Rybno [] () ist ein Dorf im Powiat Działdowski (Kreis Soldau) der Woiwodschaft Ermland-Masuren in Polen. Es ist Sitz und Namensgeber der Gmina Rybno (Landgemeinde Rybno/Rübenau).

Geographische Lage Das Dorf liegt am Rybno-See (polnisch Jezioro Rybnieńskie) im Norden des Welski Park Krajobrazowy („Landschaftspark Welle“) mit dem Fluss Welle (polnisch Wel) im Südwesten der Woiwodschaft, etwa 20 Kilometer östlich der einstigen Kreisstadt Neumark (Westpr.) () und 22 Kilometer nordwestlich der Stadt Działdowo () sowie 60 Kilometer südwestlich von Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn (Allenstein). mini|Blick auf den Rybno-See mini|zentriert|300px|Ortsplan von Rybno

Geschichte Ortsgeschichte Im Jahr 1789 wird RybnoWestpreußen Ortsverzeichnis: Rybno als ein an einem See gelegenes königliches Dorf mit 31 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet, das zum Domänenamtsbezirk Löbau (polnisch Lubawa) gehört.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen. Marienwerder 1789, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 192.

Am 19. Juli 1874 wurde Rybno Amtsdorf und namensgebend für einen Amtsbezirk im Kreis Löbau (Westpreußen) im Regierungsbezirk Marienwerder in der preußischen Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs. Zum Amtsbezirk Rybno, der bis 1920 bestand, gehörten sechs Dörfer:Rolf Jehke: Amtsbezirk Rybno/Rübenau Deutsche Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Eichwalde Dębień Naguszewo Naguszewo Gronowo Gronowo Rumian Rumian Jeglia Jeglia Rybno Rybno

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste der Kreis Löbau mit dem Dorf Rybno aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Das erfolgte am 10. Januar 1920. Die Dörfer des Amtsbezirks Rybno wurden in die neu errichtete polnische Landgemeinde Rybno eingegliedert.

Als Folge des Überfalls auf Polen 1939 kam das Territorium völkerrechtswidrig an das Reichsgebiet. Am 24. Oktober 1940 entstand ein neuer Amtsbezirk Rybno. Dieser Amtsbezirk, der entsprechend dem Dorf Rybno 1942 in „Amtsbezirk Rübenau, Kreis Neumark (Westpr.)“ umbenannt wurde, bestand bis 1945 mit den – am 25. Juni 1942 oftmals umbenannten – Dörfern: Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Eichwalde1942–1945: Eichwalde, Kreis Neumark (Westpr.) Dębień Naguschewobis 1920: Naguszewo, 1942–1945: Nagelstal Naguszewo Groschken Groszki Rumian 1942–1945: Ramnitz Rumian Hartowitz1942–1945: Hartwitz Hartowiec Rybno1942–1945: Rübenau Rybno Jeglinbis 1920: Jeglia, 1942–1945: Tanneberg, Kreis Neumark (Westpr.) Jeglia Truszczyn1942–1945: Heikenwalde Truszczyny Koparniarze1942–1945: Koppenau Koparniarze mini|Mehrfamilienhaus in Rybno Der 1942 in Kreis Neumark (Westpr.) umbenannte Kreis Löbau mit Rybno gehörte bis 1945 zum Reichsgau Danzig-Westpreußen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt und kam wieder an Polen.

Rübenau erhielt wieder seine frühere deutsche/polnische Namensform und ist heute der Verwaltungssitz der Gmina Rybno (Landgemeinde Rybno) im Powiat Działdowski (Kreis Soldau) und der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2011 zählte das Dorf Rybno 2621 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1816 132 Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4: P–S. Halle 1823, S. 194, Ziffer 3407. 1852 419 Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 529. 1864 523 davon 10 Evangelische und 513 KatholikenE. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 94–95, Ziffer 156. 1905 937 1910 961

Kirche Kirchengeschichte Vor 1945 war Rybno in die evangelische Kirche Löbau in der Kirchenprovinz Westpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die römisch-katholische Kirche in Rybno, bis 1929 in Rumian (1942 bis 1945 Ramnitz, polnisch Rumian), eingepfarrt.

Heute ist Rybno katholischerseits wieder selbständiger Pfarrsitz und zugleich Sitz eines Dekanats in der Region Brodnica (Strasburg) des Bistums Toruń (Thorn). Evangelischerseits ist Rybno zur Pfarrei der Erlöserkirche Działdowo (Soldau) hin orientiert, die eine Filialgemeinde mit der Jesuskirche Lidzbark (Lautenburg) betreut, die Rybno am nächsten liegt. Sie gehört zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Röm.-kath. Pfarreiorte Zur Pfarrei Rybno gehören:Diecezja Toruń: Parafia Rybno (polnisch) Polnischer Name Deutscher Name Jeglia Jeglia1939–42: Jeglin, 1942–45: Tanneberg, Kr. Neumark (Westpr.) Kopaniarze Kopaniarze1942–45: Koppenau Kostkowo Kosten Rybno Rybno1942–45: Rübenau, Kr. Neumark (Westpr.) Wery Werry

Röm.-kath. Dekanat Rybno In das „Dekanat Rybnieński“ im Bistum Toruń sind acht Pfarreien eingegliedert:Diecezja Toruń: Dekanat Rybnieński (polnisch) Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Boleszyn Bolleschin Mroczno Mroczno1942–45: Moschen, Kr. Neumark (Westpr.) Grodziczno Grodziczno1942–45: Grodden Rumian Rumian1942–45: Ramnitz Hartowiec Hartowitz1942–45: Hartwitz Rybno Rybno1942–45: Rübenau, Kr. Neumark (Westpr.) Koszelewy Groß Koschlau Zwiniarz Zwiniarz1942–45: Schweinichen

Gemeinde Rybno Zur Landgemeinde (polnisch Gmina wiejska) Rybno gehören das Dorf selbst und 19 weitere Dörfer mit Schulzenämtern (sołectwa) sowie weitere Orte.

Verkehr mini|Die DW 538 (ul. Wyzwolenia) in Rybno

Straße Rybno liegt an der verkehrsreichen Woiwodschaftsstraße 538, die die Woiwodschaft Kujawien-Pommern mit der Woiwodschaft Ermland-Masuren verbindet. Die Nebenstraßen 1267N (Richtung Norden) und 1274N (Richtung Süden) stellen Verbindungen in die Nachbargemeinden her.

Schiene Rybno ist unter der Bezeichnung „Rybno Pomorskie“ eine Bahnstation an der Bahnstrecke Danzig–Warschau.

Weblinks

Rübenau, Kr. Neumark (Westpr.) (Rolf Jahke, 2005)

Fußnoten

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