Die Saison 2010/11 der Österreichischen Eishockeyliga hat am 10. September 2010 begonnen. Titelverteidiger war der EC Red Bull Salzburg, der seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte und damit zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte österreichischer Meister wurde.
Teilnehmende Mannschaften
Das Teilnehmerfeld blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Obwohl Anfang 2010 die Möglichkeit im Raum stand, dass der Tiroler Club HC Innsbruck nach seinem freiwilligen Abstieg 2009 in die Bundesliga zurückkehren könnte, gab die Vereinsleitung bekannt, noch für mindestens ein Jahr in der Nationalliga bleiben zu wollen, um sich finanziell zu konsolidieren. Innsbruck sagt der EBEL ab, Bericht auf hockeyfans.at vom 16. Februar 2010
Im Ausland hatten einige andere Clubs Interesse an einer EBEL-Mitgliedschaft signalisiert. Dem HC Bozen aus Italien war schon 2009 von Seiten des italienischen Verbandes eine Zusage verweigert worden, wenngleich es weiterhin lose Gespräche gab, um eine eventuelle Teilnahme doch noch zu ermöglichen. Zuletzt hat sich auch eine Mannschaft aus Polen beworben, wobei hier jedoch vor allem die großen Reisedistanzen gegen eine Aufnahme sprachen. Dennoch gab es auch hier ausführliche Gespräche. Weitere Teams wollen in die EBEL, Bericht auf hockeyfans.at vom 16. Februar 2010
Im April wurden Berichte veröffentlicht, wonach neben den Bozenern auch drei weitere Mannschaften (namentlich genannt wurden Ritten Sport, Asiago Hockey und der HC Milano Rossoblu) Interesse an einer EBEL-Teilnahme hegten. Konkrete Ergebnisse wurden jedoch noch nicht bekanntgegeben.EBEL vor nächster Erweiterungswelle?, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 22. April 2010
Mögliche Teilnahme des EHC München
Ende Mai wurde außerdem bekannt, dass der deutsche Club EHC München eine Teilnahme an der EBEL ins Auge fassen würde. München hatte in der Saison 2009/10 die 2. Eishockey-Bundesliga Deutschlands gewonnen und war damit zum Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga berechtigt. Die DEL gab jedoch bekannt, dass das Lizenzierungsverfahren eingestellt wurde, da die Münchener einige der notwendigen Unterlagen zu spät eingereicht hätten, was von den Bayern jedoch bestritten wurde. Die Teilnahme an der EBEL wurde vom Club daraufhin als Alternative in Erwägung gezogen. Die DEL prüfte den Sachverhalt erneut, gleichzeitig wurden auch die notwendigen Unterlagen für die übrigen zwei Ligen eingereicht. Die Weichen sind gestellt - Kommt München?, Bericht auf www. hockeyfans.at vom 29. Mai 2010 Am 14. Juni gab der DEB bekannt, dem EHC München keine Freigabe zur Teilnahme an der EBEL zu erteilen. Die DEL nahm jedoch das Lizenzierungsverfahren wieder auf, womit die Teilnahme der Münchner an der EBEL endgültig vom Tisch war.München bleibt in Deutschland EHC München erhält keine DEL-Lizenz, Artikel auf www. eishockeynews.de vom 14. Juni 2010
Teams der Saison 2010/11 (gereiht nach Vorjahrsplatzierung)
Mannschaft Vorjahresplatzierung Trainer EC Red Bull Salzburg Meister Pierre Pagé EHC Liwest Linz Vizemeister Kim Collins Vienna Capitals Halbfinal-Out Kevin Gaudet KHL Medveščak Zagreb Halbfinal-Out Ted Sator (bis Dezember 2010), Douglas Bradley EC KAC Viertelfinal-Out Emanuel Viveiros EC Graz 99ers Viertelfinal-Out Bill Gilligan Alba Volán Székesfehérvár Viertelfinal-Out Ulf Weinstock (bis Oktober 2010), Kevin Primeau EC VSV Viertelfinal-Out Johan Strömwall (bis Februar 2011), Michael StewartVSV-Trainer Strömwall erklärt Rücktritt, Bericht auf hockeyfans.at vom 10. Februar 2010 HK Jesenice 9. Heikki Mälkiä HDD Olimpija Ljubljana 10. Hannu Järvenpää
Farmteams Zur Saison 2010/11 wurden bei vielen Bundesligavereinen neue Farmteams gegründet und Kooperationen mit Mannschaften aus niedrigeren Ligen beschlossen. Dies betraf vor allem die Oberliga, Österreichs dritthöchste Spielklasse. Mit den Capitals, dem KAC, dem VSV, den 99ers und dem EHC Linz stellten fünf der sechs österreichischen EBEL-Clubs ein Farmteam in diesem Bewerb, wobei das Team des EHC Linz bereits seit mehreren Saisonen besteht.Farmteam-Invasion in der Oberliga, Bericht auf hockeyfans.at vom 11. Juni 2010 Die Salzburger betreiben weiterhin ihre Zweitmannschaft in der Nationalliga, wo zwischen dem KAC und dem amtierenden Meister EC Dornbirn eine neue Zusammenarbeit beschlossen wurdeNationalliga-Meister Dornbirn wird Farmteam des KAC, Bericht auf hockeyfans.at vom 11. August 2010. Die 99ers treten außerdem zum zweiten Mal mit einer Mannschaft in der Slohokej Liga an.
