Julius Giere (* 1807; † 1880) war ein deutscher Hof-Lithograf, Fotograf, Zeichner, Maler und Verleger in Hannover im damaligen Königreich Hannover.
Leben und Werk
mini|links|„Grossen Buchholz nach der Windsbraut“ vom 17. September 1830; Lithografie „Zum Besten der Armen“ von Giere nach Johann Heinrich Ramberg
mini|Familie von Georg V., König von Hannover. Lithografie von Julius Giere, gedruckt in der Hof-Steindruckerei Julius Giere in Hannover.
mini|Revers einer von Giere produzierten Carte de visite
Julius Giere (Carl Ludolph Julius Giere)Die Alternativnamen Gieri und Giers sind irrtümlich entstanden. war ein Sohn des Hannoverschen Miniaturmalers und Kupferstechers Johann Christoph Franz Giere (1774–1825). Julius Giere war spätestens von 1831 an in Hannover tätig, wohnte nachweislich 1842 als Hofsteindrucker in der Burgstraße von HannoverQuelle: Adressbuch der Stadt Hannover 1842 Seite 175. Zitiert nach: (PDF; 1,9 MB) und betrieb die ab 1831 nachgewiesene Hof-Steindruckerei Julius Giere.
Die Hof-Steindruckerei Julius Giere war bekannt für die Herstellung der Porträts von Schauspielern, Musikern, Schriftstellern und Angehörigen des Hochadels und des Königshauses Hannover. Julius Giere verwendete fremde Vorlagen oder eigene Zeichnungen und Entwürfe. Julius Giere schuf und verlegte auch Ortsansichten, Ortspläne, Grafiken für aktuelle Anlässe und Reproduktionen von historischen Gemälden. Er gab Lithografien für den Kunstverein Hannover heraus, die eine weite Verbreitung fanden.
Als einer der Ersten nutzte er die Daguerreotypie als neues Verfahren der Fotografie und betrieb die Fotografische Kunst-Anstalt Julius Giere in der Sophienstraße 5, „d. Museum (für Kunst und Wissenschaft, heute Künstlerhaus Hannover) gegenüber“.siehe Rückseite der Carte de visiteQuelle: Andreas-Andrew Bornemann (privat) auf postkarten-archiv.de
Giere war befreundet mit dem hannoverschen Maler Edmund Koken.Hugo Thielen: Koken, Johann Edmund Gottfried. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 207 (books.google.de).
Literatur Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs. neue Ausgabe, Band 4, Librairie Gründ, Paris 1966, S. 240. H. Döpke: Fragen an ein altes Portrait von Julius Giere. In: Heimatland. Heft 6, 1993, S. 165. Hannoversche Geschichtsblätter. Band 18, 1915, S. 323, 407 ff., 19, 1916, S. 150, 158. D. J. Leister: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 26, 1954, S. 149–173. Georg Kaspar Nagler: Giere, I. In: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Band V: Gallimberti–Haslöhl. E. A. Fleischmann, München 1837, S. 160 (babel.hathitrust.org). Osnabrücker Bildhauer und Maler des 18. und 19. Jahrhunderts. Osnabrück 1950
Singer: Bildende Künstler. Band XIV, 1936. – (im Eintrag zu Giere, Joh. Christoph Franz) Weigels Kunstcatalog. Leipzig 1838–1866, Band 5, Reg. S. 150.
Siehe auch Liste hannoverscher Hoflieferanten
Weblinks
Einzelnachweise
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