Die Berufsoberschule ermöglicht es Schülern mit bereits abgeschlossener Berufsausbildung und Fachhochschulreife die fachgebundene oder auch allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Allgemeines Theoretisch als zweijähriger vollzeitschulischer Bildungsgang konzipiert, wurde die BOS als Aufbauschulform zur Fachoberschule konstruiert, das heißt, sie bezeichnet landläufig das auf den Erwerb der Fachhochschulreife durch den erfolgreichen Besuch der Fachoberschule folgende 13. Schuljahr. In der Regel wird mit erfolgreichem Abschluss die Fachgebundene Hochschulreife erlangt, welche je nach der fachlichen Ausrichtung der besuchten BOS zum Studium bestimmter Studiengänge in ganz Deutschland berechtigt. Kann eine zweite Fremdsprache nachgewiesen werden, wird die Allgemeine Hochschulreife verliehen.

Praktisch bedeutet dies, dass bei Vorliegen der Fachhochschulreife und einer abgeschlossenen Berufsausbildung (egal ob im dualen System oder schulisch) in der BOS der entsprechenden Fachrichtung in einem einzigen Jahr das Abitur gemacht werden kann. Wird durch die 2. Fremdsprache die Allgemeine Hochschulreife erlangt, kann man theoretisch jeden Studiengang an jeder Universität studieren (wenn man weitere Zulassungsvoraussetzungen erfüllt).

Fachrichtungen Die Berufsoberschule wird in den Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Sozialwesen, Technik, Wirtschaft und Ernährung & Hauswirtschaft geführt.

Zulassungsvoraussetzungen In die BOS aufgenommen werden kann, wer über die Fachhochschulreife und eine mindestens zweijährige, erfolgreich abgeschlossene, einschlägige Berufsausbildung inkl. des entsprechenden Berufsschulabschlusses (oder eine mindestens fünfjährige, einschlägige hauptberufliche Tätigkeit) verfügt.Niedersächsisches Kultusministerium: Die Berufsoberschule

Ein bestimmter Notenschnitt muss generell nicht nachgewiesen werden; einzelne Schulen können aber abweichend verfahren.

Abschlüsse In der Regel erhält der Absolvent die Fachgebundene Hochschulreife, die zum Studium einschlägiger Studiengänge berechtigt.

Wenn eine zweite Fremdsprache nachgewiesen werden kann durch den Nachweis der Teilnahme am versetzungsrelevanten Unterricht in einer zweiten Fremdsprache in der Sekundarstufe I über vier aufeinander folgende Jahre oder die Teilnahme an 320 Stunden (mindestens mit "ausreichend" bewertetem) Fremdsprachenunterricht an der Fach-/Berufsoberschule oder den Nachweis einer mit mindestens "ausreichend" bewerteten ErgänzungsprüfungVerordnung über berufsbildende Schulen, vom 10. Juni 2009,

erhält der Absolvent die Allgemeine Hochschulreife und damit Zugang zu allen universitären Bildungsgängen.

Stundentafel Die Stundentafel variiert je nach FachrichtungErgänzende Bestimmungen für das berufsbildende Schulwesen, RdErl. d. MK v. 10. Juni 2009, in etwa ist jedoch mit 30 Wochenstunden zu rechnen.

Neben dem Berufsbezogenen Lernbereich (11 Wochenstunden) ist der Berufsübergreifende Lernbereich (19 Wochenstunden) mit den Fächern Mathe, Deutsch, Englisch, Politik und Religion (u. evtl. Naturwissenschaften oder Wirtschaftslehre) vorgesehen.

Berufsoberschulen in Niedersachsen Derzeit gibt es 4 Berufsbildende Schulen und 2 weitere Schulen in Niedersachsen, die über eine Berufsoberschule verfügen.PDF-Datei mit einer Übersicht aller berufsbildenden Schulen in Niedersachsen, bereitgestellt vom Kultusministerium.

Übersicht Schuljahr 2018/19 +SchuleOrtSchwerpunktBBS Alice-Salomon Schule HannoverHannoverGesundheit und SozialesBBS am PottgrabenOsnabrückGesundheit und Soziales; Wirtschaft und VerwaltungBBS Hannover HandelHannoverWirtschaft und VerwaltungBBS Wechloy OldenburgOldenburgWirtschaft und VerwaltungElisabeth-von-Rantzau-SchuleHildesheimGesundheit und SozialesMarienhausschuleMeppenGesundheit und Soziales

Finanzierung Schüler der Berufsoberschule haben, im Gegensatz zu Fachoberschülern, das Anrecht auf elternunabhängiges Schüler-BAföG, welches nicht erstattet werden muss.

Quellen

Kategorie:Bildungseinrichtung in Niedersachsen