Modus und Reglement Bei der Ligasitzung Ende Mai 2010 in Bled wurde der Rahmenterminplan für die neue Saison bekanntgegeben. Danach sollte der Modus der Vorsaison übernommen werden, was erneut drei Hin- und Rückrunden mit insgesamt 54 Spielen für jede Mannschaft im Grunddurchgang bedeutet. Die International Breaks wurden für den 8. bis 14. November und den 13. bis 19. Dezember festgelegt. Die Playoffs werden ab dem Viertelfinale wieder im Modus Best of Seven ausgespielt, wobei auch im Halbfinale wieder ein neues Seeding stattfindet und wie im Viertelfinale der Bestplatzierte des Grunddurchgangs gegen den Schlechtesten antritt. Sie beginnen mit dem 27. Februar 2011, der neue Meister wird frühestens am 7. und spätestens am 14. April 2011 feststehen. auf der Ligahomepage (PDF-Datei, 38 kB)
Regeländerungen Wie in der Vorsaison wurden auch in diesem Jahr wieder einige Aspekte des Regelwerks verändert, die auch von der Internationalen Eishockeyföderation im offiziellen Regelbuch für die Jahre 2010 bis 2014 vermerkt wurdenOffizielles Regelbuch der IIHF, PDF-Datei. Die wichtigsten seien hier aufgeführt:
Die Spieluhr läuft rückwärts, wie es in Nordamerika üblich ist. Wird bei einer laufenden Strafe gegen eine Mannschaft eine weitere Strafe angezeigt und fällt ein Tor, so erlischt nicht mehr die angezeigte Strafe, sondern die bereits laufende. Die spätere Strafzeit muss also vollständig abgesessen werden. Eine kleine Bankstrafe muss von einem Spieler abgesessen werden, der sich zum Zeitpunkt der Verfehlung auf dem Eis befand. Ein Penaltyschuss muss vom gefoulten Spieler selbst ausgeführt werden. Bei Spiel mit hohem Stock folgt ein Bully in der Verteidigungszone der verfehlenden Mannschaft. Ein Spieler, der seinen Helm verloren hat, muss sich direkt zu seiner Spielerbank begeben.
Nationalteambreaks Von Seiten der Ligaleitung wurden für die Saison das zweite und dritte International Break für die Vorbereitung der Nationalmannschaft der Herren vorgesehen. Die erste Unterbrechung des Ligabetriebes findet von 8. bis 14. November 2010 statt. Das Team nimmt dabei am Telenor Hockey Cup in Ungarn teil und tritt bei dem Kurzturnier gegen die Teams von Frankreich, Japan und Ungarn an. Die zweite Unterbrechung findet von 13. bis 19. Dezember statt und wird mit einem Turnier in Slowenien begangen, an dem Dänemark, Norwegen und Slowenien teilnehmen. auf www.eishockey.at
Transfers Der EC Red Bull Salzburg trennte sich von einigen der schwächeren Legionäre, konnte jedoch einen Großteil des Meisterteams halten. Einige Spieler wechselten in die National Hockey League: David LeNeveu, der in der Vorsaison das Tor der Salzburger gehütet hatte, wechselte zu den Columbus Blue Jackets und Verteidiger Mike Siklenka unterzeichnete einen Vertrag bei den Atlanta ThrashersMike Siklenka geht in die NHL, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 2. Juli 2010. Es wurden jedoch mit Ramzi Abid ein erfahrener kanadischer Stürmer, der zuletzt bei Rögle BK in der schwedischen Elitserien gespielt hatte, Jonas Keszei (IF Mölndal Hockey), Danny Bois (Rockford IceHogs) und Shaun Heshka (San Antonio Rampage) einige neue Spieler unter Vertrag genommen. Im Lauf der umfangreichen Vorbereitung wurde zusätzlich eine Reihe von Spielern getestet, unter anderem Dan Bertram, Dan LaCosta, Nicolas Dumoulin, Pierre-Luc Sleigher und Joey Mormina, die jedoch allesamt vor Saisonbeginn entlassen wurden.Salzburg wirft alle Tryouts raus, Bericht auf hockeyfans.at vom 6. September 2010 Mit Joel Broda hätte ein weiterer Stürmer nach Salzburg kommen sollen, der Kanadier machte aber noch vor Trainingsbeginn von einer Ausstiegsklausel Gebrauch und wechselte stattdessen zu Minnesota Wild in die NHL.Die NHL ruft Neo-Salzburger Broda, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 14. Juli 2010
