mini|Wolfgang Büchner (2023)

Wolfgang Büchner (* 23. Juli 1966 in Speyer) ist ein deutscher Journalist und Medienmanager. Er war von 2021 bis 2025 stellvertretender Sprecher im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Zuvor war er unter anderem Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur und des Spiegels.

Leben Privates und Ausbildung Der Sohn eines Bäckermeisters und einer Verwaltungsangestellten war bereits mit 16 Jahren als freier Mitarbeiter der Speyerer Tagespost tätig. Das Abitur absolvierte er 1986 am Hans-Purrmann-Gymnasium in Speyer. Von 1986 bis 1988 absolvierte er Zivildienst bei der Ökumenischen Sozialstation in Speyer. Zum Redakteur wurde er in München als Stipendiat des – im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründeten – Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses ausgebildet. Er studierte Politikwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Hamburg, brach das Studium jedoch zur Fortsetzung seiner beruflichen Karriere ab.Wob, der Baumeister, Ein Porträt über Wolfgang Büchner von Ralf Geißler, journalist, 10/2011. Abgerufen am 8. April 2013. Büchner hat vier Kinder.

Erste journalistische Tätigkeiten Seine berufliche Tätigkeit begann er 1990 mit dem Aufbau der Neue Presse – Express in Halle (Saale), auch war er kurzzeitig für die Bildzeitung in Magdeburg tätig. Von 1992 bis 1995 als Redakteur für die Nachrichtenagentur Associated Press in Hamburg tätig, berichtete er von 1995 bis 1998 für Reuters in Bonn als Reporter über die SPD und die Verteidigungs- und Innenpolitik und leitete in Frankfurt am Main die Reuters-Nachrichtenproduktion im Bereich Märkte und Finanzen. 1999 wurde er Chef vom Dienst der im Aufbau befindlichen Financial Times Deutschland und wechselte im Juni 2001 als Geschäftsführender Redakteur zu Spiegel Online. Im Januar 2003 wurde er gemeinsam mit Rüdiger Ditz Stellvertreter des Chefredakteurs Mathias Müller von Blumencron. Gemeinsam mit Ditz folgte er Blumencron im Mai 2008 nach, nachdem Blumencron im Februar 2008 gemeinsam mit Georg Mascolo Chefredakteur des Magazins Der Spiegel geworden war. 2009 wechselte Büchner dann zur dpa, zunächst als stellvertretender Chefredakteur, um dort Wilm Herlyn zum 1. Januar 2010 als Chefredakteur zu ersetzen.Pressemitteilung dpa zum Amtsantritt von Wolfgang Büchner, dpa. Abgerufen am 20. September 2013.Info Wolfgang Büchner, Berliner Morgenpost vom 26. Juni 2011. Abgerufen am 8. April 2013.Wolfgang Büchner, kress.de. Abgerufen am 8. April 2013.

Spiegel Am 1. September 2013 wurde Büchner Chefredakteur von Spiegel und Spiegel Online. In der Funktion als Change-Manager sollte er hausintern eine stärkere Verzahnung von Print und Online umsetzen.Spiegel-Gesellschafter tagen: Büchner-Abgang wird immer wahrscheinlicher. In: meedia.22. September 2014, abgerufen am 28. September 2014.In eigener Sache: Wolfgang Büchner wird neuer Chefredakteur des SPIEGEL und von SPIEGEL ONLINE In: SPON, abgerufen am 29. April 2013. Zum 31. Dezember 2014 trennten sich Büchner und das Nachrichtenmagazin nach monatelangem, teils öffentlich ausgetragenem Machtkampf. Die internen Streitigkeiten bezogen sich sowohl auf das Projekt Spiegel 3.0 als auch auf journalistische Arbeitsweisen (so wurde von Redakteuren kritisiert, dass der – letztlich vom Deutschen Presserat gerügte – Spiegel-Titel Stoppt Putin jetzt im Sommer 2014 überhastet entstand).

Blick-Gruppe Am 1. Juli 2015 übernahm Büchner die Geschäftsführung der Schweizer Blick-Gruppe des Ringier-Konzerns. Er blieb bei der Blick-Gruppe bis Oktober 2016.

Madsack Mediengruppe Am 1. Januar 2017 wurde er Chief Content Officer bei der Madsack Mediengruppe in Hannover. In dieser Funktion sollte er die „digitale Transformation und Medienentwicklung“ des Unternehmens betreiben. Er wurde außerdem Geschäftsführer der Gemeinschaftsredaktion und Chefredakteur des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), einem Tochterunternehmen, das Madsack-Medienprodukte mit Content beliefert.Imre Grimm: Wolfgang Büchner wechselt zu Madsack. In: Lübecker Nachrichten, 11. August 2016, S. VIII. Durch die Dienstleistungen des RedaktionsNetzwerk Deutschland sparen sich Regionalzeitungen ihre Redaktion für die Mantelseiten, also den überregionalen Teil. Zum 1. Januar 2019 übernahm Marco Fenske die Chefredaktion des RedaktionsNetzwerks Deutschland, Büchner wurde Entwicklungs-Chefredakteur des RND.MADSACK Mediengruppe stellt Chefredaktion des RedaktionsNetzwerks Deutschland neu auf, madsack.de. Abgerufen am 18. März 2019. Am 15. März 2019 teilte die Madsack Mediengruppe mit, dass Büchner das Unternehmen verlässt. Die Geschäftsführung des RND haben Fenske und Hannah Suppa, die bisherige Chefredakteurin der Märkischen Allgemeinen Zeitung, übernommen.MADSACK Mediengruppe: Hannah Suppa und Marco Fenske steigen weiter auf, madsack.de abgerufen am 18. März 2019Wolfgang Büchner. "Das wäre besser gewesen", Die Zeit vom 4. Januar 2017, abgerufen am 8. Januar 2017.Als Chief Content Officer und RND-Chefredakteur: Wolfgang Büchner wechselt von Ringier zu Madsack, kress.de. Abgerufen am 8. Januar 2017.

Von April 2021 bis Dezember 2021 war er und ist seit Januar 2026 erneut leitender Berater (Senior Advisor) bei der zur französischen Publicis-Gruppe gehörenden Kommunikationsberatung MSLGroup.

Stellvertretender Regierungssprecher Im Februar 2021 bekannte sich Büchner zur FDP als seine politische Heimat und berät sie im Bereich der Kommunikation. Im Dezember 2021 wurde er auf Vorschlag der FDP zum stellvertretenden Regierungssprecher der Bundesregierung ernannt.Severin Weiland: Ex-SPIEGEL-Chefredakteur Büchner wird Vizeregierungssprecher, spiegel.de vom 7. Dezember 2021. Abgerufen am 31. August 2023. Er verblieb jedoch auch nach dem Bruch der Ampelkoalition in Deutschland 2024 und dem Ausscheiden der FDP aus der Bundesregierung im November 2024 in seinem Amt als stellvertretender Regierungssprecher. Im Zuge der Bildung des Kabinetts Merz am 6. Mai 2025 schied er aus dem Amt aus.

Mitgliedschaften Büchner ist Mitglied im Kuratorium von Reporter ohne Grenzen (Stand: März 2015)Kuratorium Reporter ohne Grenzen und Sprecher der AG Premium Publishing im Arbeitskreis Digitale Medien beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). , VDZ, online, abgerufen am 10. April 2013.

Kritik und Kontroversen Schon vor seinem Antritt als Chefredakteur des Spiegel geriet er durch die Berufung von Nikolaus BlomeNikolaus Blome wird stellvertretender Chefredakteur des Spiegel In: SPON, am 21. August 2013, abgerufen am 26. August 2013. zum stellvertretenden Chefredakteur und Leiter des Spiegel-Hauptstadtbüros in die Kritik. In: Berliner Zeitung vom 26. August 2013. Abgerufen am 26. August 2013 Büchner rechtfertigte die Aufnahme Blomes in einem Brief an die Leser im Spiegel und sagte darin zu, „dass sich die journalistische Haltung des 'Spiegel' nicht ändern wird“. , www.turi2.de, abgerufen am 21. September 2013.

Das Digitalisierungskonzept „Spiegel 3.0“ von Wolfgang Büchner und dem Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe, das einerseits Spiegel und Spiegel Online stärker aufeinander abstimmen und integrieren soll und andererseits eine Neuausschreibung aller Ressortleiterstellen und deren künftige gemeinsame Verantwortung für den Druck- und Online-Bereich vorsieht, stieß in den Reihen des Hauptgesellschafters Mitarbeiter-KG auf erheblichen Widerstand.Michael Hanfeld: 225 Redakteure proben den Aufstand, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. August 2014. Abgerufen am 22. August 2014. 86 % der Spiegel-Redakteure forderten die Spiegel-Mitarbeiter KG auf, in der Gesellschafterversammlung gegen den Plan zu stimmen, während Spiegel online-Redakteure anregten, den Plan zu unterstützen. Die Versammlung befürwortete den Plan schließlich einstimmig, forderte Büchner und Saffe allerdings auf, das Konzept „in enger Zusammenarbeit mit den Redaktionen von ‚Spiegel‘ und ‚Spiegel Online‘“ zu verwirklichen.Michael Hanfeld: Gesellschafter unterstützen Büchners „Spiegel 3.0“, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. August 2014. Abgerufen am 22. August 2014.

Auszeichnungen 2010 wurde Büchner vom Medium Magazin in der Kategorie Chefredakteur des Jahres zum Journalisten des Jahres 2010 gewählt.

2012 wurde Büchner vom Medium Magazin erneut in der Kategorie Chefredakteur des Jahres zum Journalisten des Jahres gewählt.

Weblinks

Wolfgang Büchners Twitter-Account kress.de Profil Wolfgang Büchner Pressemitteilung dpa zum Abschied von Büchner Pressemitteilung der dpa zum EANA Award for Excellence Pressemitteilung des European Press Prize 2013

Einzelnachweise «Stolz ist kein Geschäftsmodell», tagesanzeiger.ch vom 18. Dezember 2015, abgerufen am 19. Dezember 2015. Wolfgang Büchner wird Geschäftsführer der Blick-Gruppe In: ringier.com.

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