Die 43. Alpinen Skiweltmeisterschaften fanden vom 2. bis 15. Februar 2015 in Vail/Beaver Creek statt, wobei die Einzelwettbewerbe in Beaver Creek stattfanden und der Teamwettbewerb in Vail. Nach sieben Titelkämpfen in Folge in Europa wurden erstmals seit 1999 die Weltmeisterschaften wieder in Amerika ausgetragen. Vail war auch schon 1989 und 1999 Austragungsort gewesen.

Bewerber Neben den beiden Skiresorts im US-Bundesstaat Colorado standen auch St. Moritz (Schweiz) und Cortina d’Ampezzo als Austragungsort zur Auswahl. Alle drei Orte hatten sich bereits um die Weltmeisterschaften 2013 beworben, waren aber der Kandidatur Schladmings unterlegen. Beim FIS-Kongress am 3. Juni 2010 in Antalya, Türkei, setzte sich die US-Bewerbung bereits im ersten Wahlgang mit 8 von 15 möglichen Stimmen durch. 4 Stimmen entfielen auf Cortina d’Ampezzo, 3 auf St. Moritz.

Pisten Angrenzend an die bestehende Skipiste Birds of Prey, auf der wie schon bei den Weltmeisterschaften 1999 die Herrenrennen stattfanden, war eine weitere namens Raptor ergänzt worden. Auf dieser 2013 fertiggestellten Abfahrtspiste wurden die Damenwettbewerbe ausgetragen. In: mountainhaus.com, abgerufen am 28. Januar 2015. (englisch) In: vvf.org, abgerufen am 28. Januar 2015. (englisch) Für die neue Piste war das Gebäude der Zeitmessung von der West- auf die Ostseite des Zielbereichs verlegt, der Schlussteil Red Tail neu gesetzt, sowie das Talons Restaurant hinter dem Zielbereich neu gebaut worden. Das Restaurantgebäude beherbergte gleichzeitig das zentrale Pressezentrum während der WM 2015. In: vailbeavercreek2015.com, abgerufen am 28. Januar 2015. (englisch)

Teilnehmer

Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaften waren rund 700 Athleten aus 68 verschiedenen Ländern gemeldet; sie kämpften um insgesamt 33 Medaillen.Die Alpine Ski-WM 2015 in Beaver Creek in Zahlen, abgerufen am 28. Januar 2015

Medaillenspiegel Nationen Medaillenspiegel (nach allen 11 Bewerben)Platz Nation 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt Total 11 11 11 33

Sportler Vorbemerkung: Medaillen im Teamwettbewerb werden ebenfalls mitgezählt, weshalb die Gesamtzahl der Medaillen von derjenigen in der Nationenwertung abweicht. Medaillenspiegel (nach allen 11 Bewerben)Platz Sportler/in 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 2 1 0 3 2 1 0 3 2 1 0 3 4 1 1 0 2 5 1 0 1 2 1 0 1 2 7 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 14 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 26 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 Total 16 16 16 48

Programm DatumUhrzeit (MST)HerrenDamen Montag, 2. Februar 10:30 Abfahrt – Training 19:00 Eröffnungsfeier Dienstag, 3. Februar 11:00 Super-G 13:30 Abfahrt – Training Mittwoch, 4. Februar 11:00 (Super-G) 13:30 (Abfahrt – Training) Donnerstag, 5. Februar 11:00 (Abfahrt – Training)Super-G 13:30 Abfahrt – Training Freitag, 6. Februar 11:00 Abfahrt 13:30 Abfahrt – Training Samstag, 7. Februar 11:00 Abfahrt 13:30 Alpine Kombination – Training Sonntag, 8. Februar 10:00/14:15 Alpine Kombination 12:00 Alpine Kombination – Training Montag, 9. Februar 10:00/14:15 Alpine Kombination Dienstag, 10. Februar 14:15 Mannschaftswettbewerb Mittwoch, 11. Februar Ruhe- und Ersatztag Donnerstag, 12. Februar 10:15/14:15 Riesenslalom – Qualifikation 10:15/14:15 Riesenslalom Freitag, 13. Februar 10:15/14:15 Riesenslalom Samstag, 14. Februar 10:15/14:15 Slalom 10:15/14:15 Slalom – Qualifikation Sonntag, 15. Februar 10:15/14:30 Slalom 15:45 Schlussfeier

