350x350px|mini|Haupteingang des KFG (2011)
Das Kardinal-Frings-Gymnasium (kurz KFG; bis 1979 Erzbischöfliches Gymnasium Beuel) ist ein privates katholisches Gymnasium im Bonn-Beueler Ortsteil Limperich. Es wird in freier Trägerschaft des Erzbistums Köln geführt, Namenspatron und Gründer der Schule ist der Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings.
Bekannt ist die Schule als Heimat populärer Brass-Bands, darunter Querbeat, Druckluft, Knallblech und BrassGazz.
Geschichte Gründung und Bau Die Initiative zur Gründung der Schule, damals noch Erzbischöfliches Gymnasium Beuel (EBG) genannt, ging Ende der 1950er-Jahre von Josef Kardinal Frings aus. Eigentlich war ein Grundstück am Wichelshof in Bonn-Castell vorgesehen, welches die Stadt Bonn in Absprache mit dem Erzbistum ausgesucht hatte. Weil in den Bonner Ratsfraktionen Uneinigkeit herrschte, schlug die damals noch eigenständige Stadt Beuel das heutige Grundstück auf der anderen Rheinseite vor. Das Erzbistum gab das bevorzugte Grundstück in Bonn-Castell auf und kaufte das angebotene Grundstück an der Elsa-Brändström-Straße. Die Planung des Gebäudes übernahm nach einem Wettbewerb im Jahr 1961, an dem auch das Büro von O.M. Ungers teilgenommen hatte, der Architekt Joachim Schürmann. Am 10. Juni 1963 war der offizielle Baubeginn, am 1. November 1963 gingen die ersten Schüleranmeldungen ein. Drei Monate später wurde in der Godesberger Privatwohnung des damaligen Schulleiters Aloys Zillien das Sekretariat eingerichtet. Am 9. April 1964 wurde in der Schwarzrheindorfer Doppelkirche das Erzbischöfliche Gymnasium eröffnet. Der Unterricht wurde zunächst im Haus Michael in Schwarzrheindorf erteilt. Am 1. August 1964 zog die Schule von Schwarzrheindorf nach Beuel-Süd, wo der Unterricht in den später als Lehrerwohnungen genutzten und schon damals als solche bezeichneten Gebäuden erfolgte.
Am 15. Dezember 1964 war die Grundsteinlegung des Schulgebäudes durch Weihbischof Wilhelm Cleven. Ab Ostern bzw. Juni 1966 waren das Hauptgebäude sowie der Verwaltungstrakt bezugsfertig. Am 21. Juni 1966 war die Einsegnung des Hauptgebäudes durch Weihbischof Cleven. Im Herbst 1967 wurde der Sportplatz freigegeben, ein Jahr später die Schwimm- und Turnhalle. Am 8. Dezember 1968 wurde die Schule in Anwesenheit von Kardinal Frings eingeweiht. Während zu Ostern 1964 noch 86 Schüler in vier Klassen das KFG besuchten, waren es im August 1968 447, auf 14 Klassen verteilt. Ab 1966 wurde die Schule nicht mehr mit zwei Klassen pro Jahrgang, sondern mit dreien geführt. Heute sind es normalerweise vier. Das Gymnasium war eine reine Jungenschule, 1970 wurde im Beisein von Joseph Kardinal Höffner der erste Abiturjahrgang der Schule mit acht Schülern entlassen.
Das KFG ist die jüngste Schule des Erzbistums Köln und zugleich die einzige gymnasiale Eigengründung.
Umbenennung in Kardinal-Frings-Gymnasium Nach dem Tod von Kardinal Frings im Jahre 1978 beschloss die Schule in Absprache mit dem Erzbistum, den Namen des Gründers anzunehmen. Am 8. Dezember 1979 wurde die Namensänderung zu Kardinal-Frings-Gymnasium offiziell von Erzbischof Joseph Höffner im Rahmen eines Festaktes zur Eröffnung des Erweiterungsbaus vorgenommen.
Mädchen am KFG Leistungskurs-Kooperation Im zweiten Halbjahr 1985/86 begann eine Leistungskurs-Kooperation mit der Liebfrauenschule Bonn, später auch mit dem Sankt-Adelheid-Gymnasium in Pützchen. So waren erstmals auch Schülerinnen am KFG. Ende des Schuljahres 1987/88 sind die ersten Mädchen an der Schule im Abitur geprüft worden. Bis heute kooperiert das KFG mit den beiden Mädchenschulen.
