Der Gardon (im Unterlauf auch gleichberechtigt Gard genannt) ist ein Fluss in der französischen Region Okzitanien, der in den Cevennen entspringt und in die Rhône mündet. Schon in der Antike war er unter dem Namen Vardo bekannt.

Verlauf Der Gard oder Gardon kommt aus den Cevennen und fließt insgesamt in südöstlicher Richtung. Er hat mehrere Quellflüsse, die „Gardon“ mit oder ohne Zusatzbezeichnungen heißen und deren Flusswege von der jeweiligen Quelle bis zur Mündung in die Rhône ähnlich lang sind. Administrativ hat man nicht den längsten, sondern einen zentralen zum Hauptfluss erklärt. Dieser entspringt im Gemeindegebiet von Saint-Martin-de-Lansuscle im Nationalpark Cevennen. Die Benennungen sind ein Kompromiss aus lokalem Sprachgebrauch und Berücksichtigung der Hydrologie. Das amtliche hydrografische Portal SANDRE listet (nicht nur hier) für zahlreiche Gewässer und Gewässerabschnitte mehrere Namen zur Wahl auf. Das Geoportal der zentralen Landesvermessungebehörde Institut géographique national liefert teilweise in unterschiedlichen Maßstäben unterschiedliche Namen (so etwas gibt es in Deutschland auch hier und da).

Im Verlauf des Hauptflusses finden sich die Namen: Gardon (Quellbach) Gardon de Saint-Martin-de-Lansuscle Gardon de Mialet Gardon d’Anduze „Gard ou („oder“) Gardon“

Für den nördlichen Quellfluss findet man: Gardon (Quellbach) Gardon d’Alès

Er mündet schließlich nach rund 128, abgerufen am 15. März 2011 und 13. Nov. 2016 Kilometern bei Comps als rechter Nebenfluss in die Rhône. Quellgebiete und Teile der Oberläufe der Quellflüsse liegen im Département Lozère, weitere Flussläufe und untere Nebenflüsse im Département Gard.

Flusssystem Zuflüsse und Flussabschnitte des Gardon oder GardReihenfolge flussaufwärts, Seitenangaben aber in Fließrichtung; Pfeile weisen im selben Flusslauf flussabwärts Zufluss Name Code SANDRE Länge Einzugsgebiet Mündung, (untere) Grenze Quelle oder Beginn Gard oder Gardon V71-0400 127,3 1999 bei Comps in die Rhône ↑ Unterlauf: Gard oder Gardon V71-0400 Zusammenfluss bei Vézénobres von links Alzon V7180500 23.7 1801 6 km vor dem Pont du Gard Quellteich nördlich des Col du Coutel von links Bourdic V7170700 25 1519 Sainte-Anastasie von rechts Braune V7170540 16,15 ?Die französische amtliche Gewässerdatenbak SANDRE zeigt bei Nebenflüssen ab der 4. Verzweigungsstufe für das Einzugsgebiet und dessen Flächennutzung Werte eines übergeordneten Flusses. Dions von rechts Auriol V7170520 14,7 ?Die französische amtliche Gewässerdatenbak SANDRE zeigt bei Nebenflüssen ab der 4. Verzweigungsstufe für das Einzugsgebiet und dessen Flächennutzung Werte eines übergeordneten Flusses. bei Saint-Chaptes von links Droude V7160540 22,6 1242 bei Moussac ↑ Unterlauf | Gardon d’Andouze V71-0400 16 km bei Vézénobres von links Gardon d’Alès,← Quellbach: Gardon (sic !) V7150500 60.6 444 beim Col de Jalgreste von rechts Galeizon V7150620 28,8 ?Die französische amtliche Gewässerdatenbak SANDRE zeigt bei Nebenflüssen ab der 4. Verzweigungsstufe für das Einzugsgebiet und dessen Flächennutzung Werte eines übergeordneten Flusses. 4 km oberhalb von Alès südlich des Col de Pendédis von links Avène V7150720 29,4 ? 8 km unterhalb von Alès nordöstlich von La Grand-Combe ↑ Gardon d’Anduze | Gardon de Mialet V71-0400 3 km oberhalb von Anduze von rechts Gardon de Saint-Jean V7130500 49,4 265 La Plane östlich von Les Rousses von rechts Salindrenque,← Ruisseau de Liron V7130640 23 ? 3 km vor dessen Mündung beim Col du Fageas ↑ Flussabschnitt: Gardon de Mialet V71-0400 von rechts Gardon de Sainte-Croix V7110500 27,9 102 unterhalb vonSt-Étienne-Vallée-Française Col des Faïsses ↑ Gardon de Mialet | Oberlauf V71-0400 oberhalb vonSt-Étienne-Vallée-Française von links Gardon de Saint-Germain V7100520 13,4 km 87 Col de la Vergnasse ↑ Oberlauf: Gardon de Saint-Martin V71-0400 Plan du Fontmort

