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Ensembles
Ensemble Ehemalige Arbeitersiedlung der Spinnerei mini|Abschnitt II an der Carl-Jordan-Straße mini|Abschnitt III südlich der Von-Bippen-Straße Die größtenteils auf dem schmalen Streifen der von Werkskanal und Mangfall umschlossenen „Insel“ gelegene und komplett erhaltene ehemalige Spinnerei-Arbeitersiedlung folgt in ihrer Entwicklung den Hauptbauphasen der 1860 gegründeten und sukzessive erweiterten „Baumwoll-Spinnerei Kolbermoor“. Obwohl diese bei der endgültigen Schließung des Werks (1993) schon nicht mehr Arbeitgeber der Siedlungsbewohner war und der die Stadtgeschichte prägende ehemalige Industriekomplex heute nur noch in Teilen baulich präsent geblieben ist, lässt sich der ursprüngliche Zusammenhang von Fabrik und Siedlung noch nachvollziehen. Diese veranschaulicht darüber hinaus den im Werkswohnungsbau ab der Mitte des 19. Jahrhunderts generell zu beobachtenden Wandel der Haustypen und städtebaulichen Konzeptionen. Als erster Bauabschnitt wurden 1862 in unmittelbarer Nähe der Werksanlage in offener Bauweise sechs Arbeiterhäuser mit 36 Familienwohnungen errichtet; es handelt sich dabei um schlichte, einheitlich gestaltete, zweieinhalbgeschossige Satteldachhäuser mit kleinen Nebengebäuden und Gärten. Der an diese „Kolonie“ östlich anschließende Bereich wurde zwischen 1907 und 1912/13 durch meist erdgeschossige, relativ geräumige Wohnhäuser erweitert, deren differenzierte Bauweise mit hohen Dächern, Quergiebeln und Erkern im damals als Alternative zur Mietskaserne propagierten „Cottagestil“ den Bewohnern ein gefälliges, anheimelndes Wohnumfeld vermitteln sollte. Überwiegend zu Zweier- oder Dreiergruppen zusammengefasst, bilden diese Siedlungshäuser mit ihren zugeordneten Gärten eine abwechslungsreiche Folge von Freiräumen und Gebäuden. Mit Beginn dieses zweiten Siedlungsabschnitts entstand 1907 auch der Kindergartenbau (Von-Bippen-Straße 9), der über die Wohnraumbeschaffung hinaus einen weiteren sozialfürsorgerischen Anspruch der Spinnerei dokumentiert. In einer dritten Bauphase, 1920–22, wurde die Carl-Jordan-Straße als über die untere Brücke führende Achse angelegt und im Bereich des Brückenkopfes durch symmetrisch nach dem Vorbild barocker Schloßarchitektur angeordnete erd- und zweigeschossige Wohnhäuser geschlossen bebaut; langgestreckte Zeilenbauten schließen sich beidseits der Straße nach Süden an, wobei der Monotonie des Geschosswohnungsbaus durch Rhythmisierung der Baukörper mittels Erkerausbauten und Ziergiebeln in barockisierenden Formen entgegengewirkt wird. Aktennummer: E-1-87-150-1
Ensemble Marktplatz Nachdem der Industrieort 1863 selbständig geworden war, entstand der Marktplatz mit den wichtigsten öffentlichen und kirchlichen Gebäuden, mit Rathaus, Knaben- und Mädchenschulhaus, Kirche und Pfarrhaus. – Um 1900 war infolge des raschen Anstiegs der Bevölkerungszahl die Erweiterung fast aller Gebäude notwendig; 1902 wurde der Platz selbst umgestaltet. Zwei- und dreigeschossige freistehende Putzbauten fassen den nahezu quadratischen Platz ein. Die beiden Schulhäuser – beiderseits der alleegesäumten Rainerstraße – sind Pendantbauten von monumentalen Dimensionen, die zusammen mit der neuromanischen Pfarrkirche das Zentrum der aufstrebenden Arbeiterstadt prägen. Aktennummer: E-1-87-150-2
Baudenkmäler nach Ortsteilen
Kolbermoor
Pullach
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Kolbermoor
Literatur Michael Petzet: Denkmäler in Bayern: Oberbayern. – Hrsg.: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1986
Anmerkungen
Weblinks
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