mini|Der hölzerne Ziehbrunnen in der Dorfmitte

Auerbach (, fränkisch: Aura-baE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 42. Dort folgendermaßen transkribiert: „aurəba“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Colmberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Auerbach hat eine Fläche von 5,349 km². Sie ist in 582 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10654,60 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Meuchlein.

Geografie Südwestlich des Pfarrdorfs erhebt sich der Spielberg () und 0,7 km nordwestlich der Bromberg. 0,8 km westlich liegt das Lohholz, 0,7 km südwestlich das Löhle und das Hirschholz. Beim Spielberg befindet sich eine ehemalige Mergelgrube, die als Geotop ausgezeichnet und als Naturdenkmal geschützt ist.

Die Kreisstraße AN 20 führt zur Staatsstraßen 2245 bei Bauzenweiler (1,1 km südwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2250 (2,2 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Mittelramstadt (1,6 km südöstlich) und nach Oberramstadt (1,4 km östlich) jeweils zur AN 23.

Geschichte Der Ort wurde erstmals in einer Wildbannurkunde von Kaiser Otto III. für den Bischof Heinrich von Würzburg, ausgestellt am 1. Mai 1000, als „Urbruch“ genannt und als siebzehnter Grenzpunkt benannt.http://www.regesta-imperii.de/regesten/2-3-0-otto-iii/nr/1000-05-01_1_0_2_3_0_1111_1360.html (MGD O III. Nr. 358) Urkunde vom 1. Mai 1000 Bild mit Übersetzung Aus dem Ortsnamen kann geschlossen werden, dass es zur damaligen Zeit ein sumpfiges Gelände gab, in dem sich Auerochsen aufhielten.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 42 f.

Im Jahre 1291 vermachte Berthold von Vendebach seine Güter testamentarisch dem Kloster Heilsbronn, das in der Folgezeit noch zwei weitere Anwesen erwarb.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 323 f. Der Ort unterstand den Herren von Esel, denen auch die Burg Auerbach gehörte, die jedoch mittlerweile bis auf Reste des Burgstalls verfallen ist. Später waren die Herren von Haldermannstetten in Auerbach begütert, die dem markgräflichen Lehensverband unterstanden.

Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Auerbach 14 Mannschaften verzeichnet. 3 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 2 Anwesen dem Klosterverwalteramt Heilsbronn und 9 Anwesen Christoph Sebastian von Jaxtheim. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 5r. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 703. 1610 ging der Jaxtheimische Besitz an die Freiherrn von Eyb über, wie auch aus dem 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 hervorgeht.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 5. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 706.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Auerbach 16 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Vogtamt Colmberg aus. Grundherren waren das Kastenamt Colmberg (2 Köblergüter, 1 Tafernwirtschaft, 1 Leerhaus), brandenburg-bayreuthischen Kastenamt Neuhof (1 Halbhof, 1 Köblergut) und das Rittergut Eyerlohe der Herren von Eyb (1 Hof, 9 Köblergüter). Neben den Anwesen gab es noch kirchliche Gebäude (Pfarrwiddum, Pfarrkirche) und kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 834. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.

1806 kam Auerbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Auerbach gebildet, zu dem Bauzenweiler, Kressenhof, Meuchlein und Oberramstadt gehörten. Die Ruralgemeinde Auerbach entstand 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden elf Anwesen von 1822 bis 1836 dem Patrimonialgericht Eyerlohe-Frohnhof.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 971 und 977. Ab 1862 gehörte Auerbach zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, seit 1880 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig. Die Finanzverwaltung ging 1880 an das Rentamt Ansbach über (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 977. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,057 km².

Am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Auerbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Auerbach und Meuchlein wurden nach Colmberg eingemeindet, Bauzenweiler, Kressenhof und Oberramstadt nach Leutershausen.

Bau- und Bodendenkmäler In Auerbach gibt es sechs Baudenkmäler und ein Bodendenkmal: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria Haus Nr. 1: Pfarrhaus und Pfarrscheune und Gartenmauer Haus Nr. 2: Scheune Haus Nr. 14: ehemalige Zehntscheune Haus Nr. 16: Lehrer- und Mesnerhaus Ziehbrunnen Burgstall der Burg Auerbach

Einwohnerentwicklung Gemeinde Auerbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 305 332 329 329 344 342 330 336 342 357 343 339 326 332 330 339 335 329 303 445 418 363 300 328HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. In den Jahren 1807 und 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 69 69 68 73 71 72 68 65 68 Quelle Für die Gemeinde Auerbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bauzenweiler (S. 8), Kressenhof (S. 50), Meuchlein (S. 58) und Oberramstadt (S. 68). Für Bauzenweiler, Kressenhof und Oberramstadt: S. 170.

Ort Auerbach Jahr 1807 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2020Einwohner 92 92 106 103 107 117 110 103 158 107 88 104 117 112Häuser 20 21 23 22 22 22 21 25 32 Quelle K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, S. 110. (Abgerufen am 5. September 2011). Die Einwohnerzahlen berufen sich im Abgleich mit der amtlichen Statistik vermutlich auf einen Einwohnerstand zwischen 2007 und 2008.

Wappen Von 1952 bis zur Auflösung führte die Gemeinde Auerbach ein eigenes Wappen. Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber über drei senkrecht gestellten blauen Rauten ein rotgefütterter, hermelinbesetzter Markgrafenhut.

Der Markgrafenhut ist aus geschichtlichen und heraldischen Gründen in der bis 1712 nachweisbaren älteren Form mit dem bekrönenden Hermelinschwänzchen dargestellt. Die drei Rauten bekunden die Zugehörigkeit Auerbachs zu Bayern seit 1806.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Maria. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Colmberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1000 Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach