Heini Handschumacher, auch Heini Handschuhmacher (* 20. März 1907 in Berlin; † 9. Juni 1944 in München bei einem Luftangriff ) war ein deutscher Schauspieler und Komiker.
Leben Handschumacher begann seine Theaterlaufbahn in der Spielzeit 1928/29 am Stadttheater Aachen.Heini Handschumacher. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1929. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 40. Jg., Berlin 1929, S. 229 und S. 745 (Register). Anschließend spielte er am Landestheater Darmstadt und hatte später langjährige Bühnenengagements am Nationaltheater Mannheim (dort u. a. in der Titelrolle des Lustspiels Charleys Tante) und in Leipzig. Von 1940 bis zu seinem Tode 1944 gehörte er zu Ensemble der Münchner Kammerspiele. In der Neuinszenierung der Shakespeare-Komödie Ein Sommernachtstraum spielte er dort 1940 den Handwerker Flaut.1933 – 1945: INSZENIERUNGEN ZUR NAZIZEIT – EIN DRAMA IN FÜNF AKTEN. Text und Szenenfotos. Abgerufen am 5. Februar 2017
In den 1940er Jahren wirkte er in größeren und kleineren Nebenrollen auch in einigen, zumeist unpolitischen Filmkomödien, Lustspielen und Musikfilmen des Dritten Reichs mit. Zu seinen größeren Aufgaben gehörten der Zoologe Crusius, der Freund der männlichen Hauptfigur, in der Komödie Herz geht vor Anker (1940; Regie: Joe Stöckel), der Privatdetektiv Holzer in der Krimikomödie Orient-Express (1944, Regie: Viktor Tourjansky) und Petri, ein Freund von Johannes Heesters, in dem Revuefilm Es lebe die Liebe (1944, Regie: Erich Engel). In dem NS-PropagandafilmRolf Giesen: Nazi Propaganda Films: A History and Filmography. Seite 228. McFarland & Company, Inc., Publishers. Jefferson, North Carolina, and London 2003. ISBN 978-0-7864-3870-9. Abgerufen am 5. Februar 2017 Venus vor Gericht (1941), der die sog. „Entartete Kunst“ thematisierte, hatte er eine kleine Rolle als Reporter.
Handschumacher war in der Darstellung komischer Rollen ein „Naturtalent“; er „schuf Gestalten von umwerfender Komik, ließ aber immer die ernste Bedeutung in kleinen Lichtern aufleuchten.“Herbert Meyer: Das Nationaltheater Mannheim: 1929-1979. In: Forschungen zur Geschichte Mannheims und der Pfalz. Bibliographisches Institut. Mannheim 1979. Abgerufen am 5. Februar 2017 Er galt als „Münchner Heinz Rühmann“.Bogusław Drewniak: Der Deutsche Film 1938-1945: Ein Gesamtüberblick. Droste Verlag 1987. Seite 242. ISBN 3-7700-0731-X. Abgerufen am 5. Februar 2017
Handschumacher starb bei einem Bombenangriff auf die Landeshauptstadt München.
Filmografie 1940: Herz geht vor Anker 1941: Alarmstufe V 1941: Venus vor Gericht 1944: Orient-Express 1944: Es lebe die Liebe 1950: Die Schuld der Gabriele Rottweil
Literatur Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theaterlexikon. Band I. A–Hurka. Seite 688. De Gruyter, Berlin [u. a.]. Juli 2015. ISBN 978-3-907820-27-8 (abgerufen über De Gruyter Online).
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