Poetete Vila ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Ermera (Gemeinde Ermera). Hier liegt auch der Ort Ermera, die ehemalige Hauptstadt der Gemeinde.
Geographie
mini|links|Am Sitz des Sucos (2023) mini|links|Im Suco (2023)
Poetete Vila liegt im Nordwesten des Verwaltungsamts Ermera und teilt sich in zwei voneinander getrennte Gebiete. Das flächenmäßig größere Stück im Norden besteht aus den Aldeias Biluli (Berluli), Lequisi (Lequesi, Lekese) and Rematu (Renatu). Westlich befindet sich der Suco Ponilala, südlich die Sucos Samatrae und Leguimea und östlich der Suco Talimoro. Im Norden bildet der Gleno die Grenze, der zum Flusssystem des Lóis gehört. Auf der anderen Seite des Flusses liegt das Verwaltungsamt Railaco mit seinen Sucos Matata und Tocoluli. Der Daurecco durchquert auf seinem Weg zum Gleno den Nordosten von Poetete Vila.Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Ermera.Jornal da República: Diploma Ministerial n.° 16/2017, mit Korrekturen vom 9. Mai 2017, abgerufen am 12. März 2019.
Folgt man dem Daurecco flussaufwärts nach Süden durch Leguimea kommt man zur Aldeia Aldeia Vila, dem zweiten Territorium von Poetete Vila. Im Westen und Süden wird es vom Suco Samatrae begrenzt, im Norden von Leguimeas Exklave und im Osten von seinem Hauptterritorium. Dazwischen quetscht sich der Suco Talimoto. Entlang der Südostgrenze fließt der Buri, ein weiterer Nebenfluss des Gleno.
Bis zum 1. Oktober 2023 bildeten Poetete Vila, Samatrae und Poetete Lodudu den gemeinsamen Suco Poetete, mit einer Gesamtfläche von 17,62 km². Aufgrund der stark angewachsenen Bevölkerungszahl (2023: 12.000 Einwohner) wurden seine zwölf Aldeias auf die drei neuen Sucos aufgeteilt.Direção-Geral do Desenvolvimento Rural: Ministério da Administração Estatal (DGDR) no ekipa halo konfirmasaun kestaun tekniku sobre devizaun suku (Suku Foun) Iha suku Poetete, Antes fó parecer tékniku final ba Ministro, 2. März 2023, abgerufen am 2. März 2023.Ministério da Administração Estatal, República Democrática de Timor-Leste: MINISTRU MAE HALO LANSAMENTU BA SUKU FOUN RUA IHA MUNISIPIU ERMERA, 18. Mai 2023, abgerufen am 3. Januar 2024.Jornal da República: Diploma Ministerial n.° 16/2017, mit Korrekturen vom 9. Mai 2017, abgerufen am 12. März 2019.
Die Siedlung Ermera, in der Aldeia Vila, ist der Hauptort und größter Ort des Sucos. Neben den Aldeia-Hauptorten Biluli, Lequisi und Rematu liegen im nördlichen Territorium die kleinen Weiler Egorlala, Ereno, Hormegy, Leilala und Tighei.
Neben dem Sitz des Sucos befinden sich im Ort Ermera die Sekundärschule Escola Secundaria Katolik Imaculada Conçeição Ermera, das kommunale Gesundheitszentrum Ermera Lama, die Zentrale Primarschule (Escola Primaria Central EPC) Poetete Vila und die Zentralgrundschule (Escola Básica Central EBC). Weitere Grundschulen gibt es in Lequisi und in Biluli.
Die Pfarrkirche (Igreja Matriz) Imaculada Conceição in Ermera stammt aus der portugiesischen Kolonialzeit. Ihr gegenüber steht am anderen Ende der Hauptstraße die Villa des ehemaligen Großgrundbesitzers. An der Straße findet freitags ein Markt statt.
Einwohner mini|Einwohner von Poetete bei einer Versammlung (2016)
2015 lebten 5.909 Menschen in den Aldeias, die nun zum Suco Poetete Vila gehören.
Geschichte
Während der Schlacht um Timor im Zweiten Weltkrieg war der Ort Ermera der einzige portugiesische Militärposten, der nicht von den Japanern erobert wurde. Stattdessen besetzte die Sparrow Force der Alliierten Ermera 1942 mehrmals. Die Kirche, der Militärposten und andere Gebäude wurden im Krieg zerstört.Australia War Memorial: ERMERA, PORTUGUESE TIMOR. 1946-01-26, abgerufen am 4. Februar 2024.
Anfang 1976 erreichten die indonesischen Invasionstruppen Ermera. Ein Teil der Bevölkerung floh aus Angst in die Berge. Nach der Eroberung von Samara (Verwaltungsamt Hatulia) am 24. April wurden 500 seiner Einwohner für die spätere Umsiedlung im Ort Ermera interniert. Aufgrund der fehlenden Nahrungsmittelversorgung in dem sogenannten Transit Camp litten die Menschen an Hunger. Das Camp bestand bis Ende 1979.„Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer, das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum Arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurde nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, verhungerten Einwohner. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos wieder frei bewegen.
1991 versteckte der Pfarrer Mário do Carmo Lemos Belo den FALINTIL-Oberbefehlshaber Xanana Gusmão, mit Hilfe anderer, in seinem Pfarrhaus im heutigen Suco Poetete Vila.Jornal da República: DECRETO DO PRESIDENTE DA REPÚBLICA Nº. 72 /2015 de 19 de Novembro, abgerufen am 22. April 2019.
Am 10. April 1999 brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah-Merah-Milizionären dutzende Häuser im Ort Ermera nieder.
Politik mini|Felisberto das Neves (2022)
Bei den Wahlen 2023 wurde Felisberto das Neves in seinem Amt bestätigt, als Chefe de Suco von Poetete. Er hatte es bereits seit 2009 nne. Nach der Aufspaltung des Sucos blieb Neves Chefe de Suco von Poetete Vila.Gemeinde Ermera: POSTO ADMINISTRATIVO ERMERA, abgerufen am 9. Mai 2026. Bei den Nachwahlen 2025 wurde der Chefe de Suco neu gewählt. Es gewann Eurico de Jesus Soares.
Persönlichkeiten Gabriel Ximenes (* 1956 in Ermera; † 2009), Politiker Maria da Costa Exposto (* 1960 in Ermera), Politikerin António 55 dos Santos (* 1960 in Poetete), Politiker und Unabhängigkeitsaktivist José Neves (* 1962 in Poetete), Präsidentschaftskandidat und Beamter João Maia da Conceicão (* 1969 in Ermera), Politiker Rui Manuel Hanjam (* 1969 in Ermera), Politiker Cláudio de Jesus Ximenes (* in Ermera), Präsident des Tribunal de Recurso de Timor-Leste
Weblinks
(tetum; PDF) Seeds of Life: Suco information sheets Ermera (tetum)
Einzelnachweise
Kategorie:Suco in Ermera (Verwaltungsamt)