Orte am Fluss mini|Linkes Ufer des Gardon in Anduze, flussaufwärts Hauptfluss: Saint-Martin-de-Lansuscle Saint-Étienne-Vallée-Française Mialet Anduze Vézénobres (Ortslage 2 km nördlich, aber Gemeindegebiet bis an den Fluss) Moussac Collias Vers-Pont-du-Gard Remoulins Montfrin Comps

mini|Gardon d’Alès in Alès mini|hochkant=0.7|Förderturm eines 1985 geschlossenen Kohlebergwerks in Alès Gardon d’Alès: Cassagnas La Grand-Combe Alès Vézénobres (Ortslage 2 km östlich, aber Gemeindegebiet bis an den Fluss)

Gardon de Saint-Jean: Bassurels Saint-André-de-Valborgne Saint-Jean-du-Gard

Gardon de Saint-Germain: Saint-Germain-de-Calberte Saint-Étienne-Vallée-Française

Flora und Fauna Der Flusslauf ist weitgehend unreguliert. Im Mittelteil fließt er durch eine urwüchsige Schwemmlandschaft, später durch eine imposante Karstschlucht.

Das Flusstal ist als Folge der Entwaldung im Mittelalter und der Überweidung der Gegend bis Mitte des 20. Jahrhunderts relativ pflanzenarm. Durch den kargen Karstboden wachsen überwiegend immergrüne Strauchgewächse (Macchie). Im Fluss selbst gedeihen nur vereinzelt Wasserpflanzen an Staustellen. Im Sommer gibt es auf Grund der hohen Wassertemperatur und Wassermangel Probleme mit Algenbildung.

Die Tierwelt ist reichhaltiger. Säugetiere sind vorhanden, aber kaum sichtbar, doch in den letzten Jahren hat sich der nachtaktive Biber den Mittellauf und die Quellflüsse des Gardon als Lebensraum zurückerobert. Fledermäuse haben in den vielen Karsthöhlen ideale Lebensbedingungen. Wildschweine und verwilderte Ziegen werden bejagt.

Als markante Vögel sind Graureiher am Flussufer zu beobachten und Gänsegeier nisten in der Region. Geangelt werden Aal und Forelle.

Sehenswürdigkeiten/Freizeit mini|Unter dem Aquädukt Pont du Gard Pont du Gard, der weltberühmte römische Aquädukt aus dem 1. Jahrhundert. Pont Saint-Nicolas de Campagnac, mittelalterliche Bogenbrücke im Bereich des Mittellaufs. Kanu-Sport: der Gardon kann mit Kanus und Kajaks etwa 70 Kilometer befahren werden. Besonders interessant ist die Schlucht zwischen Russan und Pont du Gard. Im Sommer ist der Teil bis zur Pont St. Nicolas zumeist trocken gefallen.

Siehe auch Liste von Zuflüssen der Rhone Gorges du Gardon

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Gewässer als Namensgeber für einen Asteroiden