alt=Grünsfeld im Main-Tauber-Kreis, Deutschland|mini|Grünsfeld mit Stadtkirche St. Peter und Paul Grünsfeld () ist eine fränkische Stadt im Main-Tauber-Kreis im fränkischen Nordosten von Baden-Württemberg.Städte und Gemeinden. Main-Tauber-Kreis; abgerufen am 25. Oktober 2014 Ihren Namen verdankt sie dem Grünbach, einem Nebenfluss der Tauber, der hier mit dem Wittigbach zusammenfließt.

Geographie mini|Gemarkung der Kernstadt Grünsfeld, 1930

Stadtgliederung Grünsfeld besteht neben der Kernstadt Grünsfeld aus den ehemals selbstständigen Gemeinden und heutigen Stadtteilen Grünsfeldhausen, Krensheim, Kützbrunn, Paimar und Zimmern:Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 319–322

Zu Grünsfeld die Stadt Grünsfeld (), der Weiler Hof Uhlberg () und die Wohnplätze Am Fessertal (), Industriepark ob der Tauber (Waltersberg) (), Riedmühle (), Rötensteinstraße () und Wendels (Englerts)-mühle (früher Neumühle) (). Zu Grünsfeldhausen das Dorf Grünsfeldhausen (). Zu Krensheim das Dorf Krensheim (). Zu Kützbrunn das Dorf Kützbrunn (). Zu Paimar das Dorf Paimar (). Zu Zimmern das Dorf Zimmern ().

Schutzgebiete Auf der Grünsfelder Gemarkung gibt es mit den Besselbergweinbergen ein 37,3 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet.Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007

Das FFH-Gebiet Nordöstliches Tauberland liegt teilweise auf der Gemarkung von Grünsfeld. Daneben existieren auf dem Gebiet der Stadt 14 als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Daneben liegen noch zwei Wasserschutzgebiete im Gebiet der Stadt Grünsfeld.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Grünsfeld

Geschichte Stadt Grünsfeld Mittelalter Grünsfeld wurde um 1160 erstmals urkundlich erwähnt. Im Codex Eberhardi von um 1160 (über 1.000 Schenkungen an das Kloster Fulda) steht u. a.: Sigeboto übergab „dem hl. Bonifatius“ im Taubergau im Dorf Grunefelden sein gesamtes Eigentum.das bedeutete, er übergab es dem Kloster Fulda, nicht dem Bonifatius, sondern seinem Kloster Fulda. Zunächst gehörte Grünsfeld zur Herrschaft Zimmern Zimmern-Grünsfeld (Adelsgeschlecht) bzw. den Herren von Lauda Amt Lauda. Um 1200 fällt Grünsfeld, Lauda und Zimmern durch Einheirat an die Grafen von Rieneck. Graf Gerhard III. von Rieneck heiratete Kunigunde von Zimmern und Lauda. Um 1320 erhielt Grünsfeld, unter Graf Ludwig IV. von Rieneck († 1330), das Stadtrecht vom Wittelsbacher König Ludwig IV.Stadt Grünsfeld: gruensfeld.de; abgerufen am 23. Februar 2018.

Neuzeit 1502 verkaufte Gräfin Dorothea von Rieneck-Grünsfeld Lauda an die Pfalz, und gab Grünsfeld als Lehen an das Bistum Würzburg. Das Bistum Würzburg, unter Fürst-Bischof Lorenz von Bibra, gab es ihrem Sohn Johann IV. von Leuchtenberg als Lehen zurück. 1646, während des Dreißigjährigen Kriegs, starben die Landgrafen von Leuchtenberg mit Maximilian-Adam aus. Grünsfeld fiel zurück an das Bistum Würzburg, das in der Stadt das Oberamt Grünsfeld einrichtete. 1803 kam Grünsfeld im Rahmen der Säkularisation zum neugebildeten Fürstentum Leiningen, wo es Sitz eines Amtsbezirkes wurde. Mit Auflösung des Fürstentums 1806 wurde Grünsfeld badisch. 1911 hat die Bevölkerung unter einer schweren Hochwasserkatastrophe gelitten.

