Ballrechten-Dottingen ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald im Südwesten Baden-Württembergs.
Geografie
Lage Die Gemeinde Ballrechten-Dottingen liegt am Übergang des Markgräflerlands zum Hochschwarzwald vor den Schwarzwaldvorbergen, dem Fohrenberg im Norden und dem Castellberg im Süden, etwa 20 Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau, 40 km nördlich von Basel und 30 km nordöstlich von Mülhausen.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn: Staufen, Sulzburg, Buggingen und Heitersheim.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den ehemaligen Gemeinden Ballrechten und Dottingen, die sich 1971 freiwillig zusammenschlossen. Zur ehemaligen Gemeinde Ballrechten gehören das Dorf Ballrechten und das Gehöft Ziegelhof. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Dottingen liegen das Dorf Dottingen, der Weiler Oberdottingen, der Zinken Kastelhof und der Wohnplatz Haltestelle Ballrechten-Dottingen sowie die abgegangene Ortschaft Einlitzigenhofen.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 96–98
Geschichte Ballrechten wurde in einem Güterverzeichnis des Klosters Lorsch aus dem Jahr 840 als „villa baldrathinga“ erstmals erwähnt. Dottingen wurde 1265 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. 1457/58 kaufte der badische Markgraf Karl I. die Dörfer Ballrechten und Dottingen und gab sie den Herren von Staufen als Lehen. Nachdem das Geschlecht derer von Staufen ausgestorben war, wurden die Orte als Vogtei der markgräflichen Verwaltung in Sulzburg unterstellt.
1806 wurden die Gemeinden Teil des Großherzogtums Baden; ab 1811 waren sie selbständige Gemeinden und gehörten zum Bezirksamt Staufen. Im Ersten Weltkrieg waren die Menschen in der Kommune trotz ihrer Möglichkeiten als Selbstversorger mit Mangel und Hunger konfrontiert. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Ort wurden zur Versorgung der Stadt Freiburg herangezogen.Vgl. Daniel Schneider: Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg. Erfahrungen und Alltag zwischen Monarchie und Demokratie, Freiburg im Breisgau/Berlin/Wien 2022, S. 32–49, 82–104. 1936 kamen beide Gemeinden zum Bezirksamt Müllheim, das 1939 zum Landkreis Müllheim wurde.
Am 1. Januar 1971 vereinigten sich die beiden Gemeinden Ballrechten und Dottingen zur Gemeinde Ballrechten-Dottingen.
Politik Gemeinderat mini|In Dottingen steht das Rathaus
Die Kommunalwahl vom 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 75,5 % (+ 2,8) zu folgendem Ergebnis:Statistisches Landesamt Baden‑Württemberg, Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2019 – Ballrechten-Dottingen Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/− FWG 42,4 % − 1,5 4 Sitze ± 0 CDU 43,3 % + 2,9 5 Sitze + 1 SPD 14,3 % − 1,4 1 Sitz − 1
Bürgermeister
1948–1977: Alfred Löffler (CDU) 1977–1993: Bernd Gassenschmidt (CDU) 1993–2003: Christof Nitz (CDU) 2003–2011: Bernd Gassenschmidt (CDU) 2011–2019: Bernhard Fehrenbach (FDP, vorher CDU) seit 2019: Patrick Becker (FW)
Wappen
Das Gemeindewappen vereinigt Elemente der Wappen der ehemals selbständigen Teilorte: Die blaue Traube aus dem Wappen von Ballrechten erinnert an die 1100-jährige Weinbautradition des Ortes. Der goldene Kelch aus dem Dottinger Wappen weist auf die Herren von Staufen, die bis 1602 die Ortsherren waren.
Gemeindepartnerschaften Seit 1991 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Beerheide im Vogtland, die seit dem 1. Januar 1999 zur Stadt Auerbach/Vogtl. gehört.
mini|hochkant|Kirche St. Erasmus, Ballrechten mini|Ballrechten-Dottingen, der Fohrenberg im Hintergrund
Zweckverband Ballrechten-Dottingen ist Mitglied im grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein, der auf Basis des Karlsruher Übereinkommens die grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden im Elsass und Baden fördert.http://www.gemeinde-eschbach.de/wirtschaftsstandort/glct_goez.php
Kultur und Sehenswürdigkeiten In der Nähe des Ortes befindet sich der Castellberg, auf dessen Gipfel sich noch die Reste einer keltischen Festung befinden. Außerdem befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Burgresten der Castellbergturm, ein stählerner Aussichtsturm auf dem Castellberg, der 1962 vom Schwarzwaldverein errichtet wurde, mit gutem Ausblick auf die Rheinebene und das Markgräflerland (kein Rundumblick). Burgreste und Aussichtsturm sind frei zugänglich.
Am Fuße bei der Kastelberghütte befand sich die Gerichtseiche, eine abgestorbene Eiche, die der Freiburger Künstler Thomas Rees zu einer Skulptur verwandelt hatte. In der Neujahrsnacht 2017 wurde sie von Unbekannten durch Feuerwerkskörper zerstört. Nachdem der Rest zunächst abtransportiert worden war, wurde er im Herbst 2020 an der alten Stelle hingelegt.
Unweit von dort stehen durch eine Privatinitiative einige Segmente der Berliner Mauer von der Sonnenallee.
Die Alte Mühle Oberdottingen, 1765 auf den Grundmauern älterer Vorgängermühlen aus dem 14. Jahrhundert errichtet, gehört zu den älteren und bekannteren Bauwerken der Gemeinde. Kirchen St. Erasmus (Ballrechten) St. Arbogast (Dottingen)
Wirtschaft und Infrastruktur Wie viele Gemeinden des Markgräflerlandes ist Ballrechten-Dottingen eine Weinbaugemeinde und mit etwa 200 ha Rebfläche eine der bedeutendsten. Verkehr Von 1894 bis 1969 verband die Münstertalbahn Ballrechten-Dottingen mit Bad Krozingen und Sulzburg. Heute kann die Gemeinde mit dem Bus von der Münstertalbahn in Staufen oder den Rheintalbahnhöfen in Heitersheim oder Müllheim erreicht werden. Der öffentliche Nahverkehr wird im Rahmen des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg betrieben. Die Gemeinde nimmt teil am Verkehrskonzept KONUS, das Gästen die kostenlose Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglicht.
Der Europäische Radwanderweg von Mulhouse nach Freiburg und der Markgräflerlandradweg von Freiburg nach Weil am Rhein verbinden Ballrechten-Dottingen mit den Nachbarstädten Staufen und Heitersheim.
Der nächste Autobahnanschluss besteht zur A 5 mit der Autobahnanschlussstelle Hartheim/Heitersheim (64 b) in etwa 10 km Entfernung.
Bildungseinrichtungen Mit der Sonnenbergschulehttp://www.sonnenbergschule.fr.schule-bw.de/ Sonnenbergschule besteht eine Grundschule am Ort. Außerdem gibt es den katholischen Kindergarten St. Marien.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger Otto Karrer, Theologe, Ökumeniker, Schriftsteller Alfred Löffler, Kaufmann, Bürgermeister, Politiker Adam Dallinger, Priester, Ortspfarrer von Ballrechten-Dottingen Bernd Gassenschmidt, Verwaltungsfachmann, Bürgermeister von Ballrechten-Dottingen Richard Löffler, Versicherungsfachmann, Sportvereinsvorsitzender, Bürgermeisterstellvertreter
Söhne der Gemeinde Franz Sales Wocheler, eigentlich Joseph Franz Sales Wocheler (* 1778 in Ballrechten; † 1848 in Überlingen), war ein Pfarrer, Bibliophiler und Stifter der Leopold-Sophien-Bibliothek Otto Karrer (* 1888 in Ballrechten; † 1976 in Luzern) – römisch-katholischer Theologe, Ökumeniker, Religionsphilosoph und geistlicher Schriftsteller Alfred Löffler, (1909–1989), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter, Gründer der Senioren-Union in Baden-WürttembergWer wir sind auf seniorenunion.de, abgerufen am 14. Mai 2024
Literatur Daniel Schneider: Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg. Erfahrungen und Alltag zwischen Monarchie und Demokratie, Freiburg im Breisgau/Berlin/Wien 2022 (Alltag und Provinz, Bd. 19), ISBN 9783793099765.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Gemeindegründung 1971