Die 47. Volksgrenadier-Division war ein militärischer Großverband der Wehrmacht im Deutschen Reich.
Geschichte
Aufstellung Am 17. September 1944 wurde die Einheit auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken (Unterfranken) aus Teilen der noch in Aufstellung befindlichen 577. Grenadier-Division aufgestellt. Zur Hälfte setzte sie sich aus Abgaben von Luftwaffen- und Marine-Verbänden zusammen. Die Altersstruktur war sehr heterogen mit je einem Drittel Rekruten der Jahrgänge 1926/1927 und erfahrenen Ostkämpfern.
Verlegung nach Dänemark Ab 6. Oktober 1944 wurde die Division nach Aarhus (Dänemark) verlegt und sollte bis zum 31. Oktober verwendungsfähig gemacht werden. Am 22. Oktober betrug der Personalbestand 9314 Mann, bei einem Fehl von 837 Mann.
Verlegung an die Westfront Beginnend mit dem 9. November wurde laut dem Kriegstagebuch des Wehrmachtbefehlshabers Dänemark die Division zur Heeresgruppe B (Westfront) in Marsch gesetzt.Befehlshaber der Deutschen Truppen in Dänemark, Abt. Ia, Kriegstagebuch 1944.
Vernichtung in Aachen Dort wurde sie in der 3. Schlacht um Aachen eingesetzt. Hierbei erlitt sie schwerste Verluste. So betrugen am 24. November die Kampfstärken der Grenadier-Regimenter nur noch 60, 215 sowie 36 Mann. Daher erfolgte am gleichen Tag die Bildung der „Kampfgruppe Engel“, welche die Reste der 12. und 47. Volksgrenadier-Division unter dem Kommando der ersteren zusammen fasste.
Wiederaufstellung Ab 26. November wurden die Regimenter aus der Front herausgelöst und zur Auffrischung in den Raum Wollersheim-Sinzenich-Vlatten verlegt, mit Divisionsstab in Burvenich. Bis 8. Dezember trafen rund 3000 Mann Verstärkungen ein.
Hürtgenwald Der zweite Kampfeinsatz der Division war die vom 11. Dezember 1944 bis 5. Januar 1945 dauernde Teilnahme an der Schlacht im Hürtgenwald. Hierzu wurde die Division in die Verteidigungsfront westlich der Roer eingefügt, um die zur Ardennen-Offensive abkommandierte 3. Fallschirmjäger-Division abzulösen.
Unternehmen Nordwind Während des im Elsass durchgeführten Unternehmens Nordwind war die Division ab 9. Januar 1945 in Reserve gehalten worden. Der dritte Kampfeinsatz begann dann Mitte/Ende Januar mit der Ablösung der 25. Panzergrenadier-Division und 7. Fallschirmjäger-Division. Nach dem Absetzen der Amerikaner auf die Moder bildete die Division zusammen mit der 25. Panzergrenadier-Division das LXXXIX. Armeekorps. Ein Angriff zur Bildung eines Brückenkopfes östlich der Moder scheiterte jedoch.
Oberrhein Bis April verblieb die Division in der Rheinpfalz und am Oberrhein.
Teilweise Kapitulation Am 14. April 1945 unterstützte der Divisionskommandeur die kampflose Übergabe der Stadt Ludwigsburg an die französische 1. Armee.
Verbleib der Divisionsreste Der Divisionsstab und Reste zogen sich bis Tirol zurück. Dort wurden sie in eine Kampfgruppe des LXIV. Armeekorps eingegliedert, die vom 26. April bis zum 2. Mai 1945 den Fernpass verteidigte.
Unterstellung ZeitraumArmeekorpsArmeeHeeresgruppeRaumSeptember 1944 OKH WildfleckenOktober 1944 OKH AarhusNovember 1944LXXXI5. PanzerarmeeBAachenJanuar 1945 LXXXIX1. ArmeeGRheinpfalzMärz 1945 LXXXX1. ArmeeG RheinpfalzApril 1945 LXXX19. ArmeeOB West Oberrhein
Gliederung Grenadier-Regiment 103 I. Bataillon II. Bataillon Grenadier-Regiment 104 I. Bataillon II. Bataillon Grenadier-Regiment 115 I. Bataillon II. Bataillon Artillerie-Regiment 147 1. bis 4. Abteilung Divisions-Füsilier-Kompanie 147 Feldersatz-Bataillon 147 Pionier-Bataillon 147 Nachrichtenabteilung 147 Infanterie-Nachschub-Führer 147 Panzer-Jagd-Abteilung 147
Kommandeure DienstgradNameDatumGeneralleutnant Max Hermann Bork18. September 1944 bis März 1945Oberst Georg Ernst von Grundherr zu Altenthann und Weyherhaus März bis 2. Mai 1945 (gefallen)Oberst Karl Langesee 2. bis 8. Mai 1945
Verweise Quellen Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg:ZA1/955 (B-602), Bork, Max: 47. Volksgrenadier-Div., 1. Oktober 1944 – 5. Januar 1945: Dritte Schlacht von Aachen, Durchschlag, deutsch, 16 Seiten (1 Skizze), 1947 Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg:ZA1/1053 (B-700), Bork, Max: 47. Volksgrenadier-Div., 6. Januar – 31. März 1945: vom Elsaß durch die Pfalz über den Rhein, Durchschlag, deutsch, 27 Seiten (4 Anlagen), 1947
Literatur Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945, 20 Bde. Osnabrück 1967.
Einzelnachweise
Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht) Kategorie:Gegründet 1944 Kategorie:Aufgelöst 1945