Hennersdorf ist ein Ortsteil der sächsischen Großen Kreisstadt Dippoldiswalde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geografie Hennersdorf liegt etwa sechs Kilometer westlich von Schmiedeberg im Osterzgebirge. Der Ort liegt direkt an der Bundesstraße 171, die weiter westlich die von der Wilden Weißeritz gespeiste Talsperre Lehnmühle überquert.
Nachbarorte
Geschichte Das Waldhufendorf wurde 1332 erstmals urkundlich erwähnt.dippoldiswalde.de Zu seiner Gründung war Hennersdorf zum „Districtus Frauenstein“ gehörig. Ab 1485 hatten die Pflege Frauenstein und die Pflege Freiberg die Verwaltung inne. Die Grundherrschaft übten um 1550 die Rittergüter Dippoldiswalde und Frauenstein aus. 1569 war das Amt Dippoldiswalde für die Verwaltung zuständig, ab 1764 lag die Verwaltungszugehörigkeit hauptsächlich beim Amt Frauenstein. Von 1856 bis 1875 gehörte Hennersdorf dem Gerichtsamt Frauenstein an, später der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. 1900 betrug die Fläche der Gemarkung 834 Hektar. Die Bevölkerung Hennersdorfs teilte sich 1925 in 467 evangelisch-lutherische Einwohner und drei Katholiken auf. Das Kriegerdenkmal der Gefallenen im Ersten Weltkrieg wurde vom Frauensteiner Bildhauer Otto Stein gefertigt und ist am 25. Juni 1922 geweiht. Bei der Flutung der Talsperre Lehnmühle versank Anfang 1932 die zu Hennersdorf gehörende Kreherschmiede in den Fluten.
Im Jahr 1952 wurde Hennersdorf als eigenständige Gemeinde Teil des Kreises Dippoldiswalde, der 1994 in den Weißeritzkreis überging. Am 1. Januar desselben Jahres schlossen sich Hennersdorf, Ammelsdorf, Sadisdorf und Obercarsdorf zur neuen Gemeinde Obercarsdorf zusammen. 2001 wurde diese nach Schmiedeberg eingemeindet. 2007 begingen die Hennersdorfer Einwohner das 675-jährige Bestehen ihres Ortes. Hennersdorf wurde im August 2008 Teil des aus dem Landkreis Sächsische Schweiz und dem Weißeritzkreis gebildeten Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Seit dem 1. Januar 2014 gehört Hennersdorf zu Dippoldiswalde.
Entwicklung der Einwohnerzahl Entwicklung der Einwohnerzahl Hennersdorfs: Jahr Einwohner 1551 37 besessene Mann, 52 Inwohner 1764 30 besessene Mann, 6 Gärtner, 22 Häusler 1834 488 1871 509 1890 518 1910 490 1925 474 1939 434 1946 634 1950 656 1964 530 Jahr Einwohner 1990 501 2006 449 2007 443 2008 443 2009 437 2010 429 2011 424 2012 408 2013 415 2014 417 2015 447 Jahr Einwohner 2016 445 2017 453 2020 429
Kirche mini|St.-Katharina-Kirche Hennersdorf
Die St.-Katharina-Kirche wird 1346 erstmals erwähnt. Der Kirchturm wurde 1685 neu erbaut und der Turmknopf 1723 erneuert. Aus dem Älteren um 1520 von dem Meister der gleichen Altäre wie in der Kirche Seifersdorf und Höckendorf stehenden wurde der Kanzelaltar im 17. Jahrhundert geschaffen. Der Taufstein stammt aus dem Jahre 1557, das zinnerne Taufbecken von 1691. Nach einem Blitzeinschlag 1846 sind Teile des Innenraums 1850 und die Orgel 1852, welches gleiches Schicksal ereilte, vom Orgelbaumeister Stöckel aus Dippoldiswalde geschaffen. Ein weiterer Blitzeinschlag 1850 traf den neuen Blitzableiter, welcher einen weiteren großen Schaden verhinderte.
Bedeutende Persönlichkeiten des Ortes Johann Georg Ehrlich (* 13. Oktober 1676 in Hennersdorf; † 8. Februar 1743 in Dresden; auch Johann George Ehrlich), Kaufmann und Ratsherr in Dresden und Stifter des nach ihm benannten Ehrlichschen Gestifts
Siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Hennersdorf
Literatur
Weblinks
Ortsteile In: Webauftritt der Stadt Dippoldiswalde.
Einzelnachweise
Kategorie:Ortschaft von Dippoldiswalde Kategorie:Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Waldhufendorf Kategorie:Ersterwähnung 1332 Kategorie:Gemeindeauflösung 1994 Kategorie:Ort im Erzgebirge