mini|270px|Hürbel am Rangen, in Richtung Lehrberg gesehen (2015)

Hürbel am Rangen (amtlich: Hürbel a.Rangen; fränkisch: HiawlE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 102. Dort folgendermaßen transkribiert: „hiʳwl“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Hürbel am Rangen liegt in der Gemarkung Lehrberg.

Geografie Im Weiler entspringt der Quellgraben, ein rechter Zufluss des Hürbeler Bachs, der seinerseits ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Im Norden liegt das Pfannenfeld, im Südwesten liegt der Hürbelrangen mit der Kreuzeiche. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Zailach (1,7 km nordwestlich), nach Schmalenbach (2,5 km östlich) und zur Bundesstraße 13 bei Lehrberg (1,2 km nordöstlich).

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung, die sich eindeutig auf diesen Ort bezieht, erfolgte 1342 als „Hurbel“. Der Ortsname leitet sich vom althochdeutschen Wort „horwilin“ ab, ein Diminutiv von „horo, horwes“ (= Sumpf, Schmutz, Kot).E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 102. Eine ähnlich abwertende Bezeichnung findet sich im Ortsnamen Suddersdorf.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Hürbel 8 Mannschaften verzeichnet: Alle Anwesen (6 Halbhöfe, 2 Güter) hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Vier Halbhöfe waren infolge des Dreißigjährigen Krieges noch verödet.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 1284. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 685.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Hürbel 11 Anwesen (6 Halbhöfe, 1 Viertelhof, 2 Güter, 1 Gütlein, 1 Häuslein). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 871. Es gab zu dieser Zeit 10 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 772. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1017.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hürbel dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Neunkirchen bei Leutershausen zugeordnet. Mit der Neubildung des Steuerdistrikts Neuses bei Ansbach am 23. Juni 1810 erfolgte der Wechsel dorthin. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Neuses bei Ansbach an.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Im Zuge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) wurde Hürbel nach Lehrberg umgemeindet. Am 16. August 1840 wurde die Bildung der Ruralgemeinde Zailach genehmigt, an die Hürbel überwiesen wurde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 949. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Lehrberg eingemeindet.

Bau- und Naturdenkmäler Steinkreuz: Sühnekreuz, mittelalterlich, Sandstein; 1,5 Kilometer südlich des Ortes auf den Kreuzwasen Kreuzeiche, über 500 Jahre alt, südwestlich des Ortes. Der Brusthöhenumfang beträgt 6,45 m (2015).

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 60 41 62 54 59 71 64 103 51 43 30 31HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wueden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 10 7 9 11 9 9 9 9 Quelle

Religion Hürbel am Rangen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Margaretha (Lehrberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1342