Stadtteile Die fünf Stadtteile wurden während der Gebietsreform in Baden-Württemberg in den 1970er Jahren zu Grünsfeld eingemeindet: 1. Februar 1972: Eingemeindung von Grünsfeldhausen 1. Januar 1973: Eingemeindung von Paimar und Zimmern 1. Januar 1974: Eingemeindung von Krensheim 1. Januar 1975: Eingemeindung von Kützbrunn

Grünsfeldhausen

70px|links|Grünsfeldhausen Grünsfeldhausen wurde erstmals 1322 als Husen urkundlich erwähnt. Auf die heutige Bezeichnung deutet bereits eine Namensänderung in Grunsvelthusen im Jahre 1378 hin. Der Ort liegt beidseitig des Grünbachs nördlich von Grünsfeld und teilte im Wesentlichen die Geschichte der Kernstadt, da in etwa die gleichen Herrschafts- und Besitzverhältnisse vorliegen. Mit der Achatiuskapelle besteht in Grünsfeldhausen ein weithin bekanntes Wahrzeichen aus dem 12. Jahrhundert.

Krensheim

70px|links|Krensheim Krensheim wurde 1157 erstmals urkundlich erwähnt. Dies geschah in einer Urkunde des Klosters Bronnbach. Zunächst gehörte der Ort einem ansässigen Ortsadel, ging dann aber an die Herren von Zimmern über. Der Ort liegt als Haufendorf mit dichter Bebauung und großen Höfen auf der Gäuhochfläche östlich des Grünbachtals. Krensheim wurde weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt für seinen Muschelkalkstein, der lange Zeit beim Bau des Kölner Domes verwendet wurde.

Kützbrunn

70px|links|Kützbrunn Noch früher, nämlich 1119, wurde Kützbrunn urkundlich erwähnt, als es durch eine Schenkung an das Bistum Würzburg kam. Nachdem die Grafen von Rieneck Mitte des 13. Jahrhunderts den Ort zwischenzeitlich als Lehen erhielten, wurde er noch im selben Jahrhundert an das Kloster Gerlachsheim vergeben, in dessen Besitz er bis zur Säkularisation verblieb. Der Ort liegt als dicht bebautes Straßendorf in einer Quellmulde auf der Anhöhe südlich des Wittigbachtals.

Paimar

70px|links|Paimar Relativ jung ist Paimar, das erst 1407 erstmals urkundlich erwähnt worden ist. Damals hieß es Bunber, später Beumar und Beymar. Über die Entstehung des Dorfes ist nur wenig bekannt. Es gehörte stets zum Amtsbezirk Grünsfeld und teilte dessen Schicksal. Der Ort liegt im oberen Grünbachtal. 1911 erlebte der Ort ein schweres Hochwasser, das einen großen Schaden anrichtete und elf Menschenleben forderte.

Zimmern

70px|links|Zimmern Aus Zimmern stammen die Freiherren von Zimmern, die erstmals 1155 urkundlich erwähnt wurden und nicht nur über ihren Stammsitz, sondern auch über andere Orte der Region herrschten. Nachdem sich die Herrschaft Ende des 12. Jahrhunderts mit der Herrschaft Lauda vereinigte, fiel sie 1213 an die Grafen von Rieneck. Über die Grafen von Leuchtenberg kam das Gebiet an das Hochstift Würzburg (Näheres siehe oben).

Einwohnerentwicklung Die Bevölkerung der Stadt Grünsfeld (1961 und 1970 ohne die Stadtteile) entwickelte sich wie folgt: Jahr Bevölkerung 1961 1920 1970 1964 1991 3492 1995 3785 2005 3847 2010 3703 2015 3603 2020 3629

Quellen: Gemeindeverzeichnis und Angaben des Statistischen Landesamtes

Religion Katholisches Christentum Zur römisch-katholischen Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen, die dem Dekanat Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg zugeordnet ist, gehören die Pfarreien St. Peter und Paul (Grünsfeld) mit den Filialen St. Achatius (Grünsfeldhausen) und St. Laurentius (Paimar), St. Ägidius (Krensheim), St. Margaretha (Zimmern), St. Martin (Poppenhausen), Allerheiligenkirche (Unterwittighausen) mit der Filiale St. Ägidius (Oberwittighausen), Hl. Dreifaltigkeit (Kützbrunn) und St. Regiswindis (Vilchband).Katholisches Dekanat Tauberbischofsheim: . Online auf www.kath-dekanat-tbb.de. Abgerufen am 25. Oktober 2016.

Judentum Eine jüdische Gemeinde in Grünsfeld entstand bereits im Mittelalter und existierte mit Unterbrechungen bis zur Zeit des Nationalsozialismus. Grünsfeld (Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal / Synagoge. Alemannia Judaica; abgerufen am 16. Juni 2015. Von den jüdischen Personen, die in Grünsfeld geboren wurden oder längere Zeit im Ort wohnten, kamen in der Zeit des Nationalsozialismus 18 Personen nachweislich ums Leben.Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem.Angaben aus Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945.

