Gries im Sellrain ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Innsbruck-Land des Bundeslandes Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck und wurde nach dem gleichnamigen Hauptort benannt.

Geografie Gries liegt im mittleren Sellraintal, einem Seitental des Inntals. Von Gries zweigt das Lüsenstal ab, dessen hinterer Teil zur Gemeinde St. Sigmund im Sellrain gehört. Außerdem mündet der von St. Sigmund kommende Zirmbach im Dorfkern von Gries in die Melach. Der Ort liegt in den Stubaier Alpen. Im Norden bilden die Nördlichen Sellrainer Berge mit dem Roßkogel (2646 m) die Gemeindegrenze. Nach Westen steigt das Land zu den Südwestlichen Sellrainer Bergen mit Sömen (2516 m) und Freihut (2616 m) an. Im Osten liegt die Untergruppe der Südöstlichen Sellrainer Berge mit dem höchsten Punkt der Gemeinde Auf Sömen mit 2798 Meter.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 22,62 Quadratkilometer. Davon sind 7 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 53 Prozent Wald, 17 Prozent Almen und 22 Prozent sind hochalpines Gebiet.

Zum Gemeindegebiet gehören noch zahlreiche Weiler am Hang (Obermarendebach …) sowie die hochwassergefährdete Talsohle zwischen Muren (Obergries) und Untermarendebach.

Gemeindegliederung Dorf (gemeint ist der Ort Gries im Sellrain) Obergries Murenhöfe Bichl Obermarendebach Untermarendebach Neder Reichenhöfe Taxach Juifenau Narötz

Die Gemeinde ist vorwiegend eine Auspendlergemeinde mit wenig Tourismus. Die meisten Bewohner pendeln nach Innsbruck aus.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|Gries im Sellrain gegen Lüsener Fernerkogel und Zischgeles (1962) Der Name Gries wird erstmals im Jahr 1410 als Flurname an dem Gries erwähnt. Der Name kommt von griez – der mittelhochdeutschen Entsprechung von rätoromanisch Gleirsch – und bedeutet ‚Geröll‘. Gemeint ist damit der grobe Sand, der beim Zusammenfluss von Melach und Zirmbach abgelagert wird. Nach einer Steuerbeschreibung aus dem Jahr 1629 besteht Axams aus drei Zehenten. Das „Hintere Zehent Sellraintal“ wird darin auch „auf dem Gries“ genannt. Auch kirchlich gehört Gries zur Urpfarre Axams. In den Jahren 1733 bis 1734 wird die Kirche zum hl. Martin erbaut, eine eigenständige Pfarre wird Gries jedoch erst 1891. Von 1951 bis 1953 wird die Volksschule und 1979/80 das Gemeindeamt erbaut. Ein Bergsturz im Jahr 2003 macht die Errichtung eines Dammes zum Schutz der Reichenhöfe-Siedlung notwendig.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Gries im Sellrain

Katholische Pfarrkirche Gries im Sellrain hl. Martin

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Ortsansicht von Gries im Sellrain Wirtschaftssektoren

Von den 40 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 2 im Haupt-, 31 im Nebenerwerb, 3 von Personengemeinschaften und 4 von juristischen Personen geführt. Diese 4 bewirtschafteten 70 Prozent der Flächen. Im Jahr 2011 waren von rund siebzig Arbeitsplätzen in Gries drei Viertel im Dienstleistungssektor und darin vor allem in sozialen und öffentlichen Diensten. Der Produktionssektor beschäftigte 13 Erwerbstätige, hauptsächlich im Baugewerbe, die Landwirtschaft 4. Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)4036411Produktion531312Dienstleistung29275574 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Berufspendler Von den 292 Erwerbstätigen, die im Jahr 2011 in Gries wohnten, arbeiteten zwanzig Prozent in der Gemeinde, achtzig Prozent pendelten aus. Von diesen verließ der Großteil auch den Bezirk Innsbruck-Land.

Fremdenverkehr Gries im Sellrain ist ein zweisaisonaler Fremdenverkehrsort. Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 42.000 im Jahr 2011 auf 46.000 im Jahr 2018, um auf 29.000 im COVID-Jahr 2020 zurückzugehen.

Verkehr Gries ist über die Sellraintalstraße (Landesstraße L13) erreichbar. Diese führt von Zirl über Gries und den Kühtaisattel in das Ötztal.

Politik mini|Gemeindesaal

Gemeinderat Zur Gemeinderatswahl werden 11 Mandate vergeben. Die letzten Wahlen ergaben folgende Ergebnisse:

Partei2022 201620102004ProzentStimmenMandate%StimmenMandate%StimmenMandate%StimmenMandateZAMHALTN für ein lebenswertes Gries (ZAMHALTN)71,122988 Gemeinsam für Gries (GFG)28,881213 41,48 161 4 Dorfliste Gries 58,82 258 710026913Gemeindeliste ÖVP10025711

Bürgermeister Hans Motz wurde zum Bürgermeister gewählt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Gereon Motyka (1892–1969), Prämonstratenser

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Stubaier Alpen Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Innsbruck-Land