Die 2 (Originaltitel: The Persuaders!) ist eine britische Krimiserie, die von Mai 1970 bis Juli 1971 mit Roger Moore und Tony Curtis in den Hauptrollen entstand. Die Serie wurde 1971 und 1972 in Großbritannien ausgestrahlt und darüber hinaus in mehr als 80 Ländern gezeigt. Serienschöpfer Robert S. Baker hatte zuvor bereits die Serie Simon Templar produziert, in der Moore ebenfalls der Hauptdarsteller war.
Handlungen Die zwei charakterlich gegensätzlichen Hauptfiguren der Serie sind der aus der New Yorker Bronx stammende amerikanisch-lockere Geschäftsmann Danny Wilde (Tony Curtis) und der etwas steife Brite Lord Brett Sinclair (Roger Moore) aus einem alten schottischen Adelsgeschlecht. Beide sind als reiche Playboys etwas gelangweilt, bis sie beginnen, im Auftrag des pensionierten Richters Fulton (Laurence Naismith) Kriminalfälle zu lösen, deren Akten noch nicht geschlossen werden konnten.
Zu diesem Hobby kamen sie eher unfreiwillig: Nach einer von den beiden angezettelten Schlägerei in der Bar des Luxushotels Hôtel de Paris in Monte Carlo drohte ihnen ein Gefängnisaufenthalt von 90 Tagen. Fulton versprach, sie vor dem Gefängnis zu bewahren, wenn sie für ihn tätig würden. Obwohl beide weder Neigung verspürten, mit dem anderen zusammen noch für Fulton zu arbeiten, willigten sie ein.Handlung der ersten Episode „Schwesterchens Muttermal“. Die beiden betreiben die Kriminalistik jedoch keineswegs professionell, sondern verstehen sich eher als Amateure, die interessanten Kriminalfällen mehr zum Zeitvertreib nachgehen, zumal diese sich hauptsächlich an Orten wie London, St. Tropez oder Paris ereignen. Viele Aufträge ergeben sich auch aus Zufälligkeiten heraus, wie zum Beispiel aus Begegnungen mit attraktiven Frauen in Schwierigkeiten. In 11 der 24 Folgen wird der eine oder andere „Zufall“ von Richter Fulton geschickt herbeigeführt, um beispielsweise diskreter als durch die Behörden ermitteln zu können.
Hauptfiguren Lord Brett Sinclair Sinclairs vollständiger Name ist Brett Rupert John George Robert Andrew Sinclair, 15th Earl of Marnock.In der deutschen Synchronisation wurde er als „Rex Rupert …“ vorgestellt.Episode „Die Ozerov-Juwelen“. Er wurde am 10. November 1930 in Schottland geboren; sein Alter beträgt in der Serie also 41 bzw. 42 Jahre.In einer Episode der Serie wird dem Zuschauer ein Blick auf Sinclairs Personalausweis gewährt. Einigen Aufschluss über sein Leben gibt der Vorspann der Serie: Hier ist Sinclair als kleiner Junge zu sehen. Harrow, eine exklusive britische Privatschule, wird als seine Schule gezeigt, danach ist er vermutlich als Student in der Ruder-Mannschaft der Universität Oxford zu sehen. Später war er Angehöriger der britischen Streitkräfte bei einem der Garderegimenter. Als privilegierter Adeliger genoss er eine hervorragende Ausbildung. In der ersten Folge äußerte Sinclair in einem Gespräch mit Richter Fulton, er spreche sieben Sprachen. Sein Reichtum zeigt sich in einigen Folgen unter anderem durch prächtige Landhäuser und Schlösser. Als ein Peer on his own right (Adeliger mit ererbtem Titel) ist er als Lord Mitglied des britischen Oberhauses. Er lebt in einem Appartement in einer vornehmen Londoner Gegend mit der Adresse 54 Queen Anne’s Gate. Sinclair ist der rechtmäßige Erbe des Familienvermögens und sämtlicher Titel als Erbe des Duke of Caith, seines alternden Onkels. Der Lord ist seinem Vaterland sehr verbunden und ein überzeugter Angehöriger der Aristokratie, was von seinem Freund Danny Wilde in der deutschen Synchronfassung oftmals ironisch pointiert wird. Sinclair ist jedoch nicht nur ein denkender, sondern auch ein sehr sportlicher Mensch. Hürden und Hindernisse bewältigt er zumeist spielend und nimmt auch an sportlichen Wettkämpfen wie Pferde- und Autorennen teil. Der Vorspann zeigt Bilder von ihm als Rennfahrer und Galopp-Rennreiter. Sein Modebewusstsein verhilft ihm zu einem exklusiven Erscheinungsbild. Dieses äußert sich in dem für die 1970er Jahre typischen grellen Kleidungsstil, aber auch in seinem britischen Sportwagen Aston Martin DBS. Trotz seiner durchweg positiven Eigenschaften und seines Erfolgs bei Frauen wirkt Sinclair nie überheblich oder gar arrogant. Sein Verhältnis zu Danny Wilde ist – bis auf die erste Folge, in der die Konkurrenz zwischen beiden überwiegt – humor- und respektvoll.
