mini|Aktie der Porzellanfabrik Schönwald über 1000 Mark vom 15. April 1922 mini|Werksverkauf in der Rehauer Straße Die Porzellanfabrik Schönwald ist ein Werk des deutschen Porzellanherstellers BHS Tabletop. Der Weltmarktführer besitzt auch die Rechte an der Marke Schönwald. Das Unternehmen beschäftigt am Standort Schönwald in Oberfranken rund 650 Mitarbeiter. Schönwald stellt Porzellan für Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung her. Das Sortiment umfasst über 1.100 Artikel. Beliefert werden Hotels und Restaurants, Flug- und Schifffahrtslinien, Krankenhäuser und Betriebskantinen in über 100 Ländern.
Geschichte Im Jahr 1879 gründete Johann Nicol Müller in Schönwald eine Porzellanfabrik, die zugleich einen wirtschaftlichen Aufschwung für den Ort bedeutete. Die Region bot alle nötigen Rohstoffe für die Porzellanherstellung: Kaolin-, Feldspat- und Quarzlagerstätten für die Porzellanmasse sowie Holz für die Ofenfeuerung. Im Jahr 1898 beschäftigte das Unternehmen bereits 340 Mitarbeiter, im gleichen Jahr wurde die Aktiengesellschaft „Porzellanfabrik Schönwald“ ins Leben gerufen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts spezialisierte sich Schönwald auf das Geschäftsfeld Hotelporzellan. Die Entwürfe sollten die funktionalen Anforderungen der Gastronomie erfüllen, aber an den Stil von feinerem Haushaltsporzellan erinnern.
Als sich die wirtschaftliche Gesamtlage in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre verschlechterte, reagierte die Porzellanindustrie mit der Konzentration von Unternehmen. Auch die Porzellanfabrik Schönwald wurde in den größeren Kahla-Konzern eingegliedert. Unter den künstlerischen Leitern Hermann Gretsch (1930–1950) und Heinrich Löffelhardt (1952–1971) bestand eine enge Verbindung zum Schwesterunternehmen Arzberg.
1936 entwarf Gretsch das Hotelgeschirr Form 98. Erstmals in der Geschichte des Porzellans war eine komplett durchgearbeitete Hotelgeschirrserie auf dem Markt. 1940 wurde sie auf der VII. Triennale in Mailand mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Sie wird bis heute produziert.
Nach der Teilung Deutschlands nahm die im Westen gelegene Hälfte des Kahla-Konzerns 1949 ihren Sitz in Schönwald. Mit Entwürfen von Heinrich Löffelhardt festigte das Unternehmen seinen Ruf, Funktionalität und gute Form miteinander zu vereinen. In den 1970er Jahren setzte der Designer Hans Theo Baumann diese Tradition fort.
1972 fusionierte die Schönwald-Mutter Kahla mit Lorenz Hutschenreuther zur Hutschenreuther AG. Diese wurde 1998 umstrukturiert und firmiert seitdem als BHS Tabletop. Am Standort Schönwald wurde vor allem in die Bereiche Produktion und Logistik investiert, 2009 wurde ein vollgefaserter Schnellbrandofen in Betrieb genommen.
mini|Die Fabrik, 3 Monate vor Ankündigung In einer Pressekonferenz am 18. November 2025 wurde bekanntgegeben, dass die Produktion in Schönwald bis Ende 2027 eingestellt und nach Weiden, in die Porzellanfabrik Bauscher, verlagert werden soll. Werksverkauf und Verwaltung sollen erhalten bleiben. Fortan werde nur noch der „Premiumbereich“ in Deutschland hergestellt.
Auszeichnungen 1940: Form 98, Goldene Medaille International der VII. Triennale Mailand 1957: Form 511, Goldene Medaille der XI. Triennale Mailand 1961: Hotelgeschirr 498, Premio internazionale Vicenza 1964: Form 611 1967: Hotelgeschirr 498, Premio Macef 1973: Rastergeschirr 2298, Bundespreis Gute Form 1976: Hotelgeschirr 898 1999: Premiere, iF Design Award 2002: Event, red dot design award 2005: Signature, iF Design Award 2008: Wellcome, red dot design award 2011: Grace, iF Design Award 2016: Allure, Designpreis der Bundesrepublik Deutschland Special 2018: Islands, German Design Award
Siehe auch Liste von Porzellanmanufakturen und -herstellern
Literatur Schönwald. Das Buch vom Hotelporzellan. Hg. v. Porzellanfabrik Schönwald, Schönwald 1979.
Weblinks
schönwald.com Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Schönwald (Bayern) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) Schonwald Kategorie:Unternehmensgründung 1879