Das Meerträubel (Ephedra [],Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders: Deutsches Aussprachewörterbuch. Berlin / New York: Walter de Gruyter, 2009; S. 483. Duden Bd. 5: Das Fremdwörterbuch. Berlin: Dudenverlag, 132023; S. 329. von gr. ἐφέδρα ephédra »draufsitzend, aufsitzend«, wohl nach dem Standort auf FelsenHelmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser 1976, ISBN 978-3-0348-7651-3, S. 157.)L. Glaser: Taschenwörterbuch für Botaniker. Weigel, 1890, S. 175.Susanto Sen: Sanskrit Origins of English. VIII, USA Vijna, 2025, ISBN 978-93-343-0287-5, S. 354. ist die einzige Gattung der damit monogenerischen Pflanzenfamilie der Meerträubelgewächse (Ephedraceae) innerhalb der Ordnung Gnetales. Diese Gattung besitzt ein disjunktes Areal mit jeweils einem Teil der 35 bis 70 Arten in der Alten Welt und der Neuen Welt. Sie wird auch Roßschwanz, -schweif oder Pferdeschwanz sowie Meertritt genannt.Ph. Funke, G. H. C. Lippold: Natur- und Kunstlexicon. Siebenter Band, 1825, S. 186.
Beschreibung mini|links|Illustration des Gewöhnlichen Meerträubels (Ephedra distachya) mini|Illustration aus Botany, 1871 von Ephedra antisyphilitica mini|links|Samen von Ephedra foliata
Vegetative Merkmale Meerträubel-Arten sind verholzende Pflanzen: meist Rutensträucher, manchmal Kletterpflanzen. Die gegenständig oder zu dritt quirlig angeordneten Blätter sind schuppenartig reduziert. Die Photosynthese übernehmen die verzweigten, grünlichen Zweige.
Generative Merkmale Die Blüten sind immer eingeschlechtig. Meist sind die Arten zweihäusig (diözisch), selten die Blüten einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Die männlichen Zapfen stehen einzeln oder zu zweit bis dritt an den Knoten (Nodien). In den männlichen Zapfen stehen die häutigen Hochblätter in zwei bis acht Wirteln paarweise oder zu dritt zusammen. Die weiblichen Zapfen stehen sich gegenständig gegenüber oder zu dritt bis viert in Wirteln in den Knoten. In den weiblichen Zapfen stehen die sich überlappenden Hochblätter in zwei bis zehn Wirteln paarweise oder zu dritt zusammen. Die Hochblätter werden bei Samenreife meist fleischig und rot (selten bleiben sie häutig und werden bräunlich). Die weiblichen Blüten besitzen ein Paar verwachsener, ledriger Schuppen. Die Meerträubel werden zu den Nacktsamern gerechnet; ihre Samenanlagen sind also nicht von Fruchtblättern geschützt. Je Zapfen werden ein bis drei gelbe bis dunkelbraune Samen gebildet.
mini|Verbreitung der Gattung Meerträubel (Ephedra). Zusätzlich kommt Meerträubel auch in der Sahelzone Afrikas (z. B. Ephedra altissima) und im südlichen Brasilien (z. B. Ephedra tweedieana) vor. mini|Anden-Meerträubel (Ephedra americana) am Standort in Chile mini|Nebroden-Meerträubel (Ephedra major) in Karwatschar mini|Zweig mit weiblichen Zapfen von Ephedra antisyphilitica mini|Männliche Zapfen von Ephedra aspera mini|Gewöhnliches Meerträubel (Ephedra distachya), männliche Pflanze blühend am Standort in Russland mini|Reife fleischige weibliche Zapfen vom Gewöhnlichen Meerträubel (Ephedra distachya) mini|Rhizom des Gewöhnlichen Meerträubels (Ephedra distachya) mini|Männliche Zapfen von Ephedra foeminea mini|Männliche Zapfen von Ephedra fragilis mini|Ephedra nevadensis in Kalifornien mini|Ephedra torreyana im Habitat in Nevada mini|Ephedra tweedieana mini|Männliche Zapfen von Ephedra viridis
Systematik und Verbreitung Die Gattung Ephedra wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Der wissenschaftliche Name Ephedra ist geprägt worden von dem antiken griechischen Autor Dioskurides. Hierbei ist jedoch nicht klar, ob dieser tatsächlich Ephedra oder nicht doch einen Schachtelhalm meinte. Ephedra wird, weil auf den ersten Blick ähnlich, häufig mit Schachtelhalmen oder auch mit Ginsterarten verwechselt. Ein Synonym für Ephedra ist Chaetocladus
Die Gattung Meerträubel (Ephedra) besitzt ein disjunktes Areal: Man findet sie in der Alten Welt vom Amurgebiet über Arabien bis nach Portugal, aber auch in Nordafrika, im östlichen Afrika und auf den Kanaren; in der Neuen Welt in Teilen der USA, Mexikos und Südamerikas. Sie gedeihen meist in Trockengebieten, auf Sand oder Felsen, selten findet man sie in Graslandschaften. Es gibt weltweit 35 bis 70 Ephedra-Arten. 21 Arten kommen in Eurasien vor, davon 14 in China. Zwölf Arten sind in den USA beheimatet, davon kommen fünf auch in Mexiko vor; nur eine dieser fünf Arten wächst auch in Argentinien und Chile.