„Danny“ Wilde Auch zu Daniel „Danny“ Wildes Lebenslauf ist der Vorspann der Serie aufschlussreich. Er entstammt einem New Yorker Slum und konnte sich im Laufe der Jahre bis zum Öl-Millionär hocharbeiten. Wilde hat keine Probleme mit seiner Herkunft und hat nun ein bequemes Leben, in dem er sich hauptsächlich damit beschäftigt, die Annehmlichkeiten seines Reichtums zu genießen. Eine seiner Haupteigenschaften in der deutschen Synchronfassung ist ein frecher Humor, auf den jedoch niemand in seinem Umfeld ernsthaft reagiert. Dies liegt an der sehr unterschiedlichen Darstellung des Charakters im Vergleich zum englischen Original. Er hat wie Sinclair niemals schlechte Laune und wirkt selten ernst, es sei denn, es geht um sein Leben oder das des Lords. Des Weiteren ist Wilde sportlich und ausgesprochen charmant und zugleich beinahe aufdringlich Damen gegenüber. Bei Frauen ist er ebenso beliebt wie sein Freund. Er verfügt über weniger formale Bildung als Sinclair, kleidet sich zumeist noch modischer und fährt einen exklusiven Dino 246 GT. Er ist zur Handlungszeit etwa Mitte vierzig.
Besetzung und Drehorte Der Produzent Robert S. Baker hatte die Idee zur Serie während der Dreharbeiten zur Fernsehserie Simon Templar der Jahre 1962 bis 1968. Den Einfall probierte er in der Episode The Ex-King of Diamonds der Serie aus und stellte für diese Folge dem Hauptdarsteller Roger Moore Stuart Damon als den texanischen Abenteurer Rod Huston zur Seite – zunächst als rivalisierenden, im Verlaufe der Handlung jedoch freundschaftlich gesinnten Charakter.Begleitheft zur DVD- bzw. Blu-ray-Box Die 2, Koch Media.Audiokommentar der Produzenten Robert S. Baker und Johnny Goodman zur entsprechenden Episode von Simon Templar. Bonus-DVD in Die 2 – Special Collector’s Edition, Koch Media. Damit stand Roger Moore als Hauptdarsteller für die geplante Fernsehserie fest. Dessen Darstellung des Lords war makellos und wirkte ausgesprochen erfahren. In der deutschen Synchronisation wurde Moore von Lothar Blumhagen gesprochen.
Da die Serie aufwendig gedreht werden sollte, war bereits vor Produktionsbeginn klar, dass sie – um sie trotz der hohen Produktionskosten rentabel zu machen – möglichst weltweit, jedenfalls aber in die USA verkauft werden musste. Es musste daher ein insbesondere in den USA populärer amerikanischer Schauspieler gefunden werden. Baker bot die Serie zunächst Rock Hudson an, der jedoch wegen anderweitiger Verpflichtungen nicht zusagen konnte. Danach kam Glenn Ford ins Gespräch, jedoch hatte Moore bereits in den USA mit Ford nur schlecht zusammengearbeitet und lehnte Ford als Co-Star ab. Daraufhin bat Baker die amerikanischen Network-Partner ihm eine Liste der von diesen bevorzugten Schauspieler zu geben. Auf Platz 1 dieser Liste stand Tony Curtis. Obwohl Curtis bisher nicht für das Fernsehen, sondern nur für große Kinofilme vor der Kamera gestanden hatte, konnte ihn Lew Grade zu einer Zusage überreden. Dadurch, dass Curtis die Rolle übernahm, war auch die „Rangfolge“ geklärt: Curtis war ein weit größerer Star als Moore, führte die Besetzungsliste an („Curtis + Moore“) und erhielt eine weitaus höhere Gage als Moore. Curtis spielte seine Rolle sodann von Anfang an sehr engagiert und enthusiastisch. Er nahm in der Folge Die Vergangenheit des Grafen selbstironisch Bezug auf seinen wirklichen Namen Bernard Schwartz, indem er sich am Telefon mit „No, this is not Mr Schwartz!“ meldet. Rainer Brandt, Curtis’ deutsche Synchronstimme, nahm diesen Insiderwitz auf, indem er Wilde sagen ließ: „Nein, hier ist nicht Mr. Schwartz, hier ist Karlheinz Weiss!“
