Mona Barthel (* 11. Juli 1990 in Bad Segeberg) ist eine deutsche Tennisspielerin. Auf der WTA Tour gewann sie bislang vier Einzel- und drei Doppeltitel.

Karriere Barthel begann im Alter von drei Jahren Tennis zu spielen. Ihr bevorzugter Untergrund ist der Hartplatz. Nach dem Abitur 2009 an der Klaus-Groth-Schule Neumünster startete sie im September desselben Jahres eine Profikarriere. Während ihrer Schulzeit erreichte sie im WTA-Ranking Platz 498. In der Tennis-Bundesliga spielt sie für den TC Blau-Weiss Bocholt, mit dem sie 2012 Deutsche Mannschaftsmeisterin wurde. Mona Barthel ist in Neumünster aufgewachsen und hat dort auch ihren Wohnsitz.

2009 bis 2011: Erste Erfolge auf der ITF Tour Ihr größter Erfolg im Jahr 2009 war der Einzug ins Halbfinale des mit 75.000 US-Dollar dotierten ITF-Turniers im britischen Shrewsbury. Als Qualifikantin besiegte sie im Hauptfeld die an Position eins gesetzte Tschechin Lucie Hradecká (WTA 60).

In der Saison 2010 gewann Barthel drei ITF-Titel. Im Januar gewann sie das Turnier im britischen Wrexham durch einen Endspielsieg über Anne Kremer (LUX). Den bis dahin größten Erfolg ihrer Karriere erreichte sie mit den beiden Turniersiegen im belgischen Torhout. Im Einzel setzte sie sich, als Qualifikantin gestartet, gegen die Kanadierin Rebecca Marino durch. Im Doppel besiegte sie zusammen mit Justine Ozga die tschechisch-russische Paarung Hana Birnerová und Jekaterina Bytschkowa.

Bei den French Open 2011 gelang ihr nach überstandener Qualifikation erstmals der Sprung ins Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. In der ersten Runde besiegte sie Sybille Bammer mit 6:1, 7:5. Nur eine Woche später schaffte sie den Einzug ins Halbfinale des WTA-Turniers in Kopenhagen, wo sie der Weltranglistenersten Caroline Wozniacki mit 1:6, 2:6 unterlag.

2012: Erster WTA-Titel Zu Beginn des Jahres 2012 gewann Barthel das Moorilla International in Hobart, ein Vorbereitungsturnier der Australian Open. Als Qualifikantin spielte sie sich mit Siegen u. a. über Anabel Medina Garrigues (WTA 27, an Nummer 2 gesetzt), Jarmila Gajdošová (WTA 33) und Angelique Kerber (WTA 32) bis ins Finale, wo sie sich gegen die topgesetzte Yanina Wickmayer (WTA 26) klar mit 6:1, 6:2 durchsetzte und ihr erstes WTA-Turnier gewann. Bei den Sony Ericsson Open in Miami konnte Barthel mit Jelena Janković (WTA 15), der ehemaligen Weltranglistenersten, erstmals eine Top-20-Spielerin besiegen (6:0, 6:3). In Stuttgart stieß sie, mit einer Wildcard ausgestattet, bis ins Viertelfinale vor. Dabei besiegte sie sowohl Ana Ivanović (WTA 15), eine weitere ehemalige Nummer 1, als auch Marion Bartoli (WTA 7) glatt in zwei Sätzen. Mit Bartoli schlug Barthel auch die erste Top-Ten-Spielerin. Im Viertelfinale musste sie sich mit 4:6, 7:6 (7:3), 5:7 der Weltranglistenersten Wiktoryja Asaranka geschlagen geben. Nach den Australian Open, Doha und Indian Wells war es die vierte Niederlage gegen Asaranka in diesem Jahr. Beim WTA-Turnier in Madrid unterlag Barthel in Runde zwei Caroline Wozniacki knapp mit 4:6, 6:7 (2:7), nachdem sie in der ersten Runde Julia Görges besiegt hatte. Beim Turnier in Straßburg schied sie in der ersten Runde aus.

Bei den French Open 2012 war Barthel im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers erstmals gesetzt. Doch sie verlor bereits in der ersten Runde gegen die 18-jährige Qualifikantin Lauren Davis mit 1:6 und 1:6. In Båstad erreichte sie mit einem 6:3-, 6:4-Sieg über Sofia Arvidsson das Halbfinale, wo sie sich Polona Hercog mit 1:6 und 3:6 geschlagen geben musste.

Am Tag zuvor (19. Juli) bestätigte die ITF die Nachnominierung Barthels für den Einzelwettbewerb der Olympischen Spiele. Am Vortag war die Absage der verletzten Andrea Petković bekannt geworden. Barthel verlor ihr Auftaktmatch gegen die Polin Urszula Radwańska mit 4:6 und 3:6.