Koedukation Ab 1985 wurde die Frage nach einer Koedukation diskutiert. Zuerst wurde befürchtet, dass durch so eine Schulstrukturveränderung das nahegelegene Sankt-Adelheid-Gymnasium in seinem Bestand gefährdet sein könnte. Am 3. Juli 1986 stellte die Schulkonferenz den ersten Antrag, der von der Lehrerkonferenz, der Schulpflegschaft und vom Pfarrgemeinderat der benachbarten Gemeinde Heilig Kreuz befürwortet wurde. Nach einem weiteren Antrag vom 27. Mai 1987 stimmte der oberste Dienstherr Joseph Höffner schließlich am 10. Juli 1987 der Einführung der Koedukation am KFG zu. Mit dem Beginn des Schuljahres 1988/89 wurde der Unterricht am KFG nach langen Debatten mit Jungen und Mädchen geführt. Weil das Sankt-Adelheid-Gymnasium nach wie vor eine reine Mädchenschule ist, besuchen bis heute mehr Jungen als Mädchen die Schule.
50-jähriges Schulbestehen Das Gymnasium feierte 2014 mit vielen Veranstaltungen die Gründung der Schule 50 Jahre zuvor. Auftakt war ein Festgottesdienst mit Weihbischof Ansgar Puff am 9. April, 50 Jahre nach dem ersten Schultag der Schule. Zuvor nahm die Schule bereits am Beueler Weiberfastnachtszug teil. Höhepunkt war die Domwallfahrt am 11. Juni mit anschließender Rhein-Schifffahrt auf der RheinEnergie zurück nach Bonn, die Projekttage an den darauffolgenden Tagen und das Jubiläums-Patrozinium am 14. Juni. Abschluss des Jubiläumsjahres war die Pontifikalvesper am 16. Dezember, 50 Jahre nach der Grundsteinlegung des Schulgebäudes, in der Schulkirche Heilig Kreuz mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, der erst kurz zuvor in sein Amt eingeführt worden war. An den Gottesdienst schloss sich ein Festakt in der Aula des KFG an. Die Festrede hielt der ehemalige Schulseelsorger und spätere Bischof von Mainz Peter Kohlgraf.
Schulleitung Zeitraum Schulleiter Stellvertretender Schulleiter1964–1980Aloys ZillienArnd Zimmermann1980–1994Arnd ZimmermannRolf Lenzen1994–1995Rolf Lenzen (kommissarisch) -1995–2008Karl-Ludwig WimbergerRolf Lenzen2008–2023Bernhard HillenMarkus MöhringSeit 2023Angela Müller-Möhring
Schulgelände Der Planung des Schulgeländes war eines der ersten großen Projekte von Joachim Schürmann, der später die Kirche Groß St. Martin in Köln sowie das Funkhaus der Deutschen Welle, genannt Schürmann-Bau, in Bonn entwarf. Schürmanns frühe Entwürfe können dem Brutalismus zugerechnet werden; von diesem Stil scheinen die Flachdachbauten mit großen Sichtbetonflächen, gewaltigen Wandstärken, grau-schwarzen Böden und rechten Winkeln geprägt. Die durch mitunter große Fensterflächen leicht gemilderte Anmutung wurde durch spätere Farbgebung und Anbauten spürbar verwässert. mini|243x243px|Einer der Schulhöfe (2011) Aufgrund der terrassenartigen Lage des Geländes zum Rhein hin wird das KFG auch als „Lernlandschaft“ bezeichnet. Direkt am Rhein gelegen ist das große Sportgelände mit Kunstrasenplatz, Laufbahn, Basketballplatz, zwei Beachvolleyballfeldern, Wurfwiese und drei Sporthallen. Das ehemalige Schwimmbad wurde 2010 aufgrund hoher Energiekosten und einer benötigten, sehr teuren Sanierung trotz Protesten einiger Eltern geschlossen und zu einer Gymnastikhalle umgebaut. Seit 1996 gibt es zum Rhein hin eine Hochwasserschutzmauer, nachdem der Sportplatz in den Jahren zuvor mehrfach überflutet worden war. Diese hält das Wasser bis zu einem Rheinpegel von 9,60 m zurück.
Vom Sportgelände führt eine Brücke über die Elsa-Brändström-Straße zu den Unterrichtsräumen. Auf der ehemaligen Terrasse über dem naturwissenschaftlichen Trakt wurde 2012 die Mensa fertiggestellt, die auch von Schürmann entworfen worden war. Im Gegensatz zum Rest des Gebäudes besteht die Mensa aus sehr wenig Beton und bietet durch große Fensterfronten einen Blick auf den Rhein.
Trotz der massiven Bauweise aus Sichtbeton ist das Gebäude lichtdurchflutet. Es gibt mehrere begrünte Lichthöfe, bodentiefe Fensterausschnitte sowie Fenster in den Klassenräumen von zwei Seiten.
Die Schule verfügt des Weiteren über eine große Aula mit Pfeifen-Orgel und ein Tonstudio. Kurz nach der Fertigstellung galt die Schule als eine der modernsten in der damaligen Bundesrepublik.
