Menka () ist der Eigenname einer ägyptischen Frau, die in der Forschung zeitweise als Königin der späten 2. Dynastie angesehen wurde.
Belege Menka erscheint in einem Relief auf einem Kalkstein-Fragment unsicherer Herkunft, wo ihrem Namen der Titel „Maat-Hor“ (Die den Horus schaut) vorangeht.Wolfgang Helck: Untersuchungen zur Thinitenzeit. Wiesbaden 1987, S. 120. Dieser Titel war in der Frühzeit und dem Alten Reich für gewöhnlich Königinnen vorbehalten.
Menka wird als stehende Frau in hautengem Gewand dargestellt, sie trägt ein großes, halbkugeliges Gefäß auf dem Kopf. Sie geht einer Prozession von Standarten voran. Vor ihr sind Stäbe zu sehen, die wohl gerade eingeschlagen werden; das lässt sich aus der noch sichtbaren Hand, die einen dieser Stäbe hält, ableiten. William Stevenson Smith verweist auf die große Ähnlichkeit in Stil und Qualität des Steins mit einem Fragment aus Gebelein, das einen dahineilenden König zeigt, gefolgt von einem hohen Beamten (Museo Egizio, Turin, Inventar-Nr. Suppl. 12341). Die beiden Fragmente ergänzen sich zu einer Darstellung einer Gründungszeremonie.William Stevenson Smith: A History of Egyptian Sculpture and Painting in the Old Kingdom. London 1949, S. 137–138. Wolfgang Helck vergleicht diese Szene mit dem Gründungsritual des Königs Chasechemui aus Hierakonpolis, wo sich der König und die Göttin Seschat gegenüberstehen und Pfähle einschlagen (Ägyptisches Museum, Kairo, Inventar-Nr. JE 33896). Auf den Gebelein-Fragmenten ist es aber nicht eine Göttin, sondern eine durch die Beischrift als Königin Menka bezeichnete Frau. Helck mutmaßt daher, dass „das ursprüngliche Ritual der Anlage eines Hauses von Mann und Frau gemeinsam gemacht worden“ sei. Später sei die Königin durch eine Göttin ersetzt worden. Wolfgang Helck: Untersuchungen zur Thinitenzeit. Wiesbaden 1987, S. 47–48.
Die Ägyptologin Vivienne Callender hat die Darstellung erneut analysiert. Abbildungen von Frauen mit einem Gefäß auf dem Kopf sind typisch für Opfergabenträgerinnen. Keine Königin wurde so dargestellt. Callender vermutet deshalb, dass es sich hier um das Bild einer Dienerin mit dem Namen Menka handelt. Die Hieroglyphen, die als Königinnentitel interpretiert wurden, gehören wahrscheinlich gar nicht zu der Figur.Vivienne Gae Callender: In Hathor’s Image I: The Wives and Mothers of Egyptian Kings from Dynasties I-VI. Prag 2011, S. 47.
Literatur Silke Roth: Die Königsmütter des Alten Ägypten von der Frühzeit bis zum Ende der 12. Dynastie. Harrassowitz, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04368-7, S. 383. William Stevenson Smith: A History of Egyptian Sculpture and Painting in the Old Kingdom. Oxford University Press, London 1949, S. 137–138, Tafel 30d. Wolfgang Helck: Untersuchungen zur Thinitenzeit. (= Ägyptologische Abhandlungen. (ÄA) Band 45). Harrassowitz, Wiesbaden 1987, ISBN 3-447-02677-4, S. 47–48, 120. Vivienne Gae Callender: In Hathor’s Image I: The Wives and Mothers of Egyptian Kings from Dynasties I-VI. Charles University in Prague, Faculty of Arts, Prag 2011, ISBN 978-80-7308-381-6, S. 47.
Weblinks Fragment of wall relief showing a striding pharaoh. Museo Egizio, Turin, Inventar-Nr. Suppl. 12341; aufgerufen am 19. Mai 2026. Fragment of a granite door built in the temple of Horus of Hierakonpolis by pharaoh Khasekhemwy. Ägyptisches Museum, Kairo, Inventar-Nr. JE 33896.
Einzelnachweise
Kategorie:Königin (Ägypten) Kategorie:2. Dynastie (Ägypten) Kategorie:Geboren im 27. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 27. oder 26. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Frau