Das Dragoner-Regiment „König“ (2. Württembergisches) Nr. 26 war von 1805 bis 1919 ein Kavallerieverband der Württembergischen Armee.
Geschichte Name Im Herzogtum wurde mit Dekret vom 6. Dezember 1805 ein leichtes Jäger-Regiment zu Pferd aufgestellt, zu dessen Chef am 31. Dezember 1805 Prinz Paul von Württemberg ernannt wurde und das daher den Namen Jäger-Regiment zu Pferd Prinz Paul führte. Das Regiment wurde am 12. März 1807 umbenannt in Jäger-Regiment Herzog Louis und erhielt am 27. Mai 1811 den Namen Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 3 Herzog Louis,Durch eine K. Ordre vom 27. Mai 1811 wurde in Württemberg die Benennung der Regimenter geändert, an Stelle der Bezeichnung nach dem Regimentsinhaber trat eine durchgehende Nummerierung: „Alle Linien-Regimenter der Cavallerie und Infanterie, ausgenommen die, so Prinzen des Königl. Hauses zu Chefs haben, werden nicht mehr die Namen des Proprietairs führen, sondern nach Nummern folgendermaßen benannt werden: Cavallerie … Nr. 3 Jäger-Regiment zu Pferde Herzog Louis“ am 8. November 1813 den Namen Kavallerie-Regiment Nr. 2 Jäger Herzog Louis. Bei der Neuorganisation des Heeres erhielt das Regiment am 31. März 1817 den Namen 2. Reiter-Regiment. Durch einen Erlass König Karls vom 19. Dezember 1864 wurde an die frühere Tradition angeknüpft und so die Namen einiger Regimenter erweitert, das Regiment erhielt einen Zusatz 2. Reiter-Regiment Kronprinz Friedrich.Württ. Regierungsblatt 1811 Nro. 25, 1. Juni, S. 265: „In der Absicht, die früher bestandene Einrichtung der Benennung der Reiter- und Infanterie-Regimenter wieder ins Leben zu rufen, zugleich auch um ausgezeichnete militärische Verdienste in besonderer Weise zu ehren und zu belohnen, finde Ich Mich bewogen, Folgendes zu verfügen: 3. Der Prinz Friedrich von Württemberg Königliche Hoheit und Libden wird zum Inhaber des 2. Reiter-Regiments … gnädigst ernannt.“
1870 wurde das Regiment umbenannt in 2. Dragoner-Regiment und am 2. Oktober 1871 in 2. Württembergisches Dragoner-Regiment. Am 18. Dezember 1871 erhielten alle württembergischen Regimenter zusätzliche Nummern. Diese entsprachen der fortlaufenden Nummerierung aller Regimenter des deutschen Bundesheeres, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einem der Kontingente, das Regiment erhielt die Nummer 26 2. Württembergisches Dragoner-Regiment Nr. 26. Alle Truppenteile erhielten am 14. Dezember 1874 die Namen in der endgültigen Schreibweise und Nummerierung: DragonerRegiment (2. Württembergisches) Nr. 26. Am 20. Juni 1891 erhielt das Regiment den Zusatz Prinz Wilhelm Dragoner-Regiment „Prinz Wilhelm“ (2. Württembergisches) Nr. 26, am 23. Dezember 1891 den Namen Dragoner-Regiment „König“ (2. Württembergisches) Nr. 26.
Das Regiment wurde zum 1. Mai 1919 aufgelöst.Durch die Verfügung des Kriegsministeriums Ia Nr. 17431 wurde die Auflösung des stehenden Heeres angeordnet.
Die Tradition des Regiments übernahm in der Reichswehr die 4. (Württembergische) Eskadron des 18. Reiter-Regiments.