Erwähnenswertes Die italienische Mannschaft blieb ohne Medaille und es gab damit Parallelen zu den Weltmeisterschaften 1989 und 1999, als die «Squadra Azzurra» auch ohne Medaille abreisen musste. Die Siegerehrungen wurden durch den Vortrag der Nationalhymnen durch den «Colorado-Kinderchor» am Solaris-Plaza in Vail begleitet. Dabei wurde die österreichische Hymne aber nach der bislang üblich gewesenen Version dargebracht, es wurden nur die „großen Söhne“, aber nicht die neuerdings zusätzlich in den Text aufgenommenen „großen Töchter“ besungen. Der Veranstalterort erwies sich als teures Pflaster. Die Lift-Tageskarte für einen Erwachsenen kostete 145 US-Dollar (128,60 Euro). Eine Nacht im Hotel „Charter“, wo die ÖSV-Stars wohnten, bekam man ab 315 Dollar (279,38 Euro). Im Pressezentrum am Fuße der Weltmeisterschafts-Pisten wurden für einen Cheeseburger, Pommes und ein Getränk 35 Dollar (31,04 Euro) verlangt.

Ergebnisse Herren Abfahrt Platz Land Sportler Zeit 1 Patrick Küng 1:43,18 min 2 Travis Ganong 1:43,42 min 3 Beat Feuz 1:43,49 min 4 Steven Nyman 1:43,52 min 5 Guillermo Fayed 1:43,57 min 6 Aksel Lund Svindal 1:43,63 min 7 Ondřej Bank 1:43,74 min 8 Adrien Théaux 1:43,81 min 9 Andrew Weibrecht 1:43,85 min Carlo Janka 1:43,85 min 11 Didier Défago 1:43,89 min 12 Matthias Mayer 1:44,10 min 13 Hannes Reichelt 1:44,12 min … 17 Andreas Sander 1:44,31 min 19 Max Franz 1:44,49 min 22 Josef Ferstl 1:44,86 min 23 Dominik Paris 1:45,12 min 24 Christof Innerhofer 1:45,30 min 27 Klaus Brandner 1:45,62 min 29 Georg Streitberger 1:45,68 min 32 Werner Heel 1:45,88 min

Datum: 7. Februar 2015

Titelverteidiger: Aksel Lund Svindal

Strecke: Birds of Prey / Golden Eagle Starthöhe: 3483 m, Zielhöhe: 2730 m, Höhenunterschied: 753 m Länge: 2623 m, max. Neigung: 63 % Kurssetzer: Hannes Trinkl (FIS) 46 Fahrer am Start, 44 in der Wertung Ausgeschieden: Klemen Kosi (SLO), Istok Rodeš (CRO)

