Das Dorf Drommershausen ist ein Stadtteil von Weilburg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.
Geographie Das Straßendorf liegt im nordöstlichen Taunus (östlicher Hintertaunus), 4 km nordöstlich der Weilburger Kernstadt im Grundbachtal, einem Seitental der Lahn. Durch Drommershausen führt die Kreisstraße 412. Der Ort selbst liegt auf 202 bis 245 Metern Höhe, während das Gelände im Norden der Gemarkung auf bis zu 309 Meter ansteigt.
Nachbarorte sind Selters (westlich) und Hirschhausen (östlich).
Geschichte Ortsgeschichte mini|Drommershausen, Ortsansicht mit Kirche und Colonialwarenhandlung Heinrich Albishausen, Postkarte 1917 Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Drommershausen erfolgte unter dem Namen Drumershusen im Jahr 1197 als Papst Coelestin III. Besitzungen des Stift Cappel bestätigte. Im Jahr 1517 wurde eine Kapelle geweiht. Die 1895 erbaute Saalkirche ist eine Sehenswürdigkeit.
Südlich von Drommershausen befinden sich auf einer Kuppe eine Burgstelle und daneben die Mauerreste des ehemaligen Johanniter-Konvents und der Wallfahrtskirche Pfannstiel. , abgerufen im November 2016
Im Grundbachtal Richtung Weilburg liegen zwei historische Wassermühlenanwesen, die Grünsmühle (letzte Betreiber Familien Grün und Schmidt) und die Neumühle, die von der Familie Jung betrieben wurde und daher auch als Jungsmühle bekannt ist. Ihr Ursprung reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.Hermann Engel: Die Neumühle (= Jungsmühle) bei Drommershausen, in: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg, Band 1997 (1996), S. 71–72
Neben dem Bistum Worms, den Grafen von Nassau-Weilburg und den Johannitern waren vor dem Dreißigjährigen Krieg nacheinander die Herren von Scharfenstein, von Rode, von Rodenstein und von Greifenklau Ortsherren, die alle Lehnsmänner des Bistums Worms waren.
Die Lehen der Rodensteiner waren neben Drommershausen in Hirschhausen, Pfaffenhausen (Wüstung zwischen Hirschhausen und Kubach) und Weilmünster.Christian Daniel Vogel: Bernhard Peter: Die Herren von RodensteinBeschreibung des Herzogthums Nassau, Wiesbaden 1843, S. 806
Die Erwerbsquellen der Drommershäuser waren früher überwiegend Eisenerzbergbau und Landwirtschaft.Hans-Werner Hahn: Wirtschaftliche Integration im 19. Jahrhundert, Göttingen 1982, S. 390Kurzinfo zum Stadtteil auf www.weilburg-lahn.info
Im Jahr 1823 hatte der Ort zusammen mit dem nahen Steinzler Hof 223 Einwohner.Johann Andreas Demian: Handbuch der Geographie und Statistik des Herzogthums Nassau, Wiesbaden 1823, S. 253
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 31. Dezember 1970 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ahausen, Bermbach, Drommershausen, Gaudernbach, Hasselbach, Hirschhausen, Kirschhofen, Odersbach und Waldhausen und die Stadt Weilburg auf freiwilliger Basis zur erweiterten Stadt Weilburg. Dadurch wurde Drommershausen ein Stadtteil von Weilburg. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Drommershausen angehört(e):
bis 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Weilburg, Amt Weilburg ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz (Justizamt Weilburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Weilburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis, Stadt WeilburgAm 31. Dezember 1970 wurde Drommershausen als Ortsbezirk in die Stadt Weilburg eingegliedert. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg, Stadt Weilburg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg, Stadt Weilburg
Bevölkerung Einwohnerentwicklung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Drommershausen 495 Einwohner. Darunter waren 6 (1,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 87 Einwohner unter 18 Jahren, 204 zwischen 18 und 49, 108 zwischen 50 und 64 und 93 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 201 Haushalten. Davon waren 51 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 81 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 132 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Religionszugehörigkeit • 1885: 439 evangelische (= 99,32 %), drei katholische (= 0,68 %) Einwohner • 1961: 550 evangelische (= 84,32 %), 80 römisch-katholische (= 13,49 %) Einwohner
Politik Ortsvorsteherin ist nach der Kommunalwahl in Hessen 2021 Thorsten Krämer.
Wappen Das Gemeindewappen hat sich aus jahrhundertealten Gemeindesiegeln entwickelt. Blasonierung: Auf schwarzem Grund ein silberner Ziehbrunnen (oder Haspelschacht) mit rotem Seil auf der Seilwinde, daran heraldisch rechts versetzt an goldenem Haken hängend ein goldener Eimer; heraldisch links versetzt wächst eine goldene Leiter aus dem Schacht. Der jeweilige Handgriff der Seilwinde steht heraldisch rechts oben, heraldisch links unten.Hermann Knodt (Hrsg.): Hessisches Wappenbuch, Hessisches Ortswappenbuch, Doppelband 1 und 2, bearbeitet im Auftrag des Staatsarchivs Wiesbaden von den Staatsarchivräten Karl Demandt (für Hessen) und Otto Renkhoff (für Nassau), Glücksburg, C. A. Starke Verlag, 1956
Vereine Das Vereinsleben und dörfliche Leben wird hauptsächlich von dem Reit- und Fahrsportverein (RUF) St. Georg Drommershausen e. V., vom Spiel- und Turnverein Drommershausen 1911 e. V., von der 1934 gegründeten Freiwillige Feuerwehr Drommershausen e. V. (seit 18. März 1978 mit ihrer Jugendfeuerwehr), vom Turn- und Sportverein (TuS) Drommershausen sowie von der Burschen- und Mädchenschaft „Glück-Auf“ geprägt.
Wirtschaft und Infrastruktur Seit dem Jahr 1934 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Drommershausen (ab 18. März 1978 mit Jugendfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort. Darüber hinaus bestehen die weiteren Einrichtungen und Freizeitmöglichkeiten: Bürgerhaus Städtische Kindertagesstätte „Wichtelhaus“ Sportplatz Kinderspielplatz Grillhütte Wanderwege
Persönlichkeiten Karl Ernst (* 1834 in Drommershausen; † 1902 in Boppard), von 1882 bis 1897 Generalsuperintendent der Evangelischen Landeskirche in Nassau Willi Bernhardt (* 1928 in Drommershausen; † 2020 in Aßlar), deutscher Unternehmer und Funktionär im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
Literatur
Weblinks
Stadtteil Drommershausen. In: Webauftritt der Stadt Weilburg an der Lahn.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Limburg-Weilburg Kategorie:Geographie (Weilburg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Limburg-Weilburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert