mini|Arbeiter reinigen den Strand am Prince William Sound, 1989
Die Liste bedeutender Ölunfälle führt Ereignisse auf, bei denen eine größere Menge von Rohöl oder Mineralölprodukten freigesetzt wurde, insbesondere bei Havarien von Öltankern und Unfällen auf Ölplattformen. Eine Ölpest verursacht ökologische Schäden und wirtschaftliche Einbußen für Fischerei, Algenernte und Tourismus. Brände verursachen eine erhebliche Luftverschmutzung. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Historisch bedeutende Ölunfälle Vorbemerkungen
In dieser Tabelle ist die freigesetzte Menge in der Einheit Tonnen angegeben; in vielen Berichten finden sich auch Mengenangaben in den Volumenmaßen Liter oder Barrel (etwa 159 Liter). So findet man zur Katastrophe Deepwater Horizon von 2010 eine Menge von „Volumen: 780.000 m³ ±10 %“. Bei Vergleichen ist insbesondere die Dichte des Gefahrstoffes zu berücksichtigen, die bei Erdöl („Rohöl“) in der Regel um 1 kg/dm³ = 1 t/m³ beträgt. Leichte Erdölprodukte wie Diesel oder Benzin mit Dichten um 0,9 t/m³ schwimmen auf Wasser. Schweröl, Asphalt sinken auch in Meerwasser der Dichte 1,03 t/m³ ab. Rohöl kann je nach den Dichteverhältnissen schwimmen oder sinken. Dabei spielt der Salzgehalt des Wassers eine Rolle und die Temperatur, da organische Flüssigkeiten eine stärkere Wärmeausdehnung aufweisen. Wenn aus einem Gemisch leichte Kohlenwasserstoffe abdunsten, kann der Rückstand schwerer als Wasser werden und absinken.
Liste
Datum Bezeichnung Eigner Unglücksort Freigesetzte Menge (in Tonnen) Gefahrstoff Ursache Thomas W. Lawson Coastwise Transportation Co. nahe der Scilly-Inseln, England, Atlantik 6.000 bis 8.000 Leichtöl in Fässern Schiffsuntergang in einem Sturm Lakeview Gusher Lakeview Oil Company nahe Taft (Kalifornien) 1.230.000 Rohöl BohrunfallWilliam Rintoul, Susan F. Hodgson: Drilling through time: 75 years with California’s Division of Oil and Gas, S. 13–15, Sacramento: California Department of Conservation, Division of Oil and Gas 1990, ISBN 0-9627124-0-X Ölpest von Greenpoint Standard Oil Company und andere Greenpoint, Brooklyn 55.200 bis 97.400 Rohöl Ausfluss aus ÖlraffinerienGreenpoint, Maspeth Residents Lobby To Get 55-Year-Old Oil Spill Cleaned Up, nysun.com, 18. November 2005 (englisch) Gerd Mærsk A. P. Møller-Mærsk Elbmündung 7.000 bis 8.000 Rohöl Tankerunglück Johannishus Schwedische Reederei Ärmelkanal 10.000 bis 20.000 Rohöl Tankerunglück, Kollision mit anderem Tanker –heute Ölpest im Nigerdelta Shell, Chevron, ExxonMobil und Total Nigerdelta 408.000 Rohöl, Schweröl, raffinierte Produkte wie Kerosin, Benzin und Diesel Illegale/unfachmännische Raffinerien, Sabotage und illegales Anzapfen der Pipelines, Vandalismus an verlassenen Probebohrungen („Christmas Trees“) –heute Ölpest in Westsibirien Lukoil, Surgutneftegas, Yukos, Sidanko, Tatneft, TNK-BP und TotalM. Lodewijkx, Henk Blok. Verina Ingram, Reimond Willemse, T.F. Huber: (PDF, S. 6) IWACO Rotterdam (NL) 2001. Westsibirien, Förderregion Tjumen 15.330.000 jährlichKarsten Smid (Autor), Greenpeace Deutschland (Hrsg.): Schwarzbuch Versorgungssicherheit. (PDF, S. 6.) 03/2006. Rohöl Defekte und mangelhaft gewartete Pipelines und Förderanlagen Sinclair Petrolore Brasilianischer Eigner Atlantik vor Brasilien 59.860 Rohöl Tankerunglück –1992, nachwirkend bis heute Ölkatastrophe im nördlichen Amazonastiefland Ecuadors Texaco (heute Chevron Corporation), anfänglich Gulf Oil und PetroecuadorPhilip Franz Fridolin Gondecki: Wir verteidigen unseren Wald. Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn, 2015. . S. 237, 260–262, 267, 324. Ecuador, Förderregion Provinz Sucumbíos und Provinz Orellana 115.000 60.000 t Ölrückstände und über 55.000 t Rohöl Defekte und mangelhaft gewartete Pipelines und Förderanlagen (23. März, 07.10 Ortszeit Japan) Kollision des Tankers Heimvard Klosters Rederi A/S, Oslo, Norwegen Muroran, Hokkaidō, Japan 26.771 Rohöl Tanker rammt durch Manövrierfehler den Kai der Raffinerie Muroran, austretendes Rohöl brennt 27 Tage, 10 Tote, 8 Verletzte, Explosionen, Ascheregen, 235 Evakuierte