Es gibt etwa 70 Ephedra-Arten: Ephedra alata : Es gibt drei Unterarten: Ephedra alata subsp. alata (Syn.: Ephedra altissima nom. illeg. non ): Sie kommt von der Sahara bis Arabischen Halbinsel vor. Ephedra alata subsp. alenda (Syn.: Ephedra alata var. alenda , Ephedra alenda ): Sie kommt von Nordafrika bis Mauretanien vor. Ephedra alata subsp. monjauzeana : Sie kommt nur in Algerien vor. Hohes Meerträubel (Ephedra altissima ): Es gibt zwei Varietäten: Ephedra altissima var. altissima: Sie kommt auf Teneriffa und in Nordafrika bis zur Sahara und Mauretanien vor. Ephedra altissima var. tibestica : Dieser Endemit kommt im Tschad nur im Tibesti vor. Anden-Meerträubel (Ephedra americana ): Es kommt von Ecuador bis zum nordwestlichen Argentinien vor. Ephedra antisyphilitica : Sie besitzt ein disjunktes Areal zum einen in den US-Bundesstaaten Oklahoma sowie Texas und zum anderen in den mexikanischen Bundesstaaten Nuevo León sowie San Luis Potosí. Ephedra aphylla : Sie kommt vom östlichen Mittelmeerraum bis zur Arabischen Halbinsel vor. Ephedra ×arenicola = Ephedra cutleri × Ephedra torreyana: Dieser Endemit kommt nur in Arizona vor. Ephedra aspera : Sie ist in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, New Mexico sowie Texas und im nördlichen Mexiko verbreitet. Ephedra aurantiaca : Sie kommt von Transkaukasien bis Zentralasien vor. Ephedra boelckei : Dieser Endemit kommt nur im nordwestlichen Argentinien. Ephedra botschantzevii : Sie kommt vom südlichen Sibirien bis Zentralasien vor. Ephedra breana : Sie kommt vom südöstlichen Peru bis zu nordwestlichen Argentinien vor. Ephedra brevifoliata : Sie kommt nur im Iran vor. Ephedra californica : Sie kommt in Kalifornien und im mexikanischen Baja California vor. Ephedra chilensis : Sie kommt von Chile bis zum westlichen Argentinien vor. Ephedra compacta : Ihre Heimat ist Mexiko. Ephedra coryi : Sie gedeiht in sandigen, semiariden Gebieten in Höhenlagen von 500 bis 2300 Metern in den US-Bundesstaaten New Mexico sowie Texas. Ephedra cutleri : Sie gedeiht in Höhenlagen von 1400 bis 2300 Metern in den US-Bundesstaaten Arizona, Colorado, New Mexico sowie Utah. Ephedra dahurica : Sie kommt vom südlichen Sibirien bis zur Mongolei vor. Ephedra dawuensis : Sie wurde 2005 aus Sichuan erstbeschrieben. Ephedra distachya : Es gibt zwei Unterarten: Gewöhnliches Meerträubel (Ephedra distachya subsp. distachya, Syn.: Ephedra monostachya , Ephedra polygonoides nom. illeg., Ephedra vulgaris nom. illeg., Ephedra minor , Ephedra botryoides , Ephedra media , Ephedra subtristachya , Ephedra arborea , Ephedra clusii , Ephedra macrocephala , Ephedra maritima , Ephedra dubia , Ephedra podostylax , Ephedra linnaei ): Sie ist von Kasachstan über West- und Zentralasien bis Xinjiang verbreitet. Schweizer Meerträubel (Ephedra distachya subsp. helvetica , Syn.: Ephedra helvetica , Ephedra vulgaris subsp. helvetica , Ephedra rigida , Ephedra negrii ): Sie gedeiht in den Alpen nur in der Schweiz und in Italien. Ephedra ×eleutherolepis = Ephedra intermedia × Ephedra strobilacea: Sie kommt nur in Tadschikistan vor. Mongolisches Meerträubel (Ephedra equisetina , Syn.: Ephedra nebrodensis subsp. equisetina , Ephedra shennungiana , Ephedra equisetina var. monoica ): Es ist von Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, Russland, Afghanistan und der Mongolei bis China verbreitet. Ephedra fasciculata : Sie gedeiht in Höhenlagen von 300 bis 1200 Metern in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada sowie Utah. Ephedra fedtschenkoae : Sie ist von Kasachstan und Tadschikistan über die Mongolei bis Xinjiang verbreitet. Ephedra foeminea : Sie kommt von Südosteuropa bis zum nordöstlichen tropischen Afrika vor. Ephedra foliata (Syn.: Ephedra ciliata ): Sie kommt von Nordafrika bis Indien vor. Ephedra fragilis : Es gibt zwei Unterarten: Ephedra fragilis subsp. cossonii : Sie kommt im nordwestlichen Afrika vor. Ephedra fragilis subsp. fragilis: Sie kommt in Makaronesien und im westlichen bis zentralen Mittelmeerraum vor. Ephedra frustillata : Sie kommt in Chile und im südlichen Argentinien vor. Ephedra funerea : Sie gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 1500 Metern in den US-Bundesstaaten Kalifornien sowie Nevada. Kriechendes Meerträubel (Ephedra gerardiana ): Es gibt zwei Unterarten: Ephedra gerardiana var. gerardiana: Sie ist von Tadschikistan, Afghanistan über Pakistan, das nördliche Indien, Nepal, Sikkim, bis Tibet, Qinghai sowie Xinjiang verbreitet. Ephedra gerardiana var. sikkimensis (Syn.: Ephedra saxatilis var. sikkimensis , Ephedra gerardiana var. saxatilis , Ephedra saxatilis , Ephedra gerardiana var. congesta ): Sie ist von Bhutan, Nepal und Sikkim bis ins südliche Tibet sowie ins nördliche Yunnan verbreitet. Ephedra glauca : Sie kommt vom Iran bis zur Mongolei vor. Ephedra holoptera : Sie kommt nur im Iran vor. Ephedra intermedia : Sie ist von Südwestasien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, südwestlichen Sibirien, Afghanistan, Pakistan, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei, in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Liaoning, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, Shandong, Shanxi sowie Xinjiang verbreitet. Ephedra ×intermixta = Ephedra trifurca × Ephedra torreyana: Sie kommt nur in New Mexico vor. Ephedra kardangensis : Sie wurde 2010 erstbeschrieben. Die Heimat ist der westliche Himalaja. Ephedra khurikensis : Sie wurde 2010 erstbeschrieben und kommt nur in der westlichen Himalajaregion vor. Ephedra laristanica : Sie kommt nur im Iran vor. Ephedra likiangensis : Sie gedeiht im Gebirge in Höhenlagen von 2300 bis 4200 Metern in den chinesischen Provinzen westliches Guizhou, westliches Sichuan, nordwestliches Yunnan sowie im östlichen Tibet. Ephedra lomatolepis : Sie ist in Kasachstan, der südwestlichen Mongolei sowie in Xinjiang verbreitet. Nebroden-Meerträubel (Ephedra major , Syn.: Ephedra nebrodensis , Ephedra graeca , Ephedra equisetiformis , Ephedra vulgaris , Ephedra villarsii , Ephedra scoparia , Ephedra atlantica , Ephedra major var. nebrodensis , Ephedra major var. suggarica , Ephedra major subsp. villarsii , Ephedra major var. atlantica , Ephedra nebrodensis var. scoparia , Ephedra nebrodensis subsp. suggarica ): Sie kommt von den Kanaren über den Mittelmeerraum bis nach Mauretanien vor. Ephedra milleri : Sie kommt nur in Oman und im Jemen vor. Ephedra minuta : Sie gedeiht im Hochgebirge in Höhenlagen von 2000 bis 4800 Metern in den chinesischen Provinzen Qinghai sowie Sichuan. Ephedra monosperma : Sie ist von Kasachstan, Sibirien, der Mongolei, Pakistan bis China verbreitet. Ephedra multiflora : Sie kommt in Chile und Argentinien vor. Ephedra nevadensis : Sie gedeiht in Höhenlagen von 700 bis 1900 Metern in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada, Oregon sowie Utah. Ephedra ochreata : Sie kommt in Argentinien vor. Ephedra oxyphylla : Sie kommt nur im östlichen Afghanistan vor. Ephedra pachyclada : Es gibt seit 1992 zwei Unterarten: Ephedra pachyclada subsp. pachyclada: Sie kommt von der Arabischen Halbinsel über den südlichen Iran bis Pakistan vor. Ephedra pachyclada subsp. sinaica (Syn.: Ephedra sinaica): Sie kommt von der Sinaihalbinsel bis zur Arabischen Halbinsel vor. Ephedra pangiensis : Sie 2015 aus Himachal Pradesh erstbeschrieben. Ephedra pedunculata : Sie ist von Texas bis ins nördliche Mexiko verbreitet. Ephedra pentandra : Sie kommt nur im Iran vor.