Die DFS Weihe war ein Segelflugzeug, das 1938 von Hans Jacobs von der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) konstruiert wurde. Der Serienbau erfolgte industriell.

Geschichte 1938 entwarf Hans Jacobs die DFS Weihe, mit dem Gedanken ein Leistungssegelflugzeug billiger und einfacher herstellen zu können. Die Weihe sollte den Rhönadler – eine frühere Konstruktion von Jacobs für den Serienbau – deutlich übertreffen und erwies sich als außerordentlich erfolgreich. Bis 1945 wurden bei Schweyer-Flugzeugbau in Mannheim bzw. Jacobs-Schweyer Flugzeugbau in Darmstadt sowie unter Lizenz in Spanien, Frankreich, Jugoslawien und Schweden ca. 300 Stück gebaut. Nach dem Krieg baute Focke-Wulf das Flugzeug als Weihe 50 weiter.

Bis in die 1950er Jahre hinein gehörte sie bei internationalen Wettbewerben zu den führenden Flugzeugmustern. Bei der ersten Nachkriegs-Segelflugweltmeisterschaft 1950 in Örebro/Schweden waren unter den ersten 8 Piloten 7 die eine Weihe flogen, unter ihnen Paul MacCready, der nach dem Schweden Billi Nilson den zweiten Platz belegte.

Konstruktion mini|Die OH-WAB im Finnischen Luftwaffenmuseum Die Weihe ist ein einsitziger Schulterdecker. Sie besitzt in der ursprünglichen Version zum Landen eine reine Kufe. Zum Start wird ein Rad unter die Kufe gesteckt, welches beim Abheben abfällt. Spätere Versionen wurden auch mit einem Hauptrad ausgeführt. Die Flügelprofile wurden vom DFS Reiher übernommen; es war vor dem Krieg das beachtenswerteste Serienleistungsflugzeug.

Technische Daten

Kenngröße DatenTechnische Daten auf der Website des Deutschen Segelflugmuseum, abgerufen am 21. April 2010 Baujahre 1938–1945 Konstrukteur Hans Jacobs Länge 8,13 m Spannweite 18 m Höhe 1,5 m Flügelfläche 18,20 m² Flügelstreckung 17,8 Flügelprofil Gö 549 / Gö 676 Gleitzahl 30 bei 70 km/h Geringstes Sinken 0,6 m/s bei 60 km/h Leermasse 195 kg max. Startmasse 355 kg Höchstgeschwindigkeit 210 km/h

Erhaltene Flugzeuge D-0084 flugfähig D-0700 flugfähig abgerufen am 20. Mai 2023 D-3654 flugfähig D-5862 DFS Weihe 50 Deutsches Segelflugmuseum mit Modellflug D-7080 flugfähig im Verein zur Förderung des historischen Segelflugs D-8239 flugfähig, Karl Bauer aus Waiblingen flog 1959 den Höhenweltrekord an der Teck, er kurbelte in einem Gewitter auf 9665 m. D-8866 flugfähig OH-WAB im Finnischen Luftwaffenmuseum

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Trivia Ernst Jachtmann erflog mit einer Weihe (Kennzeichen: D–4–1841) vom 22. bis 24. September 1943 auf Brüsterort an der Samlandküste/Ostsee im Hangaufwind einen Dauerweltrekord von 55 Stunden, 52 Minuten und 50 Sekunden.Der Adler, Band V, 1943/1944 S. 87, Jahr-Verlag, 1977, ISBN 3-921789-01-X; (PDF-Datei; 4,4 MB); YouTube Monatsschau

Literatur

Weblinks

Lebenslauf-Dokumentation der Weihe D-0700

Einzelnachweise abgerufen am 20. Mai 2023

Kategorie:Segelflugzeug Weihe