Medaillenspiegel (Endstand nach 47 Entscheidungen) Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 12 5 6 23 2 9 8 8 25 3 4 1 3 8 4 3 5 8 16 5 3 2 1 6 6 2 6 4 12 7 2 5 2 9 8 2 1 3 6 9 2 1 – 3 10 2 – 1 3 Vollständiger Medaillenspiegel Die 22. Leichtathletik-Europameisterschaften wurden vom 12. bis zum 17. August 2014 in Zürich ausgetragen. Damit fanden zum zweiten Mal, nach 1954 in Bern, Leichtathletik-Europameisterschaften in der Schweiz statt. Die sechstägigen Wettkämpfe wurden im Stadion Letzigrund veranstaltet, in dem seit 1928 jährlich das Leichtathletik-Meeting Weltklasse Zürich durchgeführt wird. Die Geh- und Marathonwettkämpfe wurden in der Zürcher Innenstadt ausgetragen.
Teilnehmer und Mitwirkende Rund 1400 Athleten aus allen 50 Mitgliedsverbänden des Europäischen Leichtathletikverbands (EAA) nahmen in Zürich teil, darunter auch aus Deutschland (Deutscher Leichtathletik-Verband), Liechtenstein, Österreich (Österreichischer Leichtathletik-Verband), der Schweiz (Swiss Athletics) und Luxemburg. Das entspricht in etwa der Teilnehmerzahl der vorhergehenden Austragung 2012 in Helsinki. Die Athleten wurden von etwa 800 Betreuern begleitet.
Rund um die Wettkämpfe standen 2100 freiwillige Helfer, sogenannte Volunteers, im Einsatz. Rund 2000 Medienschaffende berichteten aus Zürich.
Für besonderes Medieninteresse sorgte die Nichtnominierung des mit Beinprothese startenden deutschen Weitspringers Markus Rehm in den 93-köpfigen Kader des DLV. Diesem war nach einigem Hin und Her vier Tage zuvor der Titel als Deutscher Meister zuerkannt worden. Umstritten war und ist seine Teilnahme an Wettkämpfen mit Sportlern ohne Behinderung. Hintergrund war die damals ungeklärte Frage, inwieweit Rehm durch die Federwirkung seiner Prothese einen Vorteil gegenüber den anderen Sportlern hat und in welcher Form dieser mögliche Vorteil durch eine Benachteiligung beim Anlauf wieder ausgeglichen wird.
Wettbewerbe An sechs Tagen und in insgesamt zehn Wettkampfsessionen waren 47 Medaillenentscheidungen vorgesehen. Die Entscheidungen im Marathon und im Gehen, die bei den Europameisterschaften 2012 wegen der zeitlichen Nähe zu den Olympischen Spielen in London nicht ausgetragen worden waren, wurden wie bei zukünftigen Europameisterschaften in Jahren ohne Olympischen Spiele ins Programm aufgenommen. Im Vergleich zu 2012 fanden damit fünf Wettbewerbe mehr statt. Das 50-km-Gehen war die einzige Disziplin, welche nur für die Männer im Programm stand. Diese Disziplin wurde für die Frauen 2018 Teil der Europameisterschaften. Von 2022 an wurde die Distanz der langen Gehstrecke für Männer und Frauen auf 35 Kilometer verkürzt.
Doping Bei diesen Europameisterschaften gab es 23 Dopingfälle. Maxim Dyldin (Russland), 400 Meter, im Halbfinale ausgeschieden/4-mal 400 Meter, zunächst auf Rang zwei – Maxim Dyldin wurde wegen einer verpassten Dopingprobe vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) vom 6. Januar 2017 an für vier Jahre gesperrt. Seine bei den Olympischen Spielen 2012 und später erzielten Resultate wurden annulliert.Doping: Russe Dyldin lange gesperrt, sport1.de 9. Januar 2017, abgerufen am 16. März 2023 Mehmet Akkoyun (Türkei), 10.000 Meter, Rennen nicht beendet – Ihm wurden Abweichungen in seinem Biologischen Pass nachgewiesen. Alle seine Resultate vom 11. August 2014 an wurden gestrichen. Er erhielt eine vierjährige Sperre bis zum 7. Februar 2021.Global List Of Ineligible Persons, athleticsintegrity.org (englisch), (PDF, 458 kB), abgerufen am 16. März 2023 Adil Bouafif (Schweden), 10.000 Meter, Rennen nicht beendet – Er wurde positiv auf nicht erlaubte Substanzen getestet. Alle seine Resultate vom 12. August 2014 an wurden ihm aberkannt. Er erhielt eine zweijährige Sperre bis zum 22. September 2016.IAAF publishes details of 12 new doping sanctions, sportsintegrityinitiative.com (englisch), abgerufen am 16. März 2023 Alexei Crawcenco (Republik Moldau), 400 Meter Hürden, im Vorlauf ausgeschieden – Er wurde positiv getestet und disqualifiziert.Erster Dopingfall bei Leichtathletik-EM aufgedeckt. In: Süddeutsche Zeitung 30. September 2014, sueddeutsche.de, abgerufen am 16. März 2023 Hakan Duvar (Türkei), 3000 Meter Hindernis, im Vorlauf ausgeschieden – Sein Biologischer Pass wies mit Datum vom 11. August 2014 unerlaubte Abweichungen auf. Die seit dem 11. August 2014 erzielten Resultate des Läufers wurden annulliert. Außerdem erhielt er eine vierjährige Sperre vom 26. Dezember 2016 bis 25. Dezember 2020.Latest Sanctions For Doping And Non-Doping Violations, Juli/August 2018, athleticsintegrity.org (englisch), S. 5 (PDF; 117 kB), abgerufen am 16. März 2023 Alexandr Iwanow (Russland), 20 km Gehen, ursprünglich Zweiter – Ihm wurde seine Silbermedaille aberkannt, nachdem ihm laut russischem Leichtathletikverband Abweichungen im Blut nachgewiesen worden waren. Alle seine Resultate zwischen Juli 2012 und August 2015 wurden annulliert, unter anderem auch sein WM-Titel von 2013. Außerdem wurde er rückwirkend ab 2. Mai 2017 für drei Jahre gesperrt.Doping: Russischer Olympiasieger muss Medaillen abgeben, n-tv.de 22. März 2019, abgerufen am 16. März 2023 Michail Ryschow (Russland), 50 km Gehen, ursprünglich Vierter – In seinem Blut wurde am 2. Juni 2015 im russischen Trainingszentrum in Saransk bei einem Dopingtest Erythropoetin (EPO) nachgewiesen. Mit ihm waren auch vier andere Sportler gleichermaßen betroffen. Vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wurden unterschiedliche Sanktionen ausgesprochen, Michail Ryschow erhielt eine vierjährige Sperre vom 15. Juli 2015 bis 14. Juli 2019. Darüber hinaus wurden von ihm erzielte Ergebnisse annulliert, darunter sein zweiter Platz bei den Weltmeisterschaften 2013 sowie sein vierter Platz bei diesen Europameisterschaften.Russian race walker set to be stripped of 2011 Universiade gold for doping, insidethegames.biz 10. August 2017 (englisch), abgerufen am 16. März 2023 Iwan Uchow (Russland), Hochsprung, zunächst Bronzemedaillengewinner – Er war laut McLaren-Report zusammen mit elf weiteren russischen Leichtathleten 2012 und 2013 Teil eines Dopingprogramms mit Anabolen Steroiden. Iwan Uchow wurde für vier Jahre gesperrt, seine Ergebnisse zwischen dem 16. Juli 2012 und dem 31. Dezember 2015 wurden annulliert, darunter sein Olympiasieg 2012 und sein dritter Platz bei diesen Europameisterschaften.CAS sperrt zwölf russische Leichtathleten um Olympiasieger Ivan Ukhov, leichtathletik.de 1. Februar 2019, abgerufen am 5. Dezember 2025 Ljukman Adams (Russland), Dreisprung, zunächst Silbermedaillengewinner – Er war wie der vorgenannte Iwan Uchow laut McLaren-Report zusammen mit elf weiteren russischen Leichtathleten 2012 und 2013 Teil eines Dopingprogramms mit Anabolen Steroiden. Ljukman Adams wurde ebenfalls für vier Jahre gesperrt, seine Ergebnisse zwischen dem 25. Juli 2012 und dem 2. August 2014 sowie zwischen dem 2. Juli 2018 und dem 31. Januar 2019 wurden annulliert, darunter zweiter Platz bei diesen Europameisterschaften.Lyukman Adams (M), dopingsanctions.com, abgerufen am 5. Dezember 2025 Sergei Litwinow jun. (Russland), Hammerwurf, zunächst Bronzemedaillengewinner – Er wurde wegen des Einsatzes verbotener Substanzen für zwei Jahre gesperrt, beginnend mit dem 8. November 2021. Seine zwischen dem 14. Juli 2012 und dem 25. Februar 2014 erzielten Resultate wurden annulliert, darunter dritter Platz bei diesen Europameisterschaften.Sergey Litvinov (M), dopingsanctions.com, abgerufen am 5. Dezember 2025 Jekaterina Poistogowa (Russland), 800 Meter, zunächst Vierte – Sie wurde wegen des Einsatzes einer verbotenen Substanzen beginnend im März 2023 für zwei Jahre gesperrt. Ihre