Garnisonen 1805 Esslingen 1807 Künzelsau, Pfedelbach, Öhringen, Kupferzell 1808 Saulgau, Biberach, Mengen, Riedlingenab Herbst Ludwigsburg und Hohenheim ab Dezember Zwiefalten, Pflummern 1810 Ehingen, Blaubeuren, Munderkingen 1813 Winnenden, Waiblingen, Esslingen 1814 Ulm 1817 Esslingen 1818 Ludwigsburg 1833 Ulm„Nach österreichischem Vorbild wechselten die Regimenter 1833 und 1842 ihre Garnisonen, um einer festen Verwurzelung der Kader in den Städten vorzubeugen.“ Zitiert nach Harder, S. 66. 1842 Ludwigsburg 1852 Stuttgart 1869 Ulm, Wiblingen 1894 Stuttgart (Alte Reiterkaserne) 1911 Cannstatt (Reiter-Kaserne)
Teilnahme an Gefechten und Kampfhandlungen 1806 mit Frankreich gegen Preußen, Stärke 15 Offiziere, 1 Arzt, 1 Auditor, 1 Quartiermeister, 329 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 324 Dienstpferde in 3 Escadrons. Verluste 11 Gefallene, 8 Verstorbene, 41 Verwundete, 15 Gefangene sowie 104 Pferde. 1809 mit Frankreich gegen Österreich, Stärke 24 Offiziere, 1 Arzt, 1 Auditor, 1 Quartiermeister, 1 Profos, 1 Kurschmied, 574 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 482 Pferde. Bei einer Attacke eroberte das Regiment sechs Geschütze und erhielt dafür eine Ehrenstandarte. Verluste 19 Gefallene, 23 Verwundete, 4 Gefangene sowie 126 Pferde. 1812 mit Frankreich gegen Russland, Stärke 30 Offiziere, 1 Arzt, 1 Auditor, 1 Quartiermeister, 1 Kurschmied, 580 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 519 Dienstpferde in 4 Escadrons. Das Regiment löste sich am 10. Oktober 1812 auf. Zurück kamen 14 Offiziere, 16 Unteroffiziere und 61 Mann. 1813 mit Frankreich gegen Preußen, Stärke 18 Offiziere, 1 Auditor, 1 Quartiermeister, 1 Kurschmied, 511 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 511 Pferde. Am 16. Oktober hatte das Regiment noch eine Stärke von 4 Offizieren, 60 Unteroffizieren und Mannschaften sowie 60 Dienstpferden und wurde aus der französischen Armee entlassen. 1813 mit der Allianz gegen Frankreich, Stärke 21 Offiziere, 573 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 519 Dienstpferde. Verluste sind nicht bekannt. 1814 gegen Frankreich mit der Hauptarmee in der 2. Brigade (von Jett) der Kavallerie-Division (Prinz Adam), IV. Armee-Korps (Kronprinz Wilhelm von Württemberg), Stärke 21 OffiziereKommandeur Major von Reinhardt Etatmäßiger Stabsoffizier Major von MögelinKommandeurs-Eskadron Stabsrittmeister von MengenEskadron Mögelin Premierleutnant Graf von Reischach3. Eskadron Major von Moltke(Nach dem Feldzug zum Oberstleutnant befördert)4. Eskadron Stabsrittmeister von Thungern und rund 500 Unteroffiziere und Jäger. Einsätze bei Neu-Breisach, Chaumont, Brienne, Montereau, Arcis-sur-Aube und Fère-Champenoise. Verluste: 6 Gefallene, 1 Verstorbener, 25 Verwundete, 2 Vermisste sowie 16 tote, 28 verwundete, 2 vermisste Pferde. 1815 gegen Frankreich im III. Korps der Oberrhein-Armee in der Kavallerie-Division (Prinz Adam), Stärke 28 Offiziere, 580 Unteroffiziere und Jäger, 511 Pferde in 4 Eskadronen. Das Regiment kämpfte bei Saarburg i. L., Hagenau und Rheinzabern. 1848 bei der württembergischen Feld-Brigade in Schleswig-Holstein keine Kampfhandlungen. Nach Rückkehr mit dem württembergischen Beobachtungs-Korps in Frankfurt und Baden. 1866 gegen Preußen bei der Reserve-Kavallerie des VIII. Bundes-Korps, Stärke 21 Offiziere 583 Unteroffiziere und Reiter, 592 Reit- und 30 Zugpferde, dazu die dem Regiment unterstellte 3. Eskadron des 2. Reiter-Regiments.Kommandeur seit 5. März Oberst von Gukelen,Stabsoffizier Major Veiel, seit 13. Juni im Regiment, 1. Eskadron Rittmeister Graf zu Lippe-Biesterfeld-Falkenflucht2. Eskadron Rittmeister Neuhaus seit Anfang Juni3. Eskadron Rittmeister Link4. Eskadron Rittmeister von Ausin seit März 5. Eskadron neu unterstellt Rittmeister Rau Eingesetzt bei der Kavallerie-Reserve des VIII. Korps des Deutschen Bundes war das Regiment ab 18. Juni in Offenbach, ab 21. Juni in Vilbel, ab 25. Juni im Raum Friedberg stationiert. Am 29. Juni wurde das Regiment aufgeteilt: 1. bis 3. Eskadron marschierten mit der Hauptmacht Heblos (3. Juli), die 4. Und 5. Eskadron mit der Brigade Fischer bis Herbstein (5. Juli). Danach marschierte das Regiment, seit 12. Juli wieder vereint, mit der 3. Brigade der württembergischen Division aus dem Raum westlich Frankfurt nach Südwesten zurück. Am 24. Juli unternahm Regimentskommandeur von Gukelen vormittags mit der 2. und 3. Eskadron einen Aufklärungsritt über Hardheim hinaus, musste aber vor überlegenen preußischen Truppen zurückgehen (Verluste 1 Verwundeter, 3 Gefangene, 8 Vermisste, 1 totes, 3 verwundete und 7 vermisste Pferde). Am Gefecht um Tauberbischofsheim war das Regiment, in Stellung bei Großrinderfeld, nicht direkt beteiligt und ging mit dem Korps auf Würzburg zurück. Nach dem Waffenstillstand am 1. August kehrte das Regiment über Gaukönigshofen, Rothenburg ob der Tauber, Langensteinbach nach Stuttgart (Ankunft 16. August) zurück. Gesamtverluste 5 Gefallene, 4 Gefangene, 4 Vermisste. mini|Louis Braun, Württembergische Dragoner, 1870. 1870/71 gegen Frankreich. 1. und 4. Eskadron Besatzung der Bundesfestung Ulm, 2. und 3. Eskadron in Stärke 7 Offiziere und rund 300 Unteroffizieren und Reitern Etappendienst bei der 3. Armee. 1900 am zweiten internationalen Expeditionskorps in China nahmen 2 Offiziere und 11 Dragoner teil, keine Verluste. 1904/06 am Kampf gegen die Herero nahmen 2 Offiziere, 3 Unteroffiziere und 23 Dragoner teil. Verluste: 1 Gefallener, 5 Verstorbene, 3 Verwundete. Mit der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg kam das Regiment zur 26. Kavallerie-Brigade (Generalmajor Robert Herzog von Württemberg), 7. Kavallerie-Division bei der 6. Armee, die im August 1914 in Saarlouis aufgestellt wurde. Die Stärke nach der Mobilmachung betrug 33 Offiziere, 3 Ärzte, 3 Veterinäre, 1 Zahlmeister, 679 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 754 Pferde. Die Einsätze des Regiments sind bei der 7. Kavallerie-Division beschrieben.
