Das Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB ist eine Forschungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Stuttgart. Es unterstützt Wissenschaft, Wirtschaft und öffentliche Institutionen im Bereich Transformation, Governance, Weiterbildung und Qualifizierung, KI / Data Science, Publizieren und Wissenstransfer sowie Bauwissen.

Geschichte 1941 wurde die Bautechnische Auskunftsstelle gegründet. Initiator war Otto Graf, Direktor des Instituts für Materialprüfung des Bauwesens an der Technischen Hochschule Stuttgart.

Im Jahr 1955 übernahm Clara E. Müller die Leitung und wurde 1960, nachdem die Fraunhofer-Gesellschaft die Zuständigkeit übernahm, zur ersten Institutsleiterin bei Fraunhofer. Damit einher ging eine Umbenennung in Dokumentationsstelle für Bautechnik in der Fraunhofer-Gesellschaft.

Dr. Wilhelm Wissmann wurde 1973 zum Institutsleiter berufen. Kurz darauf wurden im Jahr 1977 die Fachbereiche Raumordnung, Städtebau, Wohnungswesen neu aufgenommen, um die Aufgabe des Wissenstransfers für alle Bereiche des Planens und Bauens auf eine Stelle zu konzentrieren. Im Rahmen des Informations- und Dokumentationsprogramms der Bundesregierung 1974–1977 wurden die verstreuten Dokumentationsaktivitäten aller Wissensbereiche gebündelt und neu strukturiert. In diesem Zusammenhang wurden die Dokumentationsstelle des Instituts für Wohnungs- und Planungswesen des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung in Köln und die Dokumentationsstelle für Bautechnik der Fraunhofer-Gesellschaft in Stuttgart zum Informationsverbundzentrum Raum und Bau (IRB) der Fraunhofer-Gesellschaft in Stuttgart zusammengeführt. Es kam zum Aufbau der ersten bibliografischen Datenbank (RSWB). Ab 1980 wurden die Datenbanken des Fraunhofer IRB über den Rechner des Fachinformationszentrums Energie, Physik, Mathematik (heute Fachinformationszentrum Karlsruhe) zur Online-Nutzung angeboten.

Dr. Wissmann leitete das Institut bis 2000. In dieser Zeit wurden neben weiteren Datenbanken auch die Fraunhofer Publica und der der Fraunhofer IRB Verlag gegründet. Ziel des Verlags war eine verbesserte Versorgung der Zielgruppen mit gedruckten Medien, wie Fachbücher und Forschungsberichte. 2001 wurde das Internetportal eröffnet, um alle relevanten Informationen aus dem Bausektor an einem Punkt zu bündeln. Während der Amtszeit von Dr. Wissmann erlangte das Institut 1994 auch seinen finalen Namen: Fraunhofer IRB.

Das Institut bekam 2002 einen neuen Institutsleiter: Thomas H. Moszeck. Er leitete das Fraunhofer IRB bis 2022. In diesen Jahren wurden neue Produkte (Bücher, Zeitschriften, Seminare) für die Zielgruppen aus dem Baubereich entwickelt.

Seit 2022 führt Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer kommissarisch das Fraunhofer IRB. Seine Stellvertretung übernimmt kommissarisch Prof. Dr.-Ing. Marc Rüger. Seit diesem Zeitpunkt definierte das Fraunhofer IRB seine heutigen Forschungsschwerpunkte und entwickelt diese weiter.

Fachbibliothek Planen und Bauen Das Institut betrieb bis Ende des Jahres 2024 eine Präsenzbibliothek, in der Fachliteratur zu den Themen Architektur, Stadtplanung, Bauingenieurwesen, Denkmalpflege, Bauforschung, Bauplanung, Bauwirtschaft, Baurecht, Raumordnung sowie Nachhaltiges Bauen gesammelt wurde. Die Fachbücher, Forschungsberichte, Hochschulschriften, Tagungsbände, Merkblätter und Normen wurden formal erfasst und inhaltlich erschlossen. Ein Schwerpunkt lag auf der Selektion und dem Nachweis von unselbständiger Literatur aus Fachzeitschriften. Mit etwa 4000 Regalmetern Literatur verfügte die Fachbibliothek über einen umfangreichen Bestand zum Thema Planen und Bauen.