Am 9. November wurde Mona Barthel rückwirkend für 2011 die bronzene Sportplakette der Stadt Neumünster von deren Oberbürgermeister überreicht.

Seit 2013 Zu Beginn des Jahres 2013 stand Barthel erneut im Finale von Hobart. Die Titelverteidigerin unterlag Jelena Wesnina mit 3:6, 4:6. Bei den Australian Open 2013 schied Barthel bereits in der ersten Runde gegen Xenia Perwak mit 5:7, 6:2, 4:6 aus. Den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere feierte Barthel dann Anfang Februar in Paris, wo sie nach Siegen über Roberta Vinci, Marion Bartoli und Kristina Mladenovic im Finale stand. Sie bezwang auch die topgesetzte Sara Errani mit 7:5, 7:6 (7:4) und sicherte sich ihren ersten Premier-Titel auf der WTA Tour.

Bei der Partie Deutschland gegen Serbien gab Barthel am 20. und 21. April ihr Fed-Cup-Debüt für die deutsche Mannschaft unter der Leitung von Barbara Rittner. Ihr erstes Match gegen Ana Ivanović verlor sie mit 6:7 (5:7), 6:2 und 2:6, ihr zweites Match gegen Bojana Jovanovski gewann sie mit 6:1, 3:6 und 6:3. Insgesamt gewann Deutschland 3:2 und stieg in die Weltgruppe I auf. Ihre Fed-Cup-Bilanz weist bislang 2 Siege bei 2 Niederlagen aus. Am 18. November wurde Mona Barthel die silberne Sportplakette der Stadt Neumünster rückwirkend für das Jahr 2012 vom Oberbürgermeister Olaf Tauras überreicht.

Bei den Australian Open und den French Open erreichte Barthel 2014 jeweils die dritte Runde. Im Juli gewann sie den WTA-Titel in Båstad. Bei der Vorbereitung auf die neue Saison 2015 zog sie sich Anfang Dezember einen Bänderriss zu.

Trotz der Verletzung vom Dezember war sie für die neue Saison 2015 rechtzeitig gesund geworden, schied jedoch bei den ersten beiden Turnieren, Auckland und Hobart, in der ersten Runde aus. Bei den Australian Open reichte es bis in die zweite Runde. Beim Turnier in Båstad erreichte sie wieder das Finale, verlor dieses jedoch gegen Johanna Larsson mit 3:6 und 6:7 (2:7). Zum Saisonende stand sie in Luxemburg sowohl im Einzel- und Doppelfinale. Das Einzelfinale verlor sie gegen Misaki Doi mit 4:6, 7:6 (9:7) und 0:6, gewann aber das im Doppel an der Seite von Laura Siegemund gegen die Paarung Anabel Medina Garrigues und Arantxa Parra Santonja mit 6:2 und 7:6 (7:2).

Bei ihrem Saisonstart 2016, den sie in Auckland hatte, musste sie das Spiel im zweiten Satz gegen Swetlana Kusnezowa aufgeben. Einen weiteren Rückschlag gab es beim anschließenden Turnier in Hobart, als sie wegen Rückenproblemen zu ihrem Viertelfinalspiel gegen Alizé Cornet nicht antreten konnte. Nicht besser verliefen die Australian Open, hier schied sie in der ersten Runde gegen Vania King mit 6:3, 5:7 und 4:6 aus. Wegen Krankheit setzte Barthel danach einige Wochen aus, spielte aber die restlichen Grand-Slam-Turniere, bei denen sie zweimal in der ersten und einmal in der zweiten Runde scheiterte.

Die Saison 2017 begann für Barthel erfolgreich. Bei den Australian Open erreichte sie erstmals in ihrer Karriere das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers, in welchem sie Venus Williams unterlag. Als Qualifikantin gewann Mona Barthel im Mai 2017 beim WTA-Turnier in Prag ihren vierten Titel auf der WTA-Tour, durch einen Sieg im Finale über die Tschechin Kristýna Plíšková.Prag: Mona Barthel holt vierten Titel auf der WTA-Tour. Eurosport, 6. Mai 2017, abgerufen am 13. Mai 2017.

Auszeichnungen Mona Barthel landete bei der Wahl der Sportler des Jahres 2014 der Stadt Neumünster auf dem zweiten Rang hinter Kirsten Bruhn und wurde im Februar 2015 nachträglich von der Stadt mit einer Urkunde, einem Pokal und einer Medaille geehrt.

