mini|Blick auf das Naturschutzgebiet Gießenmoos Das Gebiet Gießenmoos ist ein mit Verordnung vom 6. November 1991 des Regierungspräsidiums Tübingen ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG-Nummer 4.194) im Gebiet der Stadt Wangen im Allgäu und der Gemeinde Argenbühl im Landkreis Ravensburg, Baden-Württemberg, in Deutschland.

Lage Das 15 Hektar (ha) große, zweigeteilte Naturschutzgebiet Gießenmoos gehört naturräumlich zum Westallgäuer Hügelland. Es liegt etwa 4,2 Kilometer östlich der Innenstadt Wangens, nördlich der Oberen Argen, zwischen dem Weilern Halden, Grub, Goldbach und Gießen, auf einer Höhe von 580 bis . In den Flurkarten werden diese Gemarkungen mit Deuchelried (zu Wangen) und Eglofs (Flur Geratsreute, zu Argenbühl) bezeichnet.

Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und in Teilen – durch Umwandlung der Wirtschaftswiesen in Grünland mit streuwiesenartiger Nutzung – die Wiederherstellung eines ökologisch hochwertigen Feuchtgebietsmosaiks als Lebensraum und wichtiges Rückzugsgebiet einer artenreichen und gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt, insbesondere jedoch als Brutgebiet seltener Vogelarten, Moorkomplex mit wichtigen landschaftsökologischen Ausgleichsfunktionen wie Wasserrückhalt und -reinigung, wichtiger Bestandteil in dem Lebensraumverbund von Feuchtgebieten entlang der Oberen Argen sowie der gesamten Region.Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Gießenmoos« vom 6. November 1991 (GBl. voµ 11. Februar 1992, S. 36)

Flora und Fauna Flora Der quellige Untergrund des Hangmoors gibt der Flora Siedlungsmöglichkeiten für Arten, die zum Teil besonders schützenswert sind: 149 höhere Pflanzenarten konnten bisher nachgewiesen werden, davon gelten in Baden-Württemberg drei als stark gefährdet und 19 Arten als gefährdet. Folgende Arten (Auswahl) sind zu nennen: Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare), eine Art aus der Familie der Korbblütler Kohldistel (Cirsium oleraceum), auch aus der Familie der Korbblütler Orchideen: Einknollige Honigorchis oder Einknolle (Herminium monorchis) Kleines Knabenkraut (Orchis morio) Trollblume (Trollius europaeus), gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse Das sich an dem durch das Gießenmoos geleiteten Mühlenkanl entwickelte Drahtseggenried mit der Draht-Segge (Carex diandra) gehört in Deutschland zu den gefährdetsten Teilgesellschaften überhaupt.

Fauna Neben neun verschiedenen und zum Teil gefährdeten Heuschreckenarten, einer Vielzahl an Schmetterlings- und Libellenarten sind aus der schützenswerten Fauna unter anderem folgende Arten zu nennen: Neuntöter oder Rotrückenwürger (Lanius collurio), eine Vogelart aus der Familie der Würger Sumpfschrecke (Stethophyma grossum), eine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken Wiesenpieper (Anthus pratensis), eine Vogelart aus der Familie der Stelzen und Pieper Zugvögel, die im Gießenmoos während ihrer Rast beobachtet wurden: Kiebitz (Vanellus vanellus), ein Vertreter der Familie der Regenpfeifer Schafstelze (Motacilla flava), auch aus der Familie der Stelzen und Pieper Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe), eine Art aus der Familie der Fliegenschnäpper

Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Ravensburg Liste der Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg

Literatur

Weblinks Weblink der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)

Einzelnachweise

Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Ravensburg Kategorie:Schutzgebiet in Wangen im Allgäu Kategorie:Schutzgebiet in Argenbühl Kategorie:Moor in Baden-Württemberg Kategorie:Schutzgebietsgründung 1991