mini|hochkant=1.3| mini|hochkant=1.35|Ansicht der Stadt vom Epprechtstein mini|hochkant=1.35|Granit-Steinbruch Forstwiesenbruch
Kirchenlamitz ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.
Geografie Lage Kirchenlamitz liegt etwa 20 Kilometer südlich von Hof und 35 Kilometer nordöstlich von Bayreuth entfernt am Fluss Lamitz an der Bayerischen Porzellanstraße. Das nächste Oberzentrum ist Selb (mit der tschechischen Stadt Aš).
Gemeindegliederung Es gibt 25 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Hier werden noch 28 Gemeindeteile aufgelistet.
Kirchenlamitz Bahnhof zählt mittlerweile zum Gemeindeteil Wustung bei Niederlamitz, Niederlamitzerhammer zum Gemeindeteil Niederlamitz. Die Weiler Oberschieda (Dörflas bei Kirchenlamitz) wurde mit der Eingemeindung mit dem Kirchenlamitzer Gemeindeteil Oberschieda vereinigt. Vorsuchhütte hat abweichend von den übrigen Gemeindeteilen die PLZ 95100.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Dörflas bei Kirchenlamitz, Hallersteiner Forst-Nordwest, Hallersteiner Forst-Süd, Kirchenlamitz, Martinlamitzer Forst-Süd (Gemarkungsteil 0), Niederlamitz, Raumetengrün, Reicholdsgrün (Gemarkungsteil 0) und Unterschieda. Die Gemarkung Kirchenlamitz hat eine Fläche von 12,231 km². Sie ist in 3717 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3290,63 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Epprechtstein, Fuchsmühle, Hasenmühle, Oberschieda (zum Teil) und Vorderes Buchhaus.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung mini|hochkant=1.3| Die Geschichte von Kirchenlamitz ist auch die der etwa zwei Kilometer südwestlich gelegenen Burg Epprechtstein. 1352 wurden die Burggrafen von Nürnberg mit ihr belehnt und kamen kurze Zeit später in Besitz der gesamten Herrschaft und damit auch des Orts. Burggraf Friedrich V. von Nürnberg verlieh dem Ort zu Kirchenlomnicz 1374 das Stadtrecht, das später wieder verloren ging. Das Fürstentum Bayreuth, zu dem der Ort dann gehörte, kam 1791 zum Königreich Preußen. Nach vierjähriger französischer Besetzung wurde das Fürstentum mit dem Ort und der Burg 1810 an das Königreich Bayern verkauft. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.
19. und 20. Jahrhundert Kirchenlamitz wurde Sitz eines bis 1879 bestehenden bayerischen Landgerichts älterer Ordnung, das anschließend in ein Amtsgericht umgewandelt wurde. 1901 wurde Kirchenlamitz erneut zur Stadt erhoben. Das Amtsgericht wurde 1959 aufgelöst.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1978 die Gemeinde Dörflas bei Kirchenlamitz, Niederlamitz und der größte Teil der aufgelösten Gemeinden Raumetengrün und Reicholdsgrün eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 4350 auf 3286 um 1064 bzw. um 24,5 %.
Politik Stadtrat Die Kommunalwahl vom 2. März 2008 führte zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat: Partei / Liste: CSU SPD WÜL Gesamt Stimmen: 10.134 12.458 8.489 31.081 Sitze: 5 7 4 16 Sitze
Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 führte zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat (ab 1. Mai 2014): Partei / Liste: CSU SPD WÜL Gesamt Stimmen: 12.230 10.557 5.198 27.985 Sitze: 7 6 3 16 Sitze
Die Kommunalwahl vom 15. März 2020 führte zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat (ab 1. Mai 2020)Stadt Kirchenlamitz: Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des Stadtrats am Sonntag, 15. März 2020, abgerufen am 1. Juli 2024: Partei / Liste: CSU SPD WÜL Gesamt Stimmen: 12.877 9.725 5.505 28.107 Sitze: 7 6 3 16 Sitze
Bürgermeister Erster Bürgermeister war ab dem 1. Mai 2008 Thomas Schwarz (SPD). Er wurde am 16. März 2008 in einer Stichwahl mit dem damals amtierenden Bürgermeister Reinhard Weiß (WÜL) gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 68,42 % entfielen 1331 Stimmen auf Schwarz, Weiß erhielt 665 Stimmen. Bei den Bürgermeisterwahlen 2014 und 2020 wurde Schwarz als Erster Bürgermeister bestätigt.