Datenbanken Das Fraunhofer IRB pflegt mehrere Datenbanken, die meist kostenpflichtig und über das Internet zugänglich sind: SCHADIS – Datenbank zu Bauschäden BZP – Bauaufsichtliche Zulassungen und Prüfzeugnisse RSWB plus – deutsch- und englischsprachige Literaturhinweis-Datenbank ICONDA CIBlibrary – internationale Volltext-Datenbank ICONDA Bibliographic – internationale Literaturhinweis-Datenbank

Kooperationen Das Fraunhofer IRB ist eins von vier Gründerinstituten des Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung, welcher im Juli 2017 seine Arbeit aufgenommen hat. Der Verbund analysiert und begleitet gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Veränderungsprozesse, um Entscheidern in Politik und Wirtschaft Orientierungswissen und methodische Unterstützung bei Strategie- und Innovationsentscheidungen zu geben.

Außerdem ist das Fraunhofer IRB eines der 15 Mitglieder der Fraunhofer-Allianz Bau. Sie beschäftigt sich mit Forschungs- und Innovationsthemen wie intelligenten Baumaterialien, Systementwicklung, Bauverfahren, Energieeffizienz und technologischen Optimierungen in der Baubranche.

Seit Dezember 2024 ist das Fraunhofer IRB Teil des Fraunhofer HNFIZ (Förderung durch die Dieter Schwarz Stiftung). Es werden insgesamt neun Forschungs- und Innovationszentren (FIZ) wichtige Impulse für Innovationen in Deutschland setzen und Kooperationsangebote für die Wirtschaft schaffen. Das Fraunhofer IRB ist in zwei FIZ beteiligt: federführend in Transformation und Governance und als Forschungspartner in Future Skills. An den Fraunhofer HNFIZ sind neben dem Fraunhofer IRB auch das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF, das Fraunhofer-Institut für Intelligente Informations- und Analysesysteme IAIS, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT mit dem Zentrum ATHENE beteiligt.

Im Zentrum für industrialisiertem Bauen und Sanieren (ZIBS) ist das Fraunhofer IRB seit Sommer 2025 aktiv. Das Zentrum ist Teil des Stuttgarter Technologie- und Innovationscampus »S-TEC«, an dem verschiedene Fraunhofer-Institute gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen praxisnahe Forschung und Technologietransfer betreiben. Im ZIBS werden neue Ansätze für industrialisiertes und digitales Bauen entwickelt und in die wirtschaftliche Anwendung überführt.

Infrastruktur Das Institut beschäftigt 108 Personen (Stand: 31.12.2025). die den unterschiedlichsten Fachrichtungen angehören: Architektur, Bauingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Soziologie, Philosophie, Verlagswesen, Bibliothekswesen, Kommunikation, Verwaltung und IT. Die 108 Personen setzen sich aus 21 wissenschaftlichen Mitarbeitern, 67 Nicht-Wissenschaftlichen Mitarbeitern, 19 wissenschaftlichen Hilfskräften und der Institutsleitung zusammen.

Es ist möglich am Fraunhofer IRB eine Ausbildung zu absolvieren:

Kaufleute für Büromanagement Fachinformatiker/in Systemintegration Veranstaltungskaufleute

Der Gesamthaushalt des Fraunhofer IRB lag im Geschäftsjahr 2025 bei 9,2 Millionen Euro, davon 3,4 Millionen Euro Wirtschaftserträge.

Literatur Wilhelm Wissmann (Hrsg.): Baufachinformation in Deutschland. 50 Jahre Bautechnische Auskunftsstelle, Dokumentationsstelle für Bautechnik Dokumentationsstelle des Instituts für Wohnungs- und Planungswesen., Stuttgart 1991. Informationszentrum RAUM und BAU der Fraunhofer Gesellschaft (Hrsg.): 40 Jahre Bau-Dokumentation. Bautechnische Auskunftsstelle. Dokumentationsstelle für Bautechnik. Informationszentrum RAUM und BAU. Stuttgart 1982.

Weblinks Homepage des Fraunhofer-Informationszentrums Raum und Bau (IRB) Homepage des Fraunhofer-Verlags Baudatenbanken des Fraunhofer-Informationszentrums Raum und Bau (IRB) SCHADIS RSWBplus

Einzelnachweise

Raum und Bau Kategorie:Bauwirtschaft (Deutschland) Kategorie:Forschungsinstitut in Stuttgart Kategorie:Bauforschungsinstitut Kategorie:Deutsche Organisation (Bauwesen) Kategorie:Vaihingen (Stuttgart) Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 1941