Verkehr Rund anderthalb Kilometer entfernt vom Kardinal-Frings-Gymnasium ist die Autobahnanschlussstelle Bonn-Ramersdorf der A562, die zur Konrad-Adenauer-Brücke führt, genau so weit ist es auch bis zur B56 und der Kennedybrücke.
Direkt am Schulgelände halten die beiden im 20-Minuten-Takt fahrenden Buslinien 606 und 607, die Fahrtmöglichkeiten nach Ramersdorf in die eine Richtung sowie zum Konrad-Adenauer-Platz und zum Hauptbahnhof in der anderen Richtung bieten. Über die rund 500 Meter entfernte Haltestelle Limperich Nord ist das KFG an die Siebengebirgsbahn angeschlossen, der Beueler Bahnhof ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in wenigen Minuten von der Schule zu erreichen.
Schulprofil Schule in freier Trägerschaft Obwohl das KFG eine Privatschule ist, wird kein Schulgeld erhoben. Die Lehrer haben dieselbe Ausbildung wie Lehrkräfte an öffentlichen Gymnasien und es gelten auch dieselben Leistungsanforderungen. Zeugnisse und Schulabschlüsse sind denen der öffentlichen Schulen gleichgestellt.
Religiöses Profil Pro hominibus constitutus – Für die Menschen bestellt Der Wahlspruch von Schulgründer Josef Kardinal Frings ist zugleich auch das Motto der Schule.
Schulseelsorge Schulgottesdienste finden zweiwöchentlich getrennt für verschiedene Altersstufen in der Heilig-Kreuz-Kirche statt.
Die Schule hat eine eigene Schulseelsorgerin, die auch als Religionslehrerin tätig ist. Weitere religiöse Angebote sind Frühschichten, Besinnungstage, Mediationen und Wallfahrten. Im Gegensatz zu vielen staatlichen Schulen muss der Religionsunterricht am KFG durchgehend besucht werden und kann nicht durch das Fach Philosophie ersetzt werden, welches jedoch auch an der Schule unterrichtet wird.
Seit 2023 ist Pastoralreferentin Andrea Windhorst-Riede Schulseelsorgerin am KFG. Sie folgte auf Pfarrer Andreas Haermeyer, der seit 2003 dieses Amt innehatte. Dessen Vorgänger Peter Kohlgraf ist seit 2017 Bischof von Mainz ist.
Andere Konfessionen am KFG Obwohl das KFG eine katholische Schule ist, gehören rund 20 % der Schüler anderen Konfessionen an. Pro Jahrgang gibt es einen evangelischen Religionskurs. Außerdem finden regelmäßig ökumenische Schulgottesdienste statt.
Fremdsprachen Englisch Englisch wird am KFG von der 5. bis zur 9. Klasse verpflichtend unterrichtet. In der Oberstufe kann das Fach als Grund- oder Leistungskurs fortgeführt werden.
Latein Auch das Fach Latein muss belegt werden, wahlweise ab Klasse 7 (2. Fremdsprache) oder direkt ab Klasse 5 (1. Fremdsprache). Am Ende der Einführungsphase der Oberstufe erhalten die Schüler bei mindestens ausreichenden Leistungen das Latinum. Anschließend kann das Fach als Grund- oder Leistungskurs fortgeführt werden.
Französisch In den Klassen 9 und 10 kann im Differenzierungsbereich neben naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächerkombinationen auch Französisch als weitere Fremdsprache gewählt werden. Auch das Fach Französisch kann in der Oberstufe fortgeführt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, das international anerkannte DELF-Diplom des französischen Bildungsministeriums zu erlangen.
Spanisch In der Oberstufe kann Spanisch als neueinsteigende Fremdsprache als Grundkurs belegt werden.
Italienisch Für Schüler ab Klasse 9 gibt es einen Sprachkurs Italienisch auf freiwilliger Basis.
MINT-freundliche Schule Das KFG hat in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) Kooperationen mit regionalen Unternehmen geschlossen. Dies sind: Steyler Ethik Bank (Mathematik), amcm (Informatik), Carl Zeiss (Naturwissenschaften) und Kautex Maschinenbau (Technik). Die Schule besitzt zwei Fluoreszenzmikroskope im Wert von mehreren Zehntausend Euro, die von Unternehmen gespendet wurden, nachdem diese sie nicht mehr benötigten. Im Bereich der Naturwissenschaften gehört die Schule zu den am besten ausgestatteten Schulen der Region und ist daher auch Stützpunktschule für Chemie-Fortbildungen der Bezirksregierung Köln. Einmal im Jahr veranstaltet die Schule einen Grundschultag, bei dem Oberstufenschüler mit Grundschulkindern experimentieren und diese für die Naturwissenschaften begeistern sollen.