Ab April 2022 befand er sich im Krankenstand und trat im September 2022 von seinem Amt zurück. Der Zweite Bürgermeister Jens Büttner (CSU) übernahm seitdem die Amtsgeschäfte, bis er am 25. September 2022 mit 77,7 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 62,4 Prozent zum neuen Bürgermeister gewählt wurde. Zweite Bürgermeisterin ist Esra Özekimci (SPD), Dritter Bürgermeister Andreas Reul (WÜL).http://www.kirchenlamitz.de/index.php/unsere-stadt2/stadtrat/buergermeister
Wappen
Städtepartnerschaften Kobyla Góra in Polen ist die Partnergemeinde der Stadt Kirchenlamitz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Burg Epprechtstein im Gemeindeteil Buchhaus
Auf dem Epprechtstein befinden sich zahlreiche ehemalige Steinbrüche des Epprechtstein-Granits. Einige davon sind über einen Steinbruch-Rundwanderweg miteinander verbunden. Die meisten sind aufgelassen und das Regenwasser hat darin Seen gebildet.
An einigen älteren Häusern können heute selten gewordene Vorfenster beobachtet werden.
Im Juni 2021 wurde die Stadt Kirchenlamitz für die Hammerscheune in Niederlamitz vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit dem Staatspreis für Erhalt der Baukultur im ländlichen Raum ausgezeichnet.Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Dorferneuerung und Baukultur. Die Gewinner der Staatspreise 2021, 16. Juni 2021, abgerufen am 18. Juni 2021.
Bodendenkmäler
Sport Mittelschwere Skilanglauf-Loipen auf dem Epprechtstein von sechs, vier und neun Kilometer Länge und etwa 100 Meter Höhenunterschied
Regelmäßige Veranstaltungen Juli: Volks- und Wiesenfest Kirchenlamitz August: Kichweihen Raumetengrün und Reicholdsgrün Oktober: Kirchweihen Kirchenlamitz und Niederlamitz
Wirtschaft und Infrastruktur Das Steinindustrie-Unternehmen Reul bestand von 1909 bis 1996 in Kirchenlamitz.
Zudem wurde in Kirchenlamitz Porzellan hergestellt. Von 1914 bis 1974 bestand eine Porzellanmanufaktur zunächst unter dem Namen Wächter & Fürbringer, später als Firma Rudolf Wächter. Werner Bergmann: Die Porzellanmanufaktur Rudolf Wächter in Kirchenlamitz, 2007 Ein weiteres Porzellanwerk wurde 1920 von der Porzellanfabrik Oscar Schaller & Co. errichtet. Sie gehörte zu den Fabriken der Gebrüder Winterling, aus deren Unternehmen 1992 die Winterling Porzellan AG mit Sitz in Kirchenlamitz gebildet wurde; das Unternehmen produzierte bis zur Insolvenz 1999 am Ort.
Von Ende der 1970er Jahre an wurde in der Grube Christa bei Großschloppen Pechblende abgebaut; 1989 wurde der Betrieb wegen des niedrigen Weltmarktpreises für Uran eingestellt.Erwin Purucker: Uransuche in Großschloppen bei Kirchenlamitz auf fichtelgebirge-oberfranken.de, abgerufen am 20. Mai 2016 Laut Medienberichten sind Aussagen der Endlagerkommission so zu verstehen, dass das ehemalige Bergwerk wegen des Granitgesteins in die Voruntersuchungen als Atommüll-Endlager mit einbezogen werden könnte.Peter Engelbrecht: Neue Suche nach Atommüll-Lager, Nordbayerischer Kurier vom 20. Mai 2016, S. 19
Sonstiges Der Ortsneckname von Kirchenlamitz beziehungsweise der Spitzname der Kirchenlamitzer Bürger ist Krebsbacker.
Verkehr Die Staatsstraßen St 2176 und St 2177 treffen sich nahe Kirchenlamitz. Nahe Niederlamitz liegt der Haltepunkt Kirchenlamitz Ost der Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau. Zudem bestand bis 1982 über die Bahnstrecke Kirchenlamitz–Weißenstadt eine Bahnverbindung nach Weißenstadt.
Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben
Nikolaus Friedrich Stöhr (1706–1766), lutherischer Theologe und Pädagoge, in Kirchenlamitz geboren Gustav Blumröder (1802–1853), deutscher Arzt, Psychiater, Politiker und Schriftsteller. Wilhelm Löhe (1808–1872), deutscher evangelisch-lutherischer Theologe, war Vikar in Kirchenlamitz Heinrich Schmidt (1861–1923), Komponist, in Kirchenlamitz geboren Georg Reichel (1870–1947), Gewerkschafter, wurde in Niederlamitz geboren Eduard Wagner (1894–1944), General Hermann Winterling (1906–2008), Unternehmer Encarnación Gutiérrez Rodríguez (* 1964), Soziologin und Professorin, in Kirchenlamitz geboren
Literatur Werner Bergmann: Die Porzellanmanufaktur Rudolf Wächter in Kirchenlamitz, erschienen in Archiv für Geschichte von Oberfranken, 87. Band (2007), S. 317–342
Weblinks
Stadt Kirchenlamitz Stadt Kirchenlamitz im kommunalen Verbund Nördliches Fichtelgebirge
Wer war Dr. Gustav Blumröder? Informationen aus dem Stadtarchiv Kirchenlamitz Arbeitsblätter zur Heimatkunde (001/2010). In: kirchenlamitz.de.
Einzelnachweise
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