Die Graz 99ers entließen mit Greg Day und Eric Healey zwei ihrer Topscorer, für die bislang kein Ersatz verpflichtet wurde. Ebenso verließ Sébastien Charpentier die Grazer. Seine Nachfolge im Tor trat Fabian Weinhandl an, der bereits einen großen Teil der letzten Saison als erster Torwart absolviert hatte. Außerdem gelang es den 99ers, die drei aus Graz stammenden Iberer-Brüder Matthias, Martin und Florian wieder zu vereinen.99ers künftig mit drei Iberers, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 8. Juli 2010 Die Verteidigung des Teams wurde mit dem ehemaligen Capitals-Spieler Darcy Werenka und Yannick Tremblay (vormals Straubing Tigers) verstärkt99ers verpflichten Ex-NHLer für die Abwehr, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 17. Juni 2010. Wunschstürmer Mike Ouellette hatte ursprünglich einen Vertrag bei den Kassel Huskies unterzeichnet, denen eine Teilnahme an der DEL jedoch verwehrt wurde, weshalb Ouellette knapp vor Saisonstart schließlich doch noch verpflichtet werden konnteMike Ouellette stürmt für die 99ers, Bericht auf hockeyfans.at vom 1. September 2010.
Ähnlich wie bei den 99ers verließ auch der Topscorer der Vienna Capitals, Patrick Lebeau, den Verein. Er wurde durch François Fortier ersetzt, der zuletzt für die Hamburg Freezers aktiv gewesen war. Mit Sean Selmser und Marc Tropper wurden zwei weitere langjährige Mannschaftsstützen verabschiedet. Die Capitals verstärkten sich als Ausgleich entgegen der bisherigen Vereinspolitik vor allem mit österreichischen Spielern: mit Silvio Jakobitsch, Martin Oraže, Philipp Pinter und Martin Ulmer kamen gleich vier neue Spieler nach Wien. Auch im Tor setzte man mit Jürgen Penker als Ersatz für den entlassenen Frédéric Cassivi auf einen auch in der Nationalmannschaft erfahrenen Spieler, der zuletzt zwei Jahre lang bei Rögle BK in der Elitserien gespielt hatte. Mit Jeremy Rebek, vormals Salzburg, kam ein EBEL-erfahrener Verteidiger nach Wien. Die Sturmreihen wurden mit Cory Larose, der die Vorsaison in der Schweiz verbracht hatte, vervollständigt.
Der EHC Linz hatte seine Kaderplanung hingegen im April schon weitgehend abgeschlossen und verfügte mit Healey von den Grazern und den Routiniers Rob Shearer, Pat Leahy und Brad Purdie über einen nominal sehr schlagkräftigen Angriff, womit auch der Abgang von Markus Matthiasson gut kompensiert wurde. Dazu kamen einige junge Spieler, mit denen die Verjüngung des Kaders fortgesetzt werden sollte. Die Verteidigung wurde mit Aaron MacKenzie (HC Eaton Pardubice, tschechische Extraliga) und Reid Cashman (Milwaukee Admirals, American Hockey League) aufgewertet.
Der EC VSV führte mit der Verpflichtung von Kevin Mitchell und Greg Kuznik die Erneuerung seiner Defensive fort, die mit Mike Stewart und Mickey Elick erneut die Abgänge von langgedienten Routiniers erlebte. Auch im Angriff gab es eine große Veränderung mit dem Karriereende von Günther Lanzinger und Wolfgang Kromp, die beide jeweils ihre gesamte Karriere und über zwanzig Spielzeiten beim EC VSV verbracht hatten. Beide zusammen hatten in knapp 2000 Einsätzen mehr als 1300 Scorerpunkte erzielt. VSV-Urgesteine Kromp und Lanzinger beenden Karriere, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 20. Mai 2010 Da mit Mikael Wahlberg ein weiterer wichtiger Stürmer den Verein verließ, verpflichtete der VSV mit Derek Damon von den Kassel Huskies und Matt Ryan von den Augsburger Panthern zwei neue Stürmer. Da mit Kiel McLeod ein nicht unumstrittener Spieler den Verein im Sommer verließ, wurde mit dem Slowenen Tomaž Razingar auch hier Ersatz verpflichtet.