|} Die Clarens–Chailly–Blonay-Bahn, abgekürzt CCB, offiziell Compagnie du chemin de fer Clarens–Chailly–Blonay, war eine elektrische Meterspurbahn in der Schweiz.

Geschichte mini|links|Wandmalerei beim Bahnhof Blonay CCB (2016) Die Bahn wurde am 23. November 1911 eröffnet und verband das Dorf Clarens, heute ein Quartier der Stadt Montreux an der Waadtländer Riviera, über Chailly und Fontanivent mit Blonay. Zum 1. Januar 1956 übernahmen Autobusse den Betrieb, die Strecke wurde anschliessend abgebaut. Heute befährt die vom Verkehrsunternehmen Vevey–Montreux–Chillon–Villeneuve (VMCV) betriebene Autobuslinie 214 vmcv.ch (französisch). dieselbe Strecke.

Nachdem die Strassenbahn Vevey–Montreux–Chillon–Villeneuve ihr Fahrleitungssystem 1913 von der ursprünglich zweipoligen Schlitzrohrfahrleitung mit 480 Volt Gleichstrom auf das bei Strassenbahnen übliche Fahrleitungssystem mit 600 Volt Gleichstrom umgestellt hatte (sowie die Finanzierung gesichert war), wurde am 4. Juli 1915 eine Verbindungsstrecke vom ursprünglichen Endpunkt in Clarens, unmittelbar oberhalb der Strassenüberquerung der Simplonlinie, zur Schifflände der Compagnie générale de navigation sur le Lac Léman (CGN) eröffnet. Diese Strecke benutzte auf einem kurzen Abschnitt beim Gambetta-Platz die Gleise der Strassenbahn. Am 31. Oktober 1943 wurde diese Verlängerung mangels Nachfrage wieder aufgegeben.

Der Unterhalt der Fahrzeuge wurde durch die Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB) in deren Werkstätte in Chernex vorgenommen. Dazu fuhren die Motorwagen regelmässig von Fontanivent in den Nachbarort und wieder zurück über die Bahnstrecke der Montreux–Berner Oberland-Bahn. Auch das Personal stellte die MOB und war somit auch für die Betriebsführung zuständig.

Streckenbeschreibung mini|links|Van Hool-Autobus 107 vor dem Bahnhof Fontanivent. Die Bahnstrecke der Clarens–Chailly–Blonay-Bahn führte rechts am Bahnhof vorbei (2011) In Fontanivent überquerte die Bahn von Chailly kommend die Route des Collonalles und unterquerte anschliessend die Bahnstrecke Montreux–Lenk im Simmental. Es folgte ein noch existierender Kehrtunnel. Nach Einstellung des Bahnbetriebes wurde dieser für die Champignons-Zucht verwendet. Das Tunnelportal in Richtung Fontanivent ist heute verschüttet. Nach dem Tunnelausgang setzt sich die Streckenführung innerhalb der Schlaufe der Bahnstrecke nach Lenk im Simmental fort. Im Bereich der Schlaufe, wie auch des Bahnüberganges mit der Route de Fontainevent, war die Streckenführung über etwa 150 Meter doppelspurig. Im Bahnhof Fontanivent wechselten die Fahrzeuge der Clarens–Chailly–Blonay-Bahn die Fahrtrichtung, um auf einem kurzen Bahndamm östlich der Route de Brent in ebendiese Strasse einzumünden. Ein kurzer Teil diese Bahndammes wird nach wie vor von der Montreux–Berner Oberland-Bahn als Abstellgleis benutzt. Ebenso benutzt die Montreux–Berner Oberland-Bahn nach wie vor das Geleise zur kleinen hölzernen Remise der Clarens–Chailly–Blonay-Bahn. Nachdem diese baufällig wurde, wurde sie jedoch abgerissen. Die Grundmauern bestehen aber noch heute.

Fahrzeuge Beschrieb Bezeichnung Nummern Baujahr Einsatzjahre Hersteller Motorwagen Ce 2/2 1 bis 3 1911 1911–1956 SIG / MFO Sommerwagen C2 11 (ehemals CGTE 301), 12 (ehemals CGTE 303) 1896 1930–1956 SIG Sommerwagen C2 14 1896 1932–1956 SIG Offener Güterwagen M2 1 und 2 1913 1913–1956 ACMV

Die Sommerwagen C2 11, 12 und 14 entstammten der Motorwagenserie Ce 1/2 125 bis 132 der elektrischen Rundbahn der Schweizerischen Landesausstellung in Genf 1896. Bei den ehemaligen Tramways Suisse (TS) wurde die elektrische Ausrüstung ausgebaut und die Wagen als C2 125 bis 130 bezeichnet.Clarens–Chailly–Blonay-Bahn. pospichal.net; abgerufen am 4. Juni 2011.Roland Kallman, Werner Boegli, Daniel Thomi: Le Tram à Genève, Histoire imagée de la Compagnie Genevoise des Tramways Electriques et de ses Précurseurs. Edition du Tricorne, Genf 1976, Kapitel: Les caractéristiques du matérial roulant des TS, automotrice und voitures d’été Anschliessend verkehrten sie als C2 301" bis 306"Geschichte der Clarens–Chailly–Blonay-Bahn. tram-museum-archiv.ch, Tram Museum Zürich; abgerufen am 24. August 2011. bei der ehemaligen Compagnie Genevoise des Tramways Électriques (CGTE), heute Transports publics genevois (TPG).

Die Sommerwagen besassen Bänke in Längsrichtung, hierbei sassen die Fahrgäste Rücken an Rücken in der Wagenlängsachse.

Alle Fahrzeuge wurden nach der Streckenstilllegung abgebrochen.

Trivia Die Bahnstrecke Clarens–Chailly–Fontanivent–Blonay war nach den Normalien der Montreux–Berner Oberland-Bahn erbaut und wurde auch wiederholt von Fahrzeugen der erwähnten Bahngesellschaft befahren. Anfänglich wurde nur von der Clarens–Chailly–Blonay-Bahn gesprochen.Clarens–Chailly–Blonay-Bahn, Kommentar. bahndaten.ch Weil die Bahnstrecke grossenteils im Strassenplanum trassiert war, wurde später auch der Begriff Strassenbahn Clarens–Chailly–Blonay verwendet.

Literatur

Michel Grandguillaume, Jean-Louis Rochaix: Chemins de fer privés vaudois 1873–2000, 10 ans de modernisation. Editions La Raillère, Belmont 2009, . Michel Dehanne, Daniel Croset, Michel Grandguillaume, Jean-Louis Rochaix: Chemins de fer privés vaudois 1873–2000. Editions La Raillère, Belmont 2000, .

Weblinks

Clarens–Chailly–Blonay. tram-museum-archiv.ch (Internetarchiv web.archiv.org). Clarens–Chailly–Blonay. In: eingestellte-bahnen.ch von Jürg Ehrbar

Einzelnachweise

Kategorie:Straßenbahnbetrieb (Schweiz) Kategorie:Spurweite 1000 mm Kategorie:Verkehr (Montreux) Kategorie:Bahnstrecke im Kanton Waadt Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren Kategorie:Blonay – Saint-Légier