Titelverteidiger Svindal kam, nach einer vor Saisonbeginn erlittenen Verletzung, ohne bis dahin ein Rennen bestritten zu haben, zu den Weltmeisterschaften. Er lieferte unter diesem Aspekt eine bemerkenswert starke Leistung ab. Es sah kurzfristig nach einem Doppelerfolg für die Schweiz (Nr. 19 Küng vor Nr. 15 Feuz) aus, ehe mit Nr. 22 Ganong dieses Duo sprengte und anderseits seinen Teamkameraden Nyman (Nr. 10) vom Podest stieß. - Der beste Läufer nur auf Rang 12 war das schlechteste Abfahrtsresultat der ÖSV-Herren bei Weltmeisterschaften. Die Kurssetzung und die Piste selbst erwiesen sich diesmal als besonders schwierig, kleine Fehler wurden sofort mit Zeiteinbußen «bestraft». Als Favorit Nr. 1 hatte der dreifache Saisonsieger Jansrud gegolten; die anderen drei Sieger waren Nyman in Gröden, Ganong in Santa Caterina und Reichelt am Lauberhorn gewesen. Wenngleich Küng zuletzt ebenfalls am Lauberhorn Vierter und Feuz sogar Zweiter geworden waren, hatte nicht unbedingt derart viel für sie gesprochen. Bei Feuz waren auch seine immer wieder aufgetretenen gesundheitlichen Probleme bekannt, so war er nach besagtem Rang 2 eine Woche später in Kitzbühel gar nicht gestartet. Küng's Leistungskurve war zu unstabil gewesen. Doch an diesem Tag fanden die beiden die beste Mischung aus all jenen Komponenten, welche für diese Strecke erforderlich war. Während die beiden US-Läufer auch über die gesamte Strecke eine hervorragende Fahrt hinlegten, bauten Jansrud (Nr. 18) und Reichelt (Nr. 21) unerklärliche Fehler ein. Diverse überhaupt nicht zum Favoritenkreis zählende Läufer wie Ondřej Bank (Nr. 29) oder Weibrecht (Nr. 35 – er lag sogar bei der vorletzten Zwischenzeit auf Rang 1 und immer noch bei der letzten auf Rang 2!) platzierten sich gut. Eine schwere Enttäuschung erlebte auch das italienische Team mit Rang 23 für Dominik Paris (Rückstand 1,94 s). Vom kleinen deutschen Team war nicht viel zu erwarten gewesen. Ein möglicher Aspirant, einmal in die Fußstapfen eines Max Rauffer oder Florian Eckert treten zu können, Stephan Keppler, hatte nach seinem schweren Wengen-Sturz nicht mehr zu seiner Form gefunden und nach dem vorjährigen Saisonende seine Rennfahrer-Karriere quittiert.

Super-G mini|hochkant|Hannes Reichelt Platz Land Sportler Zeit 1 Hannes Reichelt 1:15,68 min 2 Dustin Cook 1:15,79 min 3 Adrien Théaux 1:15,92 min 4 Kjetil Jansrud 1:15,95 min Matthias Mayer 1:15,95 min 6 Aksel Lund Svindal 1:16,05 min 7 Didier Défago 1:16,07 min 8 Georg Streitberger 1:16,22 min 9 Ted Ligety 1:16,38 min 10 Klemen Kosi 1:16,39 min … 12 Carlo Janka 1:16,50 min 14 Dominik Paris 1:16,57 min 16 Patrick Küng 1:16,69 min 17 Mauro Caviezel 1:16,84 min 18 Christof Innerhofer 1:17,02 min 23 Andreas Sander 1:17,37 min 24 Otmar Striedinger 1:17,39 min 25 Josef Ferstl 1:17,50 min 26 Werner Heel 1:17,53 min 28 Klaus Brandner 1:17,83 min

Datum: 5. Februar 2015 (verschoben vom 4. Februar)

Titelverteidiger: Ted Ligety

Strecke: Birds of Prey Starthöhe: 3337 m, Zielhöhe: 2730 m, Höhenunterschied: 607 m Länge: 1879 m, max. Neigung: 68 % Kurssetzer: Florian Winkler (AUT) 65 Fahrer am Start, 50 in der Wertung Ausgeschieden u. a.: Travis Ganong (USA), Bode Miller (USA), Manuel Osborne-Paradis (CAN), Ondřej Bank (CZE), Ivica Kostelić (CRO), Andreas Romar (FIN)

Sieger Hannes Reichelt hatte hier auf der „Birds of Prey“ schon dreimal einen Weltcup-Super-G, zuletzt zirka zwei Monate zuvor, gewonnen, was einer der Hauptgründe war, ihn für dieses Rennen eine Mitfavoritenrolle zuzugestehen. Als einer mit einer frühen Startnummer war mit Nr. 3 Ganong gestürzt, als „Geheimtipp“ zählte aber der erstmals nach langer Pause wieder an einen Start gegangene Bode Miller mit Nr. 9. Er wies von den bisherigen Läufern auch die besten Zwischenzeiten auf, aber bei einer der letzten kam er zu Sturz. Er hätte auf Grund der gemessenen Zeiten wahrscheinlich eine Medaille, möglicherweise sogar die Goldmedaille gewinnen können. Im weiteren Rennverlauf übernahm Svindal (Nr. 14 - er war nach Verletzungspause nur für die Weltmeisterschafts-Speedbewerbe angetreten) die Führung, wurde aber schon vom nächstfolgenden Théaux überholt, der seinerseits vor Mayer blieb. Nach Reichelts Lauf erzielte einer der größten Favoriten, Jansrud, dieselbe Zeit wie Mayer; er war gleich nach dem Start mit der Hand bei einem Tor hängen geblieben; wie viel für ihn sonst möglich gewesen wäre, konnte man nur auf Grund der Vergleiche der ersten Zwischenzeit erahnen, bei denen er trotzdem „nur“ 0,16 Sekunden langsamer als Reichelt war. Er und Mayer schienen aber doch die Bronzemedaille zu erreichen. Dann überraschte mit Nr. 28 Cook, der ähnlich schnell wie die nach Reichelt Klassierten war und bei der letzten Zwischenzeit schon die absolut zweitbeste Marke verzeichnete.

Alpine Kombination mini|hochkant|Marcel Hirscher Platz Land Sportler Abfahrt Slalom Gesamtzeit 1 Marcel Hirscher 1:46,17 min 0:49,93 min 2:36,10 min 2 Kjetil Jansrud 1:43,01 min 0:53,28 min 2:36,29 min 3 Ted Ligety 1:46,04 min 0:50,36 min 2:36,40 min 4 Romed Baumann 1:43,70 min 0:52,78 min 2:36,48 min 5 Alexis Pinturault 1:45,65 min 0:50,86 min 2:36,51 min 6 Carlo Janka 1:44,18 min 0:52,62 min 2:36,80 min 7 Andreas Romar 1:44,96 min 0:51,97 min 2:36,93 min 8 Aleksander Aamodt Kilde 1:44,53 min 0:52,43 min 2:36,96 min 9 Thomas Mermillod Blondin 1:44,89 min 0:52,10 min 2:36,99 min 10 Dominik Paris 1:44,75 min 0:52,38 min 2:37,13 min 11 Matthias Mayer 1:43,75 min 0:53,39 min 2:37,14 min … 13 Mauro Caviezel 1:44,92 min 0:52,25 min 2:37,17 min 14 Beat Feuz 1:43,10 min 0:54,17 min 2:37,27 min 15 Silvan Zurbriggen 1:45,24 min 0:52,05 min 2:37,29 min 18 Christof Innerhofer 1:44,31 min 0:53,99 min 2:38,30 min 23 Andreas Sander 1:44,28 min 0:55,01 min 2:39,29 min 25 Josef Ferstl 1:45,21 min 0:54,34 min 2:39,55 min

Datum: 8. Februar 2015

Abfahrtsstrecke: Birds of Prey / Golden Eagle Starthöhe: 3483 m, Zielhöhe: 2730 m Länge: 2623 m, Höhenunterschied: 753 m Kurssetzer: Hannes Trinkl (AUT), 36 Tore

Titelverteidiger: Ted Ligety

Slalomstrecke: Birds of Prey Starthöhe: 2924 m, Zielhöhe: 2724 m Höhenunterschied: 200 m Kurssetzer: Jörg Roten (SUI), 66 Tore

Abfahrt: 49 Fahrer gemeldet, 47 Fahrer am Start, 45 in der Wertung Ausgeschieden u. a.: Victor Muffat-Jeandet (FRA), Ondřej Bank (CZE) Slalom: 45 am Start, 39 in der Wertung Ausgeschieden u. a.: Otmar Striedinger (AUT), Natko Zrnčić-Dim (CRO), Morgan Pridy (CAN)