Politik

Gemeinderat In Grünsfeld wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Diese garantiert den Ortsteilen eine festgelegte Anzahl von Sitzen. Aus dem Hauptort Grünsfeld (mit Weiler Hof Uhlberg) kommen mindestens acht, aus Zimmern mindestens zwei Räte, aus Grünsfeldhausen, Krensheim, Kützbrunn und Paimar kommt jeweils mindestens ein Gemeinderat. Der Gemeinderat hat normalerweise 14 Mitglieder. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate (Ausgleichssitze) verändern. 2024 besteht er aus 15 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart

Parteien und Wählergemeinschaften '%2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 CDU/FWV Christlich Demokratische Union/Freie Wähler 46,13 7 32,8 5 FBL Freie Bürgerliste Grünsfeld 35,59 5 33,0 5 GL Grünsfelder Liste 18,28 3 34,2 5 Gesamt 100 15 100 15 Wahlbeteiligung 70,36 % 71,4 %

Bürgermeister Seit 2013 ist Joachim Markert (CDU) Bürgermeister.

Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Stadt Grünsfeld

Wappen Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold eine silberne Lilie, an deren Bund angelehnt vorne ein goldener Dreieckschild mit fünf roten Balken, hinten ein silberner Halbrundschild mit einem blauen Pfahl.“

Städtepartnerschaften Seit 1973 verbindet Grünsfeld eine Städtepartnerschaft mit Pfreimd, das früher ebenfalls zur Landgrafschaft Leuchtenberg gehörte. Nach der politischen Wende in der DDR kam eine Partnerschaft zu Großpostwitz in der Oberlausitz hinzu.

Verwaltungsgemeinschaft Die Stadt Grünsfeld bildet mit der Gemeinde Wittighausen zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Grünsfeld.

Wirtschaft und Infrastruktur Wasserversorgung Das in Dittigheim von 2015 bis 2017 errichtete Wasserwerk Taubertal versorgt rund 40.000 Menschen aus drei Städten und drei Gemeinden, sowie Industrie und Gewerbe im mittleren Taubertal mit Trinkwasser. Betreiber ist der Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber, dem neben den Städten Grünsfeld, Lauda-Königshofen und Tauberbischofsheim auch die Gemeinden Großrinderfeld, Werbach und Wittighausen angehören.Startseite. Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber; abgerufen am 23. Februar 2018. Main-Post, 28. Oktober 2016; abgerufen am 23. Februar 2018.

Verkehr

Grünsfeld und Zimmern verfügen über je einen Haltepunkt an der Frankenbahn (Stuttgart–Würzburg). Zwischen Lauda und Würzburg besteht ein ungefährer 2-Stunden-Takt mit Regionalbahnen der Westfrankenbahn.

Über die Bundesstraße 290 (Tauberbischofsheim–Aalen) ist Grünsfeld an die Autobahn 81 angebunden.

Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Grünsfeld mit Lauda-Königshofen und in der anderen Richtung über den Ortsteil Zimmern und über Wittighausen Richtung Würzburg verbunden.

Bildung Mit der Dorothea-von-Rieneck-Schule verfügt die Stadt über eine Grund- und Werkrealschule, die regionaler LRS- und Dyskalkuliestandort ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|hochkant|Die St.-Achatius-Kapelle in Grünsfeldhausen mini|Rathaus mit Stadtkirche in Grünsfeld Das Rathaus in der Altstadt ist ein fränkischer Profanbau aus dem Jahre 1579. Von allen Seiten sichtbar ist die Stadtkirche St. Peter und Paul aus dem 14./15. Jahrhundert mit 75 m hohem Turm. Das von den Grafen von Rieneck erbaute Schloss Grünsfeld Der Grünsfelder Kreuzweg am Stationenweg Amtshaus, heute Heimatmuseum Im Stadtteil Grünsfeldhausen steht eine der wenigen noch erhaltenen romanischen Oktogonkirchen in Süddeutschland, die um 1220 erbaute Kapelle St. Achatius. Seit der Erbauung hat sich die Talsohle um ca. 3 m in mehreren Stufen erhöht. Von 1903 bis 1905 wurde der ursprüngliche Eingang wieder freigelegt.mini|Haus Derr in der Abt-Wundert-Straße 4 (Grünsfeld)