mini|hochkant=0.6|Wappen derer von Erdmannsdorff in Sachsen. Heinrich Otto von Erdmannsdorff, kurz Otto von Erdmannsdorff, (* 2. Juli 1815 in Zibelle; † 10. Mai 1888 in DresdenStadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden II, Sterbe-Nebenregister 1888, Nr. 1018.) war ein deutscher Rittergutsbesitzer und konservativer Politiker.
Leben und Wirken
Erdmannsdorff wurde auf dem Rittergut Zibelle in der östlichen Niederlausitz geboren, wo sein Vater Heinrich Ludwig von Erdmannsdorf als Oberforstmeister von Sorau tätig war. Seine Mutter war Auguste von Houwald, Tochter der Magdalene von Knoch-Groß Jauer und des Willibald von Houwald auf Schloss und Herrschaft Straupitz. Nach dem Wiener Kongress siedelte die Familie nach Zschorna und anschließend auf das Familiengut Schloss Schönfeld über. Otto hatte mehrere Schwestern, welche sämtlich adelige Gutsbesitzer ehelichten. Seine ältere Schwester Amelie heiratete den Landesältesten August von Thielau, die nächstältere Schwester Adelhaide den Hofrath Hans August von Wolfersdorff, Marianne wiederum den briefadeligen Karl Eduard von Finck.
Ab dem Alter von sechs Jahren erhielt er eine Ausbildung in den Elementarkenntnissen und Klavierstunden durch einen Hauslehrer. Ab Ostern 1825 besuchte er das Blochmannsche Institut in Dresden. Nach Abschluss seiner Schulbildung trat er in das königlich sächsische Militär ein. Nach bestandenem Offizierexamen trat er 1835 als Portepeejunker in das 2. Leichte Reiterregiment „Prinz Johann“ ein, das in Pegau stationiert war. Im folgenden Jahr wurde er zum Leutnant befördert. Am königlichen Hof in Dresden wurde er zum Kammerjunker, später auch zum Kammerherrn ernannt. Auf Wunsch seines Schwiegervaters beendete er seine Militärlaufbahn und widmete sich, zunächst in einer Ausbildung auf dem Klostergut Zella, fortan der Landwirtschaft. Im Herbst 1839 hatte Erdmannsdorf das Rittergut Lautitz erworben, wo sich die junge Familie niederließ. Dieses verkaufte er, nachdem er 1842 das Schloss Schönfeld von seinem Vater übernommen hatte. mini|hochkant|Schloss Schönfeld Mitte d. 19. Jh.Gustav Adolf Poenicke: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 2: Kreis Meissen, Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser Leipzig 1856, S. 105–107, 119–120. 1845 wurde Erdmannsdorf vom sächsischen König Friedrich August II. auf Lebenszeit zu einem Abgeordneter der I. Kammer des Sächsischen Landtags ernannt, der er mit Ausnahme der Revolutionslandtage 1849 und 1849/50 durchgängig bis zu seinem Tod 1888 angehörte. Ab den 1860er Jahren gehörte er der Finanzdeputation des Landtags an.Siehe Literatur: Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte – Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952. Selbstverlag des Sächsischen Landtags, Dresden 2001, S. 41. DNB. Die Landwirtschaft in Schönfeld hatte er derweil verpachtet. Neben seinem Mandat im Landtag war Erdmannsdorf noch Friedensrichter und Feuerkommissar von Schönfeld sowie Synodaler der evangelischen Landeskirche, Präsident der lutherischen Heidenmission und Administrator des Fletcherschen Lehrerseminars. Nach Gründung des Konservativen Landesvereins im Königreich am 29. April 1875 gehörte er dessen Vorstand ebenfalls an.
Im Frühjahr 1882 verkaufte er sein Schloss Schönfeld an Maximilian Dathe von Burgk und zog endgültig nach Dresden, wo die Familie zuvor schon eine Wohnung hatte.
Familie Am 1. Juni 1840 heiratete er in Schweikershain Emma von Nostitz-Wallwitz (* 18. März 1821; † 16. Mai 1900 in Dresden), Tochter der Gräfin Albertine Wilhelmine von Wallwitz († 1861) und des sächsischen Kriegsministers Gustav von Nostitz-Wallwitz (1789–1858). Das Ehepaar hatte mehrere Kinder: Auguste (* 1846), verh. m. Karl Hermann von Ehrenstein, kgl. sächs. Oberstallmeister Heinrich Gustav (* 1852), Amtshauptmann u. Offizier, verh. m. Gertrud von Schönberg, Kinder Heinrich Gustav (* 1853), verstorben 1869 als Schüler d. Vitzthumschen Gymnasiums Margarethe (* 1856), verh. m. Georg Freiherr von Welck, Regierungsrat Hans (* 1858), Offizier, verh. m. Johanna von Schönberg
Ehrungen Für die Unterstützung des Eisenbahnbaus wurde er 1874 zum Ehrenbürger von Johanngeorgenstadt ernannt.
Literatur Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Band 2, Friedrich Irrgang, Brünn/Rudolstadt April 1893, S. 174. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser (Uradel) 1900. Jg. 1, Justus Perthes-Druck 1899, Gotha Januar 1900, S. 291. Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte – Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952. Selbstverlag des Sächsischen Landtags, Dresden 2001, S. 41.
Weblinks Traumschloss Schönfeld (Unterpunkt Geschichte, Ahnengeschichte)
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Politiker (Dresden) Kategorie:Mitglied des Konservativen Landesvereins in Sachsen Kategorie:Ehrenbürger von Johanngeorgenstadt Heinrich Otto Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1815 Kategorie:Gestorben 1888 Kategorie:Mann