Chłopy ( Bauerhufen) ist ein Stranddörfchen in der Stadt-und-Land-Gemeinde Mielno im Powiat Koszaliński der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage Das Dorf liegt nordwestlich von Koszalin (Köslin) unmittelbar an der Ostsee in Hinterpommern. Nachbarorte sind Sarbinowo (Sorenbohm) im Westen, Mielno (Großmöllen) im Osten und Kazimierz (Kasimirsburg) im Süden. Am östlichen Ortsausgang markiert ein großer Felsstein den Verlauf des 16. Längengrades. mini|Fischerboote am Ostseestrand von Chłopy Geschichte mini|Fischer am Strand mini|Häuserreihe am Strand mini|Fachwerkhaus Bauerhufen war ursprünglich ein kleines Fischerdorf, in dem es ein Wirtshaus gab. Im Jahr 1784 wurden in Bauerhufen 15 Feuerstellen (Haushalte) gezählt. Nur vier der Einwohner, darunter der Schulze und der Wirtshausbesitzer, verfügten über kleine landwirtschaftlich nutzbare Anbauflächen. 11 der Haushalte gehörten zu Fischern, die kein eigenes Land besaßen.Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern (Ludwig Wilhelm Brüggemann, Hrsg.). II. Teil, 2. Band, Stettin 1784, S. 537, Nr. 4. Der Ort entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem kleinen Seebad mit einer bescheidenen Infrastruktur. Während der Badesaison verkehrte von Mitte Juli bis Ende August zwischen Köslin, Großmöllen und Bauerhufen eine viersitzige Postkutsche.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin vom 11. Juli 1867, S. 181, Ziffer 242.

1923 gab es in Bauerhufen einen Gasthof am Strand mit 30 Zimmern (Strandschloss) und eine Pension sowie Fremdenzimmer in Privathäusern, und im Sommer logierten am Ort etwa 400 Badegäste.

Im Jahr 1945 gehörte Bauerhufen zum Landkreis Köslin im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Mit dem Kriegsende wurde das Dorf, wie ganz Hinterpommern, durch das Potsdamer Abkommen verwaltungstechnisch der Volksrepublik Polen unterstellt. Es begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Bauerhufen erhielt den polnischen Ortsnamen Chłopy. In der Folgezeit führte die kommunistische polnische Administration die „wilde“ Vertreibung der Alteinwohner aus Bauerhufen durch.

In der Nachkriegszeit wurde eine Reihe örtlicher Fischerhäuser im Fachwerkstil aus dem 19. Jahrhundert in das polnische Denkmalregister aufgenommen.mielno.pl: (polnisch)

Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1818 105 davon 43 auf dem Rittergut und 62 Einwohner im königlichen DorfAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1: A–F, Halle 1821, S. 68, Ziffern 848–849. 1861 191 in 34 HäusernHeinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 304. 1864 198 am 3. Dezember, im adligen Gemeindebezirk und Amtsdorf zusammen, auf einer Fläche von 485 bzw. 136 MorgenPreußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin (9. Kreis Schlawe). Berlin 1866, S. 2–9, Ziffern 14–15. 1867 169 am 3. Dezember, davon 99 im adligen Gemeindebezirk und 70 im AmtsdorfPreußisches Statistisches Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staates und ihre Bevölkerung (VI. Kreis Köslin). Berlin 1873, S. 120–121, Ziffern 7–8. 1871 173 am 1. Dezember, davon 92 im adligen Gemeindebezirk und 81 im Amtsdorf, sämtlich Evangelische 1908 180 518 Badegäste.Meyers Reisebücher: Ostseebäder und Städte der Ostseeküste. 4. Auflage, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1910, S. 147–148. 1910 151 am 1. Dezember, davon 93 im adligen Gemeindebezirk und 58 im DorfBauerhufen, Landkreis Köslin, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Bauerhufen) 1923 180 400 Badegäste.Meyers Reisebücher: Deutsche Ostseeküste. II. Teil: Rügen und die pommersche Küste mit ihrem Hinterland. 2. Auflage, Bibliographisches Institut, Leipzig 1925, S. 175–176. 1925 185 darunter 174 Evangelische und ein Katholikkreis-koeslin.de: 1933 169 1939 172

+ Bevölkerungsentwicklung seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr Einwohner Anmerkungen 2010 254

Literatur Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 2. Band, Stettin 1784, S. 537, Absatz (4). Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 304.

Weblinks

Zur Ortschronik von Bauerhufen

Einzelnachweise

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