Das hohe Budget der Serie machte es möglich, dass die Außenaufnahmen der einzelnen Episoden an den Originalschauplätzen gedreht wurden. Die Szenen in Südfrankreich entstanden hauptsächlich in Cannes, Nizza und Monte Carlo. Teile der Auftaktfolge wurden in Saint-Jean-Cap-Ferrat gedreht. Die Szene in Die tote Tänzerin, in der Brett auf der Suche nach Julie Blake in einem Dorf hält, wurde in Èze gedreht. Die Wasserski-Szene in dieser Folge und im Serienvorspann entstand im Hafen von Mandelieu-la-Napoule.Audiokommentar der Produzenten Robert S. Baker und Johnny Goodman zur ersten Folge. Bonus-DVD in Die 2 – Special Collector’s Edition, Koch Media. Die England-Szenen wurden mehrheitlich in der Grafschaft Buckinghamshire gedreht. Viele Außenaufnahmen fanden in den Wäldern Burnham Beeches und Black Park statt. Die Außenaufnahmen für die Lindley-Villa in Erben bringt Sterben und der Landsitz des Herzogs in Adel vernichtet wurden an dem Landsitz Heatherden Hall, nahe der Pinewood Studios in Buckinghamshire, gedreht. Weitere Außenaufnahmen für die Folge Erben bringt Sterben entstanden in Lincoln’s Inn. Sinclairs Londoner Stadtwohnung kann heute von außen besichtigt werden. Die Anschrift lautet 15 Queen Anne’s Gate, London SW1. Das Stadthaus befindet sich in der Nähe des St. James’s Park (U-Bahn-Station St. James’s Park). Für die Episode Am Morgen danach wurde Osterley Park als Drehort genutzt. Die Außenaufnahmen der Episode Der Tod kommt live wurden in London u. a. in der Grove End Road, der Fleet Street und am Tower of London gedreht. Das Meadow Cottage in Das Alptraum-Schlösschen wurde in den 1980er Jahren abgerissen und durch ein neues Gebäude mit dem Namen Meadow Grange ersetzt. Die Anschrift ist: Chalfont Park, Amersham Road, Gerrards Cross, Buckinghamshire, SL9 0PX. Im selben Serienteil übernachten Brett Sinclair und die angebliche Ornithologin im heutigen The White Horse an der Village Lane in Hedgerley unweit der Pinewood Studios.
Episodenliste
Die deutsche Fassung
Synchronisation und Ausstrahlung in Deutschland Anfang der 1970er Jahre wurden zunächst nur 15 der 24 Folgen vom ZDF erworben, von der Deutschen Synchron bearbeitet und 1972 ausgestrahlt. Die Bücher schrieb Rainer Brandt, der zusammen mit Karlheinz Brunnemann auch Regie führte.
Dieselben Folgen wurden vom ZDF 1976/1977 erneut gezeigt. Bei der dritten Ausstrahlung im ZDF 1984 wurden zwei weitere Folgen (12 und 15 der obigen Aufstellung) zusätzlich synchronisiert und gesendet; die Folge Der Tod kommt live wurde nicht wiederholt. 1984 wurden die ursprünglich 50 Minuten langen Folgen außerdem auf jeweils 45 Minuten gekürzt, um dem geänderten Programmschema des ZDF gerecht zu werden. Die letzte Wiederholung durch das ZDF lief im Sommer 1989 auf dem Sendeplatz der Serie Der Denver-Clan, die sich in der Sommerpause befand.
Die fehlenden sieben Folgen wurden erst 1994 vom Privatsender Kabelkanal erworben und mit den ursprünglichen Sprechern synchronisiert. Damit wurden erstmals 1994 auf Kabelkanal alle Folgen im deutschen Fernsehen gesendet. Die bis dahin fehlenden Folgen wurden diesmal von Rainer Brandt Film Produktionsgesellschaft synchronisiert. Buch und Regie verantwortete nun allein Rainer Brandt. Teilweise ist dies an zeitlichen Bezügen erkennbar, so etwa in Folge 20; als Felix sein Toupet abnimmt und Danny murmelt: „Oh, Glatznost!“; mit dem Wort Glasnost hätte in den frühen Siebzigern – lange vor Gorbatschow – niemand etwas anfangen können.
Tony Curtis wurde von Rainer Brandt selbst gesprochen, Roger Moore von Lothar Blumhagen und Laurence Naismith von Friedrich Wilhelm Bauschulte.