Im April 1917 musste jede Eskadron 100 Pferde sowie 50 Mann als Pferdewärter abgeben. In den Kreisen Aachen und Mayen wurden sie in der Landwirtschaft eingesetzt. Am 6. Februar 1918 wurden diese „Arbeits-Eskadronen“ aufgelöst, die Pferde endgültig an das VII. Armee-Korps abgegeben und das Personal kehrte zum Regiment zurück. Am 5. Februar 1918 wurde das Regiment in ein Kavallerie-Schützen-Regiment umgewandelt.
Nach den schweren VerlustenVerluste vom 22. bis 28. September 1918: 57 Gefallene, 36 Verwundet, 103 Vermisste bei Cambrai, das Regiment hatte noch eine Kampfstärke von 1 Offizier und 123 Mann, wurde am 1. Oktober 1918 aus den Resten des Kavallerie-Schützen-Kommandos 30 ein kombiniertes Bataillon unter Major Landeck gebildet, zu dem jedes ehemalige Kavallerie-Schützen-Regiment eine Schützen-Eskadron mit einer Stärke von rund 100 Mann mit sechs bis acht leichten Maschinengewehren stellte. Die bis dahin drei Maschinengewehr-Eskadronen des Regiments wurden zu einer zusammengefasst, die Reste der drei Minenwerfer-Abteilungen und der Minenwerfer-Kompanie 312 formierten eine Minenwerfer-Abteilung.
Auftrag Der Auftrag des Regiments war die Ausbildung der Soldaten zur Aufklärung (Patrouillendienst), Flankensicherung, als Meldereiter und im geschlossenen Einsatz des Regiments sowie die weitere Ausbildung der Remonten.
Organisation Verbandszugehörigkeit Bis 1816 gab es in Württemberg im Frieden keine Großverbände. Solche wurden nur für einzelne Feldzüge zusammengestellt.
Mit der grundlegenden Neuorganisation 1817 wurde das württembergische Heer erstmals auch im Frieden in Großverbände gegliedert. Die Reiterei wurde in eine Division mit zwei Brigaden gegliedert, mit dem 1. Reiter-Regiment bildete das Regiment die I. Brigade. Von 1833 bis 1842 gehörte das Regiment zur II. Brigade. Im Juli 1849 fiel die Division weg, die Reiter-Regimenter wurden in einer Brigade zusammengefasst. Am 13. September 1852 wurde diese Brigade wieder in Division umbenannt. Von 1871 bis 1914 gehörte das Regiment zur 26. Kavallerie-Brigade (1. Königlich Württembergische) in Stuttgart, (26. Division (1. Königlich Württembergische), XIII. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps, 5. Armee).
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Friedensgliederung aufgelöst und das Regiment mit vier Feldeskadronen in der 26. Kavallerie-Brigade der 7. Kavallerie-Division unterstellt.
Gliederung Das Regiment gliederte sich ab seiner Aufstellung in vier Eskadronen, am 13. Juli 1807 kam eine 5. Eskadron dazu.
1820 betrug die Friedensstärke des Regiments 17 Offiziere, 67 Unteroffiziere, 264 Reiter und 2 Non-Combatanten sowie 345 Reitpferde in vier Eskadronen. Um es auf die volle Kriegsstärke zu bringen, hätten 8 Offiziere, 54 Unteroffiziere (darunter 10 Ärzte), 381 Mannschaften (darunter 64 Schützen mit einer besonderen Ausbildung), 5 Fahrer aus dem Urlaub zurückgerufen bzw. Reservisten oder Rekruten einberufen und ausgebildet sowie 462 Reitpferde beschafft und ausgebildet werden müssen.
Bei der Mobilmachung 1914 gliederte sich das Regiment um 1. Eskadron wurde 1. Feld-Eskadron 2. Eskadron wurde Ersatz-Eskadron