Otto Julius Freiherr von Wackerbarth genannt von Bomsdorff (* 10. März 1823; † 17. Mai 1904 in Briesen) war Rittergutsbesitzer und Mitglied des deutschen Reichstags.

Leben Sein Vater war der Gutsherr Adolf von Wackerbarth gen. von Bomsdorff (1781–1862). Seine Mutter war die aus alten brandenburgisch-sächsischen Uradel stammende Sophie von Langen(n) (1793–1868) aus dem Haus Kittlitz in der Niederlausitz, Tochter der Christine Ernestine von Steinkeller-Krügersdorf (1754–1817) und des Rittergutsbesitzers Friedrich Moritz Sigismund von Langenn-Kittlitz (1749–1816). Der Bruder der Mutter erhielt die Genehmigung sich seit 1820 vollständig Heinrich August Sigismund von Langenn-Steinkeller zu nennen.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Jahrgang 5, Justus Perthes, Gotha 1. Oktober 1903, S. 481–484. Vater Wackerbarth gehörten Groß Briesen und Guhrow sowie Mittel-Linderode. mini|hochkant=0.4|Schloss Briesen im Spreewald (1946 abgerissen). Otto von Wackerbarth war Kammerherr und Rittergutsbesitzer auf Briesen und Guhrow bei Cottbus. Er war der jüngere Sohn von Adolf Leberecht von Bomsdorff auf Linderode, der 1810 von seiner kinderlosen Tante Helene Freifrau von Wackerbarth geb. von Bomsdorff und deren Ehemann Ludwig Freiherr von Wackerbarth unter dem Namen „Freiherr von Wackerbarth genannt von Bomsdorff“ adoptiert worden war und so in den Besitz von Briesen und Guhrow kam. Er diente zunächst bei den Zieten-Husaren, wo er als Major ausschied.

Im April 1879 wurde er in einer Nachwahl für den verstorbenen Abgeordneten Karl von Bärensprung in den Deutschen Reichstag für die Deutschkonservative Partei und den Wahlkreis Frankfurt an der Oder 9 (Cottbus) gewählt. Er übte dieses Mandat bis 1881 aus. Ferner war er Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

Er war verheiratet mit Gertrud von Bredow aus dem Hause Senzke (1841–1918), sie hatten vier Kinder; der zweite Sohn Oskar (1862–1937), Rittergutsbesitzer auf Briesen, war unter Kaiser Wilhelm II. (bis 1919) der letzte königlich preußische Landrat des Landkreises Cottbus. mini|hochkant=0.4|Rechtsritterkreuz. Otto von Wackerbarth war seit 1880 Rechtsritter des Johanniterordens und Mitglied der Provinzialgenossenschaft Brandenburg. Während sein älterer Bruder Ludwig (Louis) (1811–1881) das Gut Linderode geerbt hatte, übernahm er Briesen mit Guhrow. Dieser Gutsbesitz umfasste im erstgenannten Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer des Königreiches Preußen von 1879, Provinz Brandenburg, 492,37 ha Land. Um 1900 hatte das Rittergut Briesen eine Größe von 500 ha.

Literatur Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1861. Jg. 11, Justus Perthes, Gotha 1860, S. 902. Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist's? Unsere Zeitgenossen. Zeitgenossenlexikon. Ausgabe 1, Selbstverlag, Leipzig 1905, S. 175. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1918. Jahrgang 68, Justus Perthes, Gotha November 1917, S. 598.

Weblinks

Einzelnachweise

Roman des Paul Nathan Paul Nathan: Der Prozess von Tisza-Eszlar. (Affäre von Tiszaeszlár) Mit: Der jüdische Blutmord und der Freiherr von Wackerbarth-Linderode, Mitglied des preussischen Abgeordneten-Hauses. Ein antisemitisch-parlamentarisches Kulturbild. Verlag F. Fontane & Co., Berlin 1892. 37 S. Freimann-Sammlung: Titel.

Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Mitglied des Preußischen Herrenhauses Kategorie:Mitglied der Deutschkonservativen Partei Kategorie:Kammerherr (Preußen) Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Otto Kategorie:Freiherr Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1823 Kategorie:Gestorben 1904 Kategorie:Mann