Erfolge Einzel Turniersiege Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis 1. 24. Januar 2010 ITF $10.000 Hartplatz 6:1, 6:1 2. 10. April 2010 ITF $50.000 Hartplatz 2:6, 6:4, 6:2 3. 23. Januar 2011 ITF $25.000 Hartplatz 6:3, 3:6, 6:4 4. 12. September 2011 ITF $50.000 Sand 7:5, 6:2 5. 18. September 2011 ITF $75.000 Hartplatz 6:0, 6:3 6. 14. Januar 2012 WTA International Hartplatz 6:1, 6:2 7. 3. Februar 2013 WTA Premier Hartplatz (Halle) 7:5, 7:64 8. 20. Juli 2014 WTA International Sand 6:3, 7:63 9. 6. Mai 2017 WTA International Sand 2:6, 7:5, 6:2 10. 27. November 2022 ITF W25 Hartplatz (Halle) 7:62, 6:2 11. 25. November 2023 ITF W25 Hartplatz (Halle) 6:2, 6:76, 6:4 12. 3. November 2024 ITF W75 Hartplatz (Halle) 6:4, 7:66

Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis 1. 19. Juli 2008 ITF $10.000 Rasen 5:7, 1:6 2. 26. Juli 2008 ITF $10.000 Hartplatz 2:6, 3:6 3. 6. Feb. 2011 ITF $25.000 Hartplatz 3:6, 6:1, 2:6 4. 7. Aug. 2011 ITF $50.000 Hartplatz 6:78, 3:6 5. 12. Januar 2013 WTA International Hartplatz 3:6, 4:6 6. 19. Juli 2015 WTA International Sand 3:6, 6:72 7. 24. Oktober 2015 WTA International Hartplatz (Halle) 4:6, 7:67, 0:6 8. 9. September 2018 WTA Challenger Hartplatz 4:6, 1:6 9. 14. August 2022 ITF W25 Sand 1:6, 3:6 10. 19. November 2022 ITF W25 Hartplatz (Halle) 4:6, 6:2, 6:75 11. 29. Januar 2023 ITF W60 Hartplatz (Halle) 2:6, 6:1, 0:6 12. 29. Oktober 2023 ITF W60 Hartplatz (Halle) 4:6, 4:6

Doppel Turniersiege Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis 1. 10. April 2010 ITF $50.000 Hartplatz 7:5, 6:2 2. 28. April 2013 WTA Premier Sand (Halle) 6:4, 7:5 3. 24. Oktober 2015 WTA International Hartplatz (Halle) 6:2, 7:62 4. 8. September 2018 WTA Challenger Hartplatz 6:3, 6:2 5. 28. April 2019 WTA Premier Sand (Halle) 2:6, 6:3, [10:6] 6. 7. Mai 2022 ITF W25 Sand 6:1, 6:4 Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Siegerinnen Ergebnis 1. 26. Juli 2008 ITF $10.000 Hartplatz 6:1, 4:6, [8:10] 2. 28. Februar 2010 ITF $50.000+H Teppich (Halle) 7:5, 1:6, [5:10] 3. 20. September 2014 WTA International Hartplatz 3:6, 3:6

Karrierestatistik und Turnierbilanz Einzel Die letzte Aktualisierung erfolgte am Saisonende 2025.

Zeichenerklärung: S = Turniersieg; F, HF, VF, AF = Einzug ins Finale / Halbfinale / Viertelfinale / Achtelfinale; 1, 2, 3 = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Hauptrunde; RR = Round Robin (Gruppenphase); n. a. = nicht ausgetragen; a. K. = andere Kategorie; PO (Play-off) = Auf- und Abstiegsrunde im Billie Jean King Cup; K1, K2, K3 = Teilnahme in der Kontinentalgruppe I, II, III im Billie Jean King Cup.

Anmerkung: Diese Statistik berücksichtigt alle Ergebnisse im Einzel bei ITF- und WTA-Turnieren. Als Quelle dient die ITF-Seite der Spielerin. Dargestellt sind nur WTA-Turniere der Kategorie Tier I (bis 2008), die WTA-Turniere der Kategorien Premier Mandatory und Premier 5 (2009–2020) bzw. die WTA-Turniere der Kategorie 1000 (seit 2021).

Doppel Turnier 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Karriere Australian Open 1 1 1 2 1 — 2 1 — 2 2 French Open 1 2 1 1 — 1 — — — — 2 Wimbledon 1 1 1 AF 1 2 — 1 n. a. 2 AF US Open 2 2 1 2 1 2 — — — — 2

Weltranglistenpositionen am Saisonende Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Einzel 937 516 356 208 67 39 34 43 44 183 48 81 172 228 272 275 245 166 Doppel — 614 620 350 — 255 89 111 67 787 232 134 106 122 130 502 — 1293

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Billie-Jean-King-Cup-Spielerin (Deutschland) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2012 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2020 Kategorie:Sportler (Neumünster) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1990 Kategorie:Frau