mini|Fabian Rießle in Ramsau 2016
Fabian Rießle (* 18. Dezember 1990 in Freiburg im Breisgau) ist ein ehemaliger deutscher Nordischer Kombinierer. Seine größten Erfolge waren der Gewinn der Goldmedaille mit der Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang und der Weltmeistertitel im Mannschaftswettbewerb der Nordischen Skiweltmeisterschaften 2015 und 2017 sowie im Teamsprint 2019. Im Weltcup der Nordischen Kombination belegte er 2015/16 und 2017/18 den dritten Platz.
Werdegang Schon als Grund- und Hauptschüler in St. Märgen nahm Rießle sehr erfolgreich an den Schulwettkämpfen Jugend trainiert für Olympia teil. Er wurde 2004 Deutscher Vizeschülermeister. 2005 gab er sein internationales Debüt bei FIS-Rennen und im Alpencup. Ab 2008 startete er im B-Weltcup. Am 4. Januar 2009 gab er sein Debüt im Weltcup der Nordischen Kombination. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2009 in Štrbské Pleso gewann er im Einzel über 5 km und mit dem Team die Bronzemedaille. Ein Jahr später gewann er mit dem Team bei den Juniorenweltmeisterschaften in Hinterzarten die Goldmedaille. Nachdem ihm in der Saison 2009/10 erstmals der Gewinn von Weltcup-Punkten gelungen war, beendete er die Saison auf dem 60. Platz der Gesamtwertung.
Seinen ersten Podestplatz im Weltcup belegte er am 13. Januar 2012 mit dem 3. Platz in Chaux-Neuve, wo er einen Tag später mit nur 0,1 Sekunden Rückstand auf Alessandro Pittin erneut Dritter wurde. Bereits am 7. Januar hatte er mit der deutschen Staffel in Oberstdorf mit nur 0,1 Sekunden Rückstand auf Norwegen den 2. Platz belegt. Am 15. Dezember 2012 konnte er nach einem schwachen Saisonstart 2012/13 überraschend als Dritter das Podium in Ramsau erreichen und belegte in Lahti zusammen mit Tino Edelmann im Teamsprint am 9. März 2013 den 2. Platz.
Am 12. Januar 2014 gewann Rießle zum ersten Mal einen Weltcupwettbewerb, als er zusammen mit Tino Edelmann beim Teamsprint in Chaux-Neuve siegte. Zwei Wochen später siegte er beim Teamwettbewerb in Oberstdorf mit der deutschen Mannschaft. Bei den Olympischen Spielen in Sotschi gewann er auf der Großschanze hinter den beiden Norwegern Jørgen Graabak und Magnus Moan unerwartet die Bronzemedaille. Im Wettbewerb von der Normalschanze hatte er zuvor den achten Platz belegt. Im Teamwettbewerb gewann er am 20. Februar 2014 als Schlussläufer die Silbermedaille. Dafür wurde er wie auch die anderen drei am 8. Mai 2014 von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.
Zu Beginn der Weltcupsaison 2014/15 erreichte Rießle am 6. und 7. Dezember 2014 mit zwei zweiten Rängen in Lillehammer seine bis dahin besten Einzelresultate, womit er auch die Führung im Gesamt-Weltcup übernahm, die er bis zum 17. Januar behielt. Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Falun gewann er im Teamwettbewerb zusammen mit Tino Edelmann, Eric Frenzel und Johannes Rydzek den Titel und holte damit die erste deutsche Goldmedaille nach 28 Jahren.
Am 5. Dezember 2015 gewann Rießle in Lillehammer seinen ersten Weltcup-Wettbewerb. Nach zwei weiteren Siegen belegte er im Endklassement des Weltcups den dritten Platz. Im Weltcup 2016/17 gewann er zwei Einzelwettbewerbe in Lahti und Chaux-Neuve sowie mit dem Team in Lillehammer. In der Gesamtwertung belegte er Platz vier.
Bei den Olympischen Winterspielen 2018 gewann er Silber beim Dreifacherfolg der deutschen Kombinierer von der Großschanze und Gold im Teamwettbewerb.
