint. Die heterodoxen Kirchen Syriens wurden während der byzantinischen Herrschaft teilweise verfolgt und erst nach der arabisch-islamischen Eroberung den anderen christlichen Gemeinschaften gleichgestellt.

Hinzu kommen in Syrien vor allem die keiner Konfessionsfamilie zugehörigen, aber kulturell den altorientalischen Kirchen verwandten assyrischen („nestorianischen“) Kirchen.

Die Konfessionsfamilien entstanden durch Abspaltungen von der, Ausschluss aus der und Teilung der „offiziellen“ katholisch-orthodoxen Reichskirche: Bereits 431 wurden beim Konzil von Ephesos die „Nestorianer“ durch die Reichskirche exkommuniziert. Sie vertraten die Ansicht, dass die göttliche und die menschliche Natur Christi zwei weitgehend getrennte Einheiten darstellen und Maria deshalb nicht als Gottesmutter, sondern nur als Mutter des menschlichen Jesus anzusehen sei. Die Nestorianer blieben mit dieser Ansicht -bis heute- in der Christenheit weitgehend allein und wurden anschließend von den staatlichen Autoritäten blutig verfolgt, sie konnten sich aber außerhalb der Reichsgrenzen in Persien und Mittelasien als Assyrische Kirche des Ostens etablieren. Ihr heutiges Verbreitungsgebiet ist der Irak, die südöstliche Türkei, Teile des Iran und eben Syrien. Beim Konzil von Chalcedon 451 wurden die vor allem in den Patriarchaten von Alexandrien (Ägypten) und Antiochien (Syrien) sehr starken Miaphysiten aus der Reichskirche ausgeschlossen, und zwar ungefähr wegen des genauen Gegenteils dessen, wofür 20 Jahre zuvor die Nestorianer gestraft wurden: sie sahen den göttlichen und den menschlichen Christus als nicht trennbare Einheit an, wobei die menschliche Natur hinter die göttliche zurücktritt. Die Reichskirche installierte gegen den Widerstand der Ortsgemeinden konzilstreue Bischöfe und Patriarchen, wodurch es zum ersten Mal zu rivalisierenden Ansprüchen auf die Patriarchenthrone von Antiochien und Alexandrien kam, da die unterlegenen miaphysitischen („altorientalischen“) Strömungen weiterbestanden. Bis heute gehören u. a. die koptische (ägyptische), äthiopische, eritreische, syrische, indische und armenische Kirche zu dieser Konfessionsfamilie. Weniger um theologische Differenzen, sondern mehr um den Anspruch um die Führung der Weltkirche ging es 1054 beim Auseinanderbrechen der Reichskirche in eine lateinisch-römisch und eine griechisch-byzantinisch dominierte Hälfte, dem (von Rom aus betrachtet) „Morgenländischen“ Schisma. Dieses nahm Rom zum Anlass, die vier östlichen Patriarchenthrone durch eigene, Rom als Oberherrn anerkennende, „lateinische“ Patriarchen zu besetzen. Da Rom in den meisten dieser Gebiete keinerlei politische Macht besaß, konnten diese Amtsträger Rom selten verlassen und residierten dort als weitgehend beschäftigungslose Titularbischöfe. Während der Kreuzzüge kam es allerdings vorübergehend zu umfangreichen Eroberungen orthodoxen Gebiets und zur tatsächlichen Machtübernahme der lateinischen Patriarchen, die mit dem Untergang der Kreuzfahrerstaaten aber wieder endete. Umfangreiche theologische und politische Kritik an der römischen Kirche führte im 15./16. Jahrhundert in Mittel- und Nordeuropa zur Spaltung der westlichen Christenheit durch die Reformation, aus der zahlreiche meist dezentral organisierte lutherische, calvinistische, anglikanische und sonstige Kirchen hervorgingen.

Zu weiterer Zersplitterung im Bereich der byzantinisch-orthodoxen und der altorientalischen Kirchen führte ab der frühen Neuzeit die Politik der römisch-katholischen Kirche, parallel zu den einheimischen Kirchen (und ihren eigenen, meist wenig erfolgreichen, westchristlich-lateinischen Bistümern vor Ort) „katholische“ Kirchen einzurichten, die heute so genannten Rom-unierten Kirchen. Diese unterscheiden sich von ihren gleichnamigen selbständigen Ursprungskirchen praktisch nur in der Tatsache, dass sie den Bischof von Rom als Oberhaupt der gesamten Christenheit anerkennen.

Diese Spaltungspolitik wurde im gesamten ostchristlichen Raum durchgeführt und eben auch im Bereich der heute in Syrien vertretenen Kirchen.

Konfessionen In Syrien sind vor allem die verschiedenen das altkirchliche Patriarchat von Antiochien beanspruchenden Kirchen bzw. deren Abspaltungen vertreten. Durch die Einflussnahme Roms sind praktisch alle Kirchen in einen eigenständigen und einen rom-unierten Zweig gespalten.