Der Chiapas-Konflikt ist der aktuelle Aufstand des Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN), einer linksradikalen Bewegung, die zu den Zapatisten gehört, und sich gegen den mexikanischen Staat im dortigen Bundesstaat Chiapas richtet. Es handelt sich um einen Konflikt niedriger Intensität, der am 1. Januar 1994 begann.flag.blackened.net:

Ursachen Eine Ursache ist die große Armut und die daraus resultierende Notlage der in Chiapas angesiedelten Mayas. Der Lebensstandard verschiedener Volksgruppierungen unterscheidet sich in Mexiko sehr stark und ist immer noch vom Kolonialismus geprägt. Als 1989 der Kaffeepreis dramatisch sank, verschlimmerte sich die Notlage der Ureinwohner frappierend. Zusätzlich ist die von rassistischen Motiven geprägte Diskriminierung der Indigenen in Hauptverantwortung zu nennen. Eine weitere Ursache war der Beitritt Mexikos zur NAFTA, womit ein für die indigene Bevölkerung nachteiliges Handelsabkommen einherging. Die Erzeugnisse der örtlichen Bauern wurden durch in Massenproduktion hergestellte billigere Importwaren aus den USA ersetzt. – Seite der Sibilla-Egen-Schule Eine weitere Ursache ist Enteignung von Land. In Chiapas sind viele Menschen unterernährt; und dies trotz eines Reichtums an Rohstoffen und für landwirtschaftliche Produkte optimalen Klimabedingungen. Betroffen von der Hungerproblematik ist ausschließlich die mehrheitlich vorhandene indigene Bevölkerung.Politischer Hintergrund unter Chiapas

Hintergrund Der überwiegende Anteil der Bevölkerung des Staates Chiapas lebt von der Landwirtschaft. Viele Indigene haben keine oder nur sehr geringe Schulbildung. Der überwiegende Anteil der indigenen Bevölkerung von Chiapas ist mayasprachig.

Die Selva Lacandona ist das Rückzugsgebiet der EZLN. Einer der fünf zapatistischen Verwaltungssitze ist La Garrucha (2008). Radio Insurgente ist der Sender der EZLN, der auf Spanisch und in indigenen Sprachen sendet. Dem EZLN geht es auch um den Kampf gegen Diskriminierung von Frauen. Der Anbau, Handel und Konsum von Drogen, inklusive Alkohol, ist in den zapatistisch kontrollierten Gebieten untersagt.Erweitertes Revolutionäres Frauengesetz, Art. 8, von 1996, abgedruckt in: Nikola Siller (Red.): Das Recht glücklich zu sein. Der Kampf der Zapatistischen Frauen in Chiapas/Mexiko. Eine Dokumentation vom „Ersten Treffen der Zapatistischen Frauen mit den Frauen der Welt“, La Garrucha, Chiapas, Mexiko, Jahreswende 2007/2008. Zwischenzeit e.V., Münster 2009, ISBN 978-3-00-029822-6, S. 64–65, hier S. 64. Die EZLN setzt sich für die Selbstbestimmung der Bewohner der Selva Lacandona ein.Margarete Tjaden-Steinhauer und Karl Hermann Tjaden: Was ist eigentlich Chiapas? Subcomandante Marcos und die EZLN sind gegen die zum Mainstream gehörende Partei der Demokratischen Revolution (PRD) ausgerichtet.

Im Vergleich mit anderen mexikanischen Bundesstaaten besteht in Chiapas eine erhöhte Militärpräsenz.Andreas Henrichs: Mexiko: Diskursguerrilla im Medientief. Die chiapanekischen Staatsregierung duldete, dass eine paramilitärische Gruppe wiederholt zapatistische Gemeinden angriff.

Entwicklung Der Konflikt begann am 1. Januar 1994, an welchem der EZLN vier Städte besetzte, und der Regierung Mexikos den Krieg erklärte. Im selben Jahr beschloss die Regierung einen einseitigen Waffenstillstand. Bischof Samuel Ruiz wurde Vermittler. Die EZLN ließ ihre einzige Geisel, den ehemaligen Gouverneur von Chiapas Absalón Castellanos Domínguez, frei. 1995 jedoch startete das Militär Mexikos eine Offensive. Zumindest 1995 wurde Folter von der Regierungsseite angewendet.Human Rights Watch:[TORTURE AND OTHER ABUSES DURING THE 1995 CRACKDOWN ON ALLEGED ZAPATISTAS http://www.hrw.org/legacy/reports/1996/Mexico1.htm] Seite des Deutschen Bundestages 2001 machten Zapatisten unter der Führung des Subcomandante Marcos einen Marsch von Chiapas nach Mexiko-Stadt.Peter Greste: In the footsteps of Zapata Im selben Jahr gab es einen Hungerstreik von Gefangenen. Am 1. Januar 2003 nahmen Zapatisten die Stadt San Cristóbal ein. Nichtregierungsorganisationen setzten sich für gewaltlosen Wandel ein.The Zapatista „Social Netwar“ in Mexico

Die Jesuiten Mexikos erklärten im Januar 1994:nach Sergio Pitol, Die Kunst der Flucht, Matthes & Seitz, Berlin, S. 357. Dort auch Fortsetzung des Zitats, mit Forderungen der Jesuiten an die Konfliktparteien

Siehe auch Entwicklungsforschung

Literatur

Redaktionsgruppe Topitas (Hrsg.): Ya basta! Der Aufstand der Zapatistas. Assoziation A, Berlin 1994, ISBN 3-922611-44-3. Dario Azzellini: Paramilitarismus als soziale Organisierung. Aufstandsbekämpfung in Chiapas. In: Dario Azzellini und Boris Kanzleiter (Hrsg.): Das Unternehmen Krieg. Paramilitärs, Warlords und Privatarmeen als Akteure der Neuen Kriegsordnung. Assoziation A, Berlin 2003, ISBN 3-935936-17-6.

Weblinks Narco News:De rondreis van de Zapatistsche Andere Campagne komt terug aan in Mexico Stad Zapatista rebels woo Inter Milan

Einzelnachweise

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