mini|Lage Kaschataghs in der Republik Arzach, Gebietsstand 1994–2020
Kaschatagh (, , auch Qashatagh und Kashatagh) war eine Provinz der international nicht anerkannten Republik Arzach mit der Hauptstadt Berdsor. Die Provinz umfasste die aserbaidschanischen Bezirke Laçın, Qubadlı und Zəngilan, die 1992 und 1993 durch die armenische Armee besetzt wurden. Seit dem Ende des Kriegs um Bergkarabach 2020 befindet sich das Gebiet der Provinz wieder unter der Kontrolle von Aserbaidschan.
Geografie mini|Fluss Woghdschi bei Kowsakan Die Provinz hatte eine Fläche von 3376,6 Quadratkilometern.Results of 2005 census of the Nagorno-Karabakh Republic (PDF, englisch, abgerufen am 23. April 2008; 131 kB) und erstreckte sich entlang der Grenze zu Armenien vom Karabach-Hochland im Norden zum Fluss Aras im Süden. Im Norden grenzte die arzachische Provinz Schahumjan beziehungsweise der aserbaidschanische Bezirk Kəlbəcər an, im Osten die Provinzen Martakert, Askeran, Schuschi und Hadrut. Im Süden bildete der Aras die Grenze zum Iran, im Westen befindet sich die armenische Provinz Sjunik.
Die größten Flüsse, die die Provinz durchqueren, sind der hier entspringende Hakari und der aus Armenien zufließende Worotan. Am Aras befinden sich Teile des Stausees von Choda Afarin. Im Osten wurde die Provinz vom Karabachgebirge begrenzt, im Westen von den südlichen Ausläufern des Karabach-Hochlands sowie von den Hängen der Barguschatberge und der Meghriberge.
Die Hauptstadt und größte Stadt Berdsor befand sich auch am wichtigsten Verkehrsweg, der Verbindungsstraße von Armenien zur arzachischen Hauptstadt Stepanakert im nach Berdsor () benannten Latschin-Korridor. Weitere wichtige Straßen verlaufen insbesondere in den Tälern des Hakari sowie entlang des Aras. Am Aras verläuft auch die seit dem Krieg zu Beginn der 1990er Jahre stillgelegte Bahnstrecke Ələt–Culfa, die in der Provinz eine Zweigstrecke zum armenischen Kapan hat.
Geschichte Der Name der Provinz geht auf das armenische Meliktum Kaschatagh zurück, das in der Region von 1475 bis 1730 bestand. Zuvor bestanden hier das Königreich Arzach und verschiedene Herrschaftsgebiete unter dem Namen Sjunik. Zuvor gehörte die Region meist zu einem größeren armenischen Reich und seit dem 7. Jahrhundert zeitweise immer wieder zu islamischen Staaten. 1730 zerfiel das Meliktum und unter Vorherrschaft der Safawiden siedelten sich Kurden in der Region an, schließlich wurde das Territorium integrierter Bestandteil des Khanat Karabach.
Das Khanat wurde im 19. Jahrhundert Teil des Russischen Reiches und in diesem aufgelöst. Nach der Oktoberrevolution und der Unabhängigkeitserklärung der Staaten südlich des Kaukasus war die Region zwischen der Republik Armenien und der Republik Aserbaidschan umstritten und umkämpft. Nach Eingliederung beider Staaten in die Sowjetunion fiel das Gebiet an die Aserbaidschanische SSR, der nördliche Teil wurde jedoch zeitweise Bestandteil der autonomen Provinz Rotes Kurdistan, für ein Jahr gar das gesamte Gebiet. Ab 1930 wurde es in Form mehrere Rayons nicht-autonomer Teil Aserbaidschans.
Nachdem sich in den 1980er Jahren die Spannungen zwischen den Armeniern in der benachbarten Autonomen Oblast Bergkarabach und Aserbaidschanern sowie der Aserbaidschanischen SSR verschärft hatten, erklärte Bergkarabach während des Zusammenbruchs der Sowjetunion 1991 die Unabhängigkeit und es kam zu einem offenen Krieg, in dem Armenien Bergkarabach unterstützte. Im Laufe der Jahre 1992 und 1993 konnte die Republik Bergkarabach beziehungsweise die armenische Armee das Gebiet der späteren Provinz Kaschatach, das zwischen Bergkarabach und Armenien liegt, besetzen und damit auch den strategisch wichtigen Latschin-Korridor zwischen den beiden verbündeten Kriegsparteien unter Kontrolle bringen. Die fast ausschließlich aserbaidschanische Bevölkerung floh.
Nach dem Waffenstillstand, der den Krieg 1994 beendete, wurde das Gebiet der aserbaidschanischen Bezirke Laçın, Qubadlı und Zəngilan von der Republik Arzach, wie sich das de-facto-Regime seit 2017 nennt, als Provinz Kaschatach mit der Hauptstadt Berdsor organisiert. Seit 2014 wurden in der Provinz armenische Flüchtlinge aus Syrien angesiedelt, insbesondere in der Ortschaft Ischchanadsor.. NKR News, 26. Dezember 2014.Nana Martirosyan. Давид Бабаян: Армения и Арцах приняли сирийских беженцев, исходя из гуманитарных принципов. ArmInfo, 3. Juni 2015. Im Krieg um Bergkarabach 2020 wurde das Gebiet der Provinz zu großen Teilen von der aserbaidschanischen Armee zurückerobert. Im anschließenden Waffenstillstandsabkommen wurde die Rückgabe der übrigen Teile der Provinz beziehungsweise der drei aserbaidschanischen Bezirke vereinbart und bis 1. Dezember 2020 umgesetzt. Die Provinz befindet sich seitdem wieder vollständig unter der Kontrolle von Aserbaidschan. Nur der Latschin-Korridor mit der Stadt Berdsor und zwei weiteren Ortschaften, der von russischen Friedenstruppen als Verbindung zwischen Armenien und Arzach gesichert wurde, wurde erst im August 2022 von Aserbaidschan übernommen.