zwischen dem 17. Juli 2012 und dem 20. Oktober 2014 erzielten Resultate wurden annulliert, darunter ihr vierter Platz bei diesen Europameisterschaften.Poistogova-Guliyev set to be stripped of 2012 Olympic medal after AIU ban, reuters.com, internationale Nachrichtenagentur Reuters 11. April 2024, abgerufen am 5. Dezember 2025 Hanna Mischtschenko (Ukraine), 1500 Meter, im Vorlauf ausgeschieden – Sie wurde wegen Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass für zwei Jahre bis August 2017 gesperrt. Ihre seit dem 28. Juni 2012 wurden annulliert.Mishchenko stripped of 2012 medal, athleticsweekly.com 26. Februar 2016 (englisch), abgerufen am 16. März 2023 Jelena Korobkina (Russland), 5000 Meter, zunächst Vierte – Sie wurde wegen ihrer Verstöße gegen die Antidopingbestimmungen beginnend mit dem 25. September 2023 für vier Jahre gesperrt. Ihre zwischen dem 2. Juli 2013 und dem 24. Juli 2016 erzielten Resultate wurden annulliert, darunter ihr vierter Platz bei diesen Europameisterschaften.Yelena Korobkina (W), dopingsanctions.com, abgerufen am 5. Dezember 2025 Gamze Bulut (Türkei), 1500 Meter, im Vorlauf ausgeschieden/5000 Meter, zunächst Zehnte – Sie wurde wegen Dopings bis 29. Mai 2020 gesperrt. Ihre seit Juli 2011 – hier waren Auffälligkeiten im Biologischen Pass festgestellt worden – erzielten Ergebnisse wurden annulliert.Doping – auch neue Siegerin Bulut muss Olympiagold abgeben. In: Hamburger Abendblatt 29. März 2017, abendblatt.de, abgerufen am 16. März 2023 Bahar Doğan (Türkei), Marathon, zunächst Rang 45/außerdem Achte mit ihrem Team im sogenannten Marathon-Cup – Sie wurde wegen Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass für die Zeit vom 31. März 2015 bis zum 30. September 2017 gesperrt. Ihre unter anderem bei diesen Europameisterschaften erzielten Resultate wurden annulliert. Davon waren auch die beiden Teamkolleginnen in der Teamwertung betroffen, deren Platzierung auf dem achten Platz gestrichen wurde.Bahar Dogan (W), dopingsanctions.com, abgerufen am 5. Dezember 2025 Irina Dawydowa, heute Irina Kolesnitschenko (Russland), 400 Meter Hürden, zunächst Bronzemedaillengewinnerin – Sie wurde wegen des Einsatzes verbotener Mittel für die Zeit vom 17. Januar 2022 bis zum 17. Januar 2024 gesperrt. Ihre zwischen dem 20. Juni 2012 und dem 30. Juni 2015 erzielten Resultate wurden annulliert, darunter ihr Bronzeplatz bei diesen Europameisterschaften.The SII Anti-Doping Monitor - Week Ending 11 Feb. 22, sportsintegrityinitiative.com (PDF; 80 KB), abgerufen am 5. Dezember 2025 Meliz Redif (Türkei) – Mitglied der im Vorlauf ausgeschiedenen 4-mal-400-Meter-Staffel. Sie wurde wegen Auffälligkeiten in ihrem Biologischen Pass für drei Jahre gesperrt – 31. März 2015 bis 30. März 2018. Zu den annullierten Resultaten gehörte auch das Ergebnis der türkischen Staffel bei diesen Europameisterschaften.DOPING: Four more Turkish athletes banned by anti-doping, trackarena.com 25. Oktober 2015 (englisch), abgerufen am 16. März 2023Athletes currently suspended from all competitions in athletics following an Anti-Doping Rule Violation as at: 20.1.17, docplayer.net (englisch / PDF, 157 KB), abgerufen am 16. März 2023 Jewgenija Kolodko (Russland), Kugelstoßen, zunächst Silbermedaillengewinnerin – Ihr wurde nach positiven Befunden eines Nachtests ihrer Probe von den Olympischen Spielen 2012 der Einsatz der verbotenen Substanzen Turinabol und Ipamorelin nachgewiesen. Für die Zeit von Juli 2016 bis Juli 2018 wurde sie gesperrt. Ihre zwischen dem 4. Juli 2012 und dem 2. Juli 2016 erzielten Resultate wurden annulliert, darunter ihr Silberrang bei diesen Europameisterschaften.Athletics Integrity Unit ban three more Russians, stripping shot putter of 2014 European Championships silver medal, insidethegames.biz 13. Januar 2023, abgerufen am 5. Dezember 2025