Bei den deutschen Meisterschaften 2018 in Hinterzarten gewann Rießle im Oktober sowohl im Einzel als auch im Teamsprint mit Manuel Faißt den Meistertitel. Am 15. Dezember 2018 nahmen er sowie Johannes Rydzek bei einem Sprintrennen des Skilanglauf-Weltcups in Davos teil, bei dem er den 78. Rang unter 95 Startern belegte. Im Weltcup der Nordischen Kombination kam Rießle vor den Weltmeisterschaften in Einzelrennen siebenmal auf das Podium, in Ruka gewann er mit dem Team. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld legte er mit einem guten Sprung auf 128 Meter die Grundlage zur Goldmedaille im Teamsprint mit Eric Frenzel.
Nachdem er im September 2019 seinen dritten Grand-Prix-Sieg einfuhr und als Fünfter bester Deutscher in der Gesamtwertung wurde, verteidigte Rießle bei den deutschen Meisterschaften 2019 in Johanngeorgenstadt und Klingenthal sowohl im Einzel als auch im Teamsprint seine Meistertitel.
Mit dem Heim-Weltcup in Schonach beendete Rießle am 28. Januar 2024 seine Karriere.
Erfolge Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Disziplin 1. 5. Dezember 2015 Gundersen 2. 24. Januar 2016 Gundersen 3. 21. Februar 2016 Gundersen 4. 9. Januar 2017 Gundersen 5. 22. Januar 2017 Gundersen 6. 17. Dezember 2017 Gundersen 7. 14. März 2018 Gundersen 8. 17. März 2018 Gundersen 9. 18. März 2018 Gundersen
Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Disziplin 1. 22. Januar 2014 Teamsprint 2. 25. Januar 2014 Staffel 3. 7. März 2015 Teamsprint 4. 20. Februar 2016 Teamsprint 5. 2. Dezember 2016 Staffel 6. 25. November 2018 Staffel 7. 16. Januar 2021 Teamsprint
Grand-Prix-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Disziplin 1. 5. September 2015 Gundersen 2. 23. August 2017 Gundersen 3. 4. September 2019 Gundersen
Continental-Cup-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Disziplin 1. 16. Januar 2011 Gundersen 2. 22. Januar 2011 Gundersen 3. 19. Januar 2024 Individual Compact
Statistik Platzierungen bei Olympischen Winterspielen 50px Jahr und Ort Wettbewerb Gundersen NS Gundersen GS Team 2014 Sotschi 8. 3. 2. 2018 Pyeongchang 7. 2. 1.
Platzierungen bei Weltmeisterschaften Jahr und Ort Wettbewerb Gundersen NS Gundersen GS Team Teamsprint 24. – 6. – 9. 12. 1. – 4. – 1. – 17. 7. 2. 1. 6. 5. 2. 3.
Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2009/10 60. 7 2011/12 14. 458 2012/13 25. 173 2013/14 18. 255 2014/15 4. 724 2015/16 3. 1064 2016/17 4. 1069 2017/18 3. 1087 2018/19 8. 693 2019/20 5. 658 2020/21 4. 687 2021/22 20. 252 2022/23 23. 223
Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 2008 40. 4 2009 48. 6 2010 37. 11 2011 14. 84 2013 13. 77 2015 2. 270 2016 4. 176 2017 3. 276 2018 9. 166 2019 5. 266 2021 11. 98 2022 13. 78 2023 21. 87
Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften 70px Jahr und Ort Wettbewerb Gundersen Sprint Massenstart Teamsprint 2006 Oberhof – 30. – – 2007 Winterberg 12. 19. – – 2008 Klingenthal – 13. 25. – 2009 Garmisch – – – 10. 2010 Oberhof 9. – – – 2011 Hinterzarten 2. – – 2. 2013 Oberstdorf 2. – – 1. 2014 Hinterzarten 2. – – 2. 2015 Oberstdorf 8. – – 4. 2016 Oberhof 14. – – 1. 2017 Klingenthal 8. – – 3. 2018 Hinterzarten 1. – – 1. 2019 Johanngeorgenstadt 1. – – 1. 2020 Oberstdorf 1. – – 1. 2021 Oberhof 3. – – 3. 2022 Hinterzarten 1. – – 2. 2023 Klingenthal 6. – – –
Auszeichnungen 2015: Sportler des Jahres mit der Mannschaft
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Einzelnachweise
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