Ortschaften und Einwohner mini|Kloster Zizernawank Laut dem Zensus von Bergkarabach von 2005 hatte die Provinz 9.763 Einwohner, entsprechend 2,89 Einwohnern pro Quadratkilometer. Diese lebten in drei Städten, 19 größeren Orten und 47 Gemeinden. Für 2015 wurden 9.300 Einwohner geführt, davon 3.300 in vier Städten und 6.000 in 50 ländlichen Gemeinden.Nagorno Karabakh in Figures, Statistical Booklet. NATIONAL STATISTICAL SERVICE OF THE NAGORNO KARABAKH REPUBLIC, 2015. S. 12. Armenischer Name (zugeh. Ortsteile)in armenischer SchriftAserbaidschanischer NameEinwohner nach Zensus 2005KoordinateBerdsorԲերձորLaçın2.247Kowsakan (Karatak)ԿովսականZəngilan393MidschnawanՄիջնավանMincivan344AlaschkertԱլաշկերտQıraq Muşlan158AghadsorԱղաձորÜçüncü Ağalı101AghanusԱղանուսAğanus86Aghawnatun (Chatschgetik, Aghawno)ԱղավնատունQuşçular60Ajgehowit (Ltschaschen, Towmasar, Moradschur)ԱյգեհովիտBalasoltanlı191AjgekԱյգեկƏfəndilər104ArzwaschenԱրծվաշենKürd Mahruzlu92ArtaschawiԱրտաշավիƏrdəşəvi88Basmatus (Gandza)Բազմատուս (Գանձա)Bülüldüz (Seyidlər)76GetamedschԳետամեջHəmzəli86GetapԳետափQarağac131GoghtanikԳողթանիկPircahan86Dizmajri (Arzachamajr)ԴիցմայրիMəşədismayıllı71Drachtadsor (Ani)ԴրախտաձորAğcakənd78Esnagomer/Lernahowit (Schrwakan, Spitakadschur, Uchtadsor)Եզնագոմեր/ԼեռնահովիտQarakeçdi112Erizwank (Krmen, Amirian)ԵրիցվանքAlıbəyli182IschchanadsorԻշխանաձորXanlıq183ZaghkaberdԾաղկաբերդGüləbird271ZizernawankԾիծեռնավանքHüsülü113Zobadsor (Worduak)ԾոբաձորÇöpədərə78KerenԿերենQaragöl26KumajriԿումայրիQilican54HajkasjanՀայկազյանQazyan72Harar (Suaras)ՀարարAşağı Fərəcan80Hajtagh (Aghbradsor, Gahanist)ՀայթաղQorçu27HakՀակMinkənd102HakariՀակարիMuradxanlı126HaleՀալեHal38Herik (Berdik)ՀերիկƏhmədli67HotschanzՀոչանցHoçaz74DsorapՁորափQarakişilər106GhasaparatAlıqulu56MamarkՄամարքMəmər59Maratuk (Meghwadsor)ՄարաթուկMalxələf48MargisՄարգիսMayıs12MartunaschenՄարտունաշենQaracallı67MelikaschenՄելիքաշենAğoğlan48MirikՄիրիկMirik199MscheniՄշենիMişni84MoschataghՄոշաթաղBozlu214Mowsesaschen (Arachisch, Dsorachatsch, Karabak)ՄովսէսաշենKürdhacı94MuschՄուշMelikli106NoraschenikՆորաշենիկTəzəkənd63Schalua (Himnaschen, Werinschen)ՇալուաŞəlvə71SchirakՇիրակQiyaslı39DschanfidaՋանֆիդաDiləli Müskənli65SaratakՍարատակSarıyataq137SonasarՍոնասարSonasar73Sus (Gihut, Urmia, Nerkin Sus)ՍուսSus162Wasgenaschen (Antaramedsch)ՎազգենաշենHacısamlı15Wakunis (Chatschin Tap, Tschormank)ՎակունիսPiçənis60Waghasin (Ardschadsor, Martiros, Meghraschen)ՎաղազինVağazin72WanՎանCahangirbəyli187WardabazՎարդաբացƏbilcə68Wardananz (Wordnaw)ՎարդանանծMəmmədbəyli184Werin KaschunikՎերին ՔաշունիքYuxarı Mollu43WurgawanՎուրգավանXəndək160TandsutՏանձուտQarıqışlaq162TigranawanՏիգրանավանPadar153Urekan (Amutegh)Ուռեկանİşıqlı168PakahanՓակահանXocahan85KaschunikՔաշունիքQubadlı127KarotanՔարոտանKavdadıq70KarutՔարուտDaşlı16KaregahՔարեգահQarıkaha229ArwakanԱրվականAlxaslı60MchanzՄխանցMuğanlı55
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Kategorie:Republik Arzach