Die , auch Te Pāti Māori genannt, ist eine politische Partei in Neuseeland, die versucht, die spezifischen Interessen der in praktische Politik umzusetzen. Entstanden ist die Partei durch , die aus Protest gegen die -Position ihrer 2004 ihr Ministeramt niederlegte, aus der Partei austrat und über die dadurch notwendig gewordene Nachwahl in dem die Gründung der auf den Weg brachte.
Formierung und Gründung Spätestens seit dem Māori-Landmarsch von 1975, als – von angeführt – Tausende gegen den weiteren Verkauf von -Land protestierten, entstand eine Protestbewegung innerhalb der -Bevölkerung, die die politische Durchsetzung ihrer Interessen zum Ziel hatten und als Folge die eigene Identität und Kultur zu stärken begann.
Im Jahr 2003 begann dann die politische Auseinandersetzung um den , bei dem die damalige -Regierung unter die -Stämme dazu bewegen wollte, deren Anspruch auf Besitzrechte des aufzugeben und als Gegenleistung lukrative Rechte an Meeresfarmwirtschaften zu bekommen. Eine Vorstellung, welche die - als vollkommen inakzeptabel ablehnten, am 2004 einen schmerzlichen Empfang bereiteten und in seiner Zuspitzung auch zum Konflikt zwischen auf der einen Seite und und die auf der anderen Seite führte.
Infolge der -Kontroverse zwischen der Regierung und den kamen am 24. Mai 2004 auf Einladung des - rund 1000 Menschen zu einem (Versammlung) in dem in zusammen, um einerseits über die politische Durchsetzung ihrer Positionen zu beraten und um anderseits über die Gründung einer -Partei zu befinden. Vertreter von allen größeren -Stämmen waren anwesend, beschlossen per Resolution die Gründung der Partei, wählten zu einem der Interims-Co-Vorsitzenden und sprachen sich dafür aus, als Partei an der Nachwahl am 10. Juli 2004 im --Wahlbezirk teilzunehmen. Weitere Gründungsmitglieder neben waren u. a. und .
Nur einen Tag vor der Nachwahl wurde die Partei registriert und zugelassen, wobei das Parteilogo noch nicht existierte und nachgereicht werden durfte. wurde am 10. Juli 2004 mit mehr als 90 % der Stimmen in ihrem Wahlkreis wiedergewählt und war damit das erste Parlamentsmitglied der . Ihre erste Amtshandlung als Mitglied des Parlamentes für die fand am 12. Juli 2004 auf den Stufen des Parlamentes statt. Dort empfing sie die Eingaben gegen den (Gesetz).
Parlamentswahlen Bei den Parlamentswahlen im Jahr 2005 erreichte die 2,1 % der Stimmen landesweit, konnte aber über die vier in den , , und gewonnenen Direktmandate mit vier Sitzen gestärkt ins Parlament einziehen.
Bei den Parlamentswahlen im Jahr 2008 gewann die noch den -Wahlbezirk hinzu und war seitdem mit fünf Parlamentsmitgliedern vertreten. Der Stimmenanteil landesweit hatte sich allerdings mit 2,4 % im Vergleich zu 2005 nur geringfügig erhöht.
Bei den Parlamentswahlen im Jahr 2011 erzielte die mit einem Stimmenanteil von 1,4 % noch drei Direktmandate. Bei den Parlamentswahlen im Jahr 2014 erzielte die mit einem Stimmenanteil von 1,3 % nur noch zwei Mandate, davon ein Direktmandat. Bei den Parlamentswahlen im Jahr 2017 erzielte die mit einem Stimmenanteil von 1,2 % kein Mandat mehr und schied somit aus dem Parlament aus.
Bei den Parlamentswahlen 2020 erzielte die einen Stimmenanteil von 1 %, aber ein Direktmandat und zog damit wieder ins Parlament ein. Bei den Parlamentswahlen 2023 erzielte die einen Stimmenanteil 3,1 % und erreichte 6 Sitze.
Wahlergebnisse JahrWahlWählerStimmenanteilMāori-SitzeSitze imRepräsentantenhaus2005 Parlamentswahl 200548.2632,12 % 2008 Parlamentswahl 200855.9802,39 % 2011 Parlamentswahl 201131.9821,43 % 2014 Parlamentswahl 201431.8501,32 % 2017 Parlamentswahl 201730.5801,18 % 2020 Parlamentswahl 202033.6301,17 % 2023 Parlamentswahl 202387.9733,08 %
Ziele der Partei Mit dem Spruch “our people are our greatest wealth” (Unsere Leute sind unser größter Reichtum) unterstreicht die Partei, welchen Stellenwert die Menschen, für die sie eintreten, für die Partei haben.
Obwohl die angibt, eine Partei für alle Bürger des Landes zu sein, wird allerdings in der Satzung darauf hingewiesen, dass (-Ideologie) die Basis darstellt, auf der die Partei existiert, handelt und arbeitet.
So bestehen die Ziele der Partei teils aus Förderung und Stärkung der Kultur und der Volksgruppe der und teils aus der Verbesserung der Lebenssituation Benachteiligter aller im Lande. Hier ein Auszug der Ziele:
Einführung von Unterricht in Geschichte der und der in der und der ,
Pflicht von Geschichtsunterricht für Einbürgerungswillige in neuseeländische Geschichte inklusive Geschichte der und der , gerechtere Beteiligung an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen, die die Belange der betreffen, mehr Vertreter von in wichtigen Positionen in Unternehmen und Institutionen des Staates, Beschleunigung der Prozesse im , Sicherung der Besitzrechte des und Schutz derselben vor Verkauf und Verpachtung, Förderung von -Unternehmen, Nuklearfreies Neuseeland (s. a. Vertrag von Rarotonga), Kein Einsatz von Gentechnik, Verbesserung des Personenverkehrs zur Reduzierung von Emissionen, keine Steuern für Einkommen bis 25.000 NZ$, keine (GST) auf Lebensmittel, Beendung der Kinderarmut bis 2020, Erhöhung des Mindestlohns auf 15 NZ$, der 2010 12,75 NZ$ betrug.
Logo der Partei Dem Logo der Partei liegen drei Ideen zugrunde: – der Name als Grundlage für das Land, für die Werte der , als Aspiration für Neuseeland und für die Bekräftigung als (als indigenes Volk der Landes). Farben – weiß, schwarz, rot – übernommen in Anlehnung an dem ersten König , wobei das Weiß für die Reinheit Neuseelands steht, das Schwarz für harte Arbeit und die Anerkennung des Fortschritts eine Nation zu schaffen, die auf unterschiedlichen Positionen und Visionen beruht und die rote Farbe als Zeichen für Würde, Führerschaft und der Stolz auf das Heimatland genommen wurde. – meint wörtlich genommen: Welt und soll die Welt der darstellen, , .
Der in dem „o“ sich zusammenrollende Bogen symbolisiert den Sprössling eines Silberfarnblattes, welches entfaltet wird und als Nationalsymbol Neuseelands gilt.
Regierungsbeteiligung Mit dem Sieg der bei den Parlamentswahlen im Jahr 2008 machte , obwohl von den Mehrheitsverhältnissen her nicht notwendig, der das Angebot, mit in die Regierungsverantwortung zu gehen. Das Angebot wurde in der Partei und auf vielen Diskussionsveranstaltungen in den im gesamten Land sehr eingehend und kontrovers diskutiert. Die fünf gewählten Vertreter der Partei besuchten die im ganzen Land, um sich deren Meinung und Unterstützung für eine Regierungsbeteiligung mit der einzuholen. Man entschloss sich schließlich – trotz Vorbehalten gegenüber der – die Chance zur Gestaltung und Veränderung im Sinne der -Politik wahrzunehmen. Ergebnis der Vereinbarung mit der am 16. November 2008 war ein achtseitiges , in dem sich beide Seiten versprachen, im Sinne des zu handeln, nicht später als 2010 Fragen zur Verfassung zu klären, in denen Belange der auch eine Rolle spielen, bezüglich der -Sitze in Übereinstimmung zu handeln und in Sachen die Gesetzesvorlage einer Nachprüfung zu unterziehen. Mit letzterem wurde zwar der politische Sprengstoff, der in der Gesetzesvorlage steckt, nicht beseitigt, zumindest aber hatte die die auf ihre Seite gezogen, die Partei, die aus dem -Konflikt mit der 2004 neu entstanden war.
Protest vom November 2024 Am 14. November 2024 wurde die Sitzung des neuseeländischen Parlaments durch eine Protestaktion der unterbrochen. Anlass war die erste Lesung eines von der Partei eingebrachten Gesetzesentwurfs, der die Prinzipien des von 1840 rechtlich enger definieren soll. Die betrachtet den Entwurf als Angriff auf die Rechte der indigenen Bevölkerung, die im Vertrag festgelegt wurden.
Der Protest gipfelte in einem traditionellen , die von der Abgeordneten -- angeführt wurde. Zuschauer auf der Tribüne schlossen sich an, was zur kurzzeitigen Suspendierung der Sitzung und zur Entfernung von - aus dem Parlament führte. Parallel dazu organisierte eine -Rechtsgruppe einen landesweiten (Protestmarsch), an dem Tausende teilnahmen. Die Demonstrationen richten sich gegen den Entwurf, der laut Kritikern soziale Ungleichheiten verschärfen und die partnerschaftlichen Prinzipien des Vertrags untergraben könnte.
Der Gesetzesentwurf wird von der Regierung gestützt, jedoch nur aufgrund eines Koalitionsabkommens. Eine endgültige Verabschiedung gilt als unwahrscheinlich. Der Vertrag von ist ein grundlegendes Dokument in der Geschichte Neuseelands, dessen Auslegung seit seiner Unterzeichnung umstritten ist.
Siehe auch Parteien Neuseelands Politisches System Neuseelands
Weblinks Offizielle Website
Einzelnachweise Erana Keelan: The Maori Party: the people’s party. Front of the box Productions Ltd., Auckland, 2008. Dokumentarfilm auf DVD
Anmerkungen Mit (Küstenvorland und Meeresboden) ist laut dem der Küstenstreifen Neuseelands gemeint, der auf der Landseite durch den höchsten Wasserstand (Flut) und auf der Seeseite durch die äußere territoriale Grenze begrenzt ist.
Kategorie:Partei (Neuseeland) Kategorie:Organisation (Region Wellington) Kategorie:Porirua